Red Dead Redemption: Game of the Year Edition im Test

PlayStation3Xbox 360

Freunde des Wilden Westens bekamen mit Red Dead Revolver 2004 ein Spiel vorgesetzt, welches Cowboys- und Girls reichlich Freude bescherte. Sechs Jahre später versucht man erneut die Gunst der Outlaws zu gewinnen. Schwingen wir uns in den Sattel und erleben ein Amerika am Anfang des 20. Jahrhunderts, in dem Autos keine Selbstverständlichkeit sind und betrügerische Quacksalber von Ort zu Ort reisen, um ihre falschen Gesundheitstränke unter das Volk zu bringen.

Update Oktober 2011: Die Game of the Year Edition steht mittlerweile im Handel zum Kauf bereit. Alles Wissenswerte über das umfangreiche Komplett-Paket erfahrt ihr im letzten Abschnitt.

red_dead_redemption_29In Red Dead Redemption schlüpft der Spieler in die Rolle des John Marston, ein ehemaliger Outlaw. John wollte sein Leben umkrempeln, die Räubereien sein lassen und mit Frau und Kind in Ruhe auf seiner eigenen Farm leben und arbeiten. Natürlich kommt alles anders: Die Regierung zwingt ihn ,durch die Gefangennahme seiner Familie in den fiktiven Bundesstaat New Austin zu reisen. Dort soll er seinen ehemaligen Freund Bill Williamson ausfindig und dingfest machen. Dass dies kein Spaziergang wird, merkt Marston, als er von Williamson angeschossen wird. Im Übrigen ist John ein netter Zeitgenosse, so skrupellos seine Vergangenheit auch sein mag!

Der Titel spielt sich im Grunde nach demselben Prinzip, welches schon bei Rockstars GTA-Reihe Anwendung fand: Gehe von Ort A nach Ort B, erledige dort Aufgabe C. Das ist keineswegs negativ gemeint, denn Red Dead Redemption ist abwechslungsreich in Szene gesetzt. Nicht unschuldig daran ist die gut getroffene Darstellung der verschiedenen Areale samt passender Wettereffekte. Ob ewig weite Steppen, tiefe Canyons, Felder, Flüsse und Seen - alles wirkt stimmig. Und staubig. Selbiger fliegt regelmäßig durch die Lüfte, was der Authentizität zugutekommt.

red_dead_redemption_18Neben den Hauptmissionen, welche die Story vorantreiben, kann man auch Nebenmissionen bestreiten. Hier hilft man den Bewohnern entlaufene Pferde einzufangen, beschützt eine Lady vor nahenden Banditen usw. Dass diese Aufgaben zur Sucht werden, merkte ich bald. Abgesehen von der Abwechslung und dem Spaß am Beenden selbiger Aufgaben erhält man bei Erfolg Knete, Ruhm und Ehre. Mit dem Geld lassen sich gesundheitsfördernde Tränke kaufen, verschiedenste Utensilien, die einem das Leben im Wilden Westen leichter machen und neue Schießeisen. Als wenn das noch nicht genug wäre, ist es möglich, sich über Jobs den Geldbeutel aufzubessern: Wilde Pferde zureiten, Kräuter sammeln, Tiere häuten, Nachtwache schieben, per Steckbrief gesuchte Banditen finden - tot oder lebendig. Mit ausreichend Ruhm und Ehre verbessern sich die Jobmöglichkeiten.

Verstößt man gegen das Gesetz, steigt je nach Schwere des Vergehens das eigene Kopfgeld und man wird in diversen Ortschaften mit Bleikugeln empfangen. Dem kann man entgegenwirken, indem man seinen Namen reinwäscht - gegen Bares versteht sich. Alternativ greift ihr auf ein Begnadigungsschreiben zurück oder bringt die Zeugen mit einer Kugel im Kopf zum Schweigen. Wem das alles zuviel ist, der erholt sich in Minispielen wie z. B. Pokern, Würfeln, Five Finger Stitch, Hufeisen werfen.

red_dead_redemption_33Das gängigste Fortbewegungsmittel in Red Dead Redemption ist das Pferd, von dem es mehrere Klassen gibt. Mit der Zeit erfährt dieses einen Leistungsschub und kann länger im Sprint ausharren. Mit Pfeifen könnt ihr euer Reittier jederzeit herbeirufen. Die Steuerung von Pferd, Mensch oder Kutsche ist gelungen. Schnell entwickelt man ein Gefühl, bewegt sich gewandt durch das Terrain und wird bald mit dem ersten malerischen Sonnenuntergang in New Austin belohnt.

Die Auswahl der Waffen gestaltet sich komfortabler als in GTA 4. Per Tastendruck öffnet sich ein kreisförmiges Schnellauswahl-Menü. Eine Begrenzung gibt es nicht. Neben Pistolen und Gewehren erhält man später ein Lasso. Damit lassen sich wilde Pferde einfangen und anschließend zureiten. Auch entflohene Verbrecher können so gefangen, gefesselt und via Pferd abtransportiert werden. Ab und an wird man zum Duell herausgefordert. Hier kommt die Dead Eye Funktion zugute, eine Art Bullet Time Modus. Diese Funktion fand bereits in Red Dead Revolver Verwendung. Besonders bei zu vielen Gegnerscharen hilft er ungemein.

red_dead_redemption_35Auch der letzte Leser dürfte begriffen haben, wie umfangreich Red Dead Redemption ist. Mit dem Vorgänger hat dieser Titel nichts mehr gemein. Schade nur, dass toughe Cowboys offenbar nicht schwimmen können. Bereits kleinste Pfützen führen zum Ableben. Im Gegenzug bekommt man ein besseres Speicher- und Reisesystem serviert. Außerhalb von Ortschaften schlagt ihr ein Camp auf, speichert, schlüpft in andere Kostüme oder beamt euch zu Orten. Nicht der authentischste Weg im Wilden Westen, jedoch der günstigste - Postkutsche und Zugfahren kostet nämlich Geld. Weiterhin kann man natürlich in seinem eigenen Unterschlupf speichern bzw. in neu erworbenen Hütten.

red_dead_redemption_31Rockstars eigene RAGE-Engine wirkt dank des generell helleren Settings besser bzw. freundlicher als in GTA 4. Sonnenuntergänge, Reiten bei Nacht unter dem Sternenhimmel, Regen, der die Mattscheibe bedeckt, sobald man nach oben schaut und Schnee. All das bekommt man nach dem Zufallsprinzip geboten, Tag- und Nachtwechsel natürlich außen vor. Die Hauptcharaktere können optisch wie akustisch überzeugen. Nebenrollen werden nicht so detailreich wie die Hauptdarsteller gezeigt, gefallen trotzdem.

Rockstar typisch besitzt der Titel ausschließlich englische Sprachausgabe, welche auf Wunsch mit deutschen Untertiteln versehen wird. Gerade bei einem Wild West Titel gibt es nichts Besseres als den originalen Cowboy Slang. Eine deutsche Synchro - als Alternative - wäre dennoch fein gewesen. Mitlesen während brenzligen Situationen hat schon bei GTA nicht funktioniert, außerdem erscheint die Schrift in manchen Situationen schlecht lesbar.

red_dead_redemption_41Plötzlich in der Ferne aufpoppende Objekte und Texturen, gibt es auch in Red Dead Redemption. Das liegt an der verwendeten Engine, hält sich zum Glück aber in Grenzen. Die Xbox 360 Version läuft übrigens in einer höheren Auflösung und mit mehr Frames als die PlayStation 3 Fassung. Im Netz kursieren genügend Vergleichsbilder umher, teilweise ist der höhere Detailgrad der Xbox gegenüber der PlayStation Version erschreckend. Wir können euch aber beruhigen, ohne direkten Vergleich fallen die Unterschiede nicht auf. Die Soundkulisse ist gelungen: Nachts heulen die Wölfe, Geier und Krähen krächzen, die Hufen des vierbeinigen Untersatzes schlagen Kerben in sandige Wege und Felder, während wir das Wiehern und Schnaufen wahrnehmen. Begleitet wird dies von einem idyllischen und absolut unaufdringlichen Soundtrack, der bei entsprechender Action an Fahrt und Dramatik gewinnt. Genial.

Wer vom Einzelspieler genug haben sollte, was angesichts der vielen Möglichkeiten seine Zeit dauern dürfte, darf online im Multiplayer auf Banditenjagd gehen. Mit bis zu sieben Freunden kann man gemeinsam in einer Posse die Orte unsicher machen, Verstecke von Banditen ausheben und Erfahrungspunkte sammeln und aufleveln. Daneben gibt es die obligatorischen (Team) Deathmatch und Capture the Flag (Goldsack) Modi, wobei der Fokus klar auf den Kooperationspart im freien Modus liegt.

red_dead_redemption_7Es dauerte zwar etwas länger, dafür kann sich das Endprodukt sehen lassen. Für knapp 35 Euro bekommt der Käufer neben dem Hauptspiel Red Dead Redemption alle kostenpflichtigen als auch kostenlosen Download-Inhalte mitgeliefert. Darüber hinaus liegt auf einer zweiten Disk (Xbox 360-Fassung)  Undead Nightmare bei. Bei der PS3-Fassung befinden sich alle Inhalte auf einer Blu-ray.

Die ohne das Hauptspiel lauffähige Zombie-Erweiterung spielt sich erfrischend anders, legt dabei den Fokus auf Action und Atmosphäre: Tote steigen aus ihren Gräbern, Gruppen von Überlebenden sammeln sich in Städten und Siedlungen. Angst und Panik machen sich breit. Schön auch, dass Undead Nightmare komplett ungeschnitten daher kommt. Trotz platzender Köpfe und diverser Nahkampf-Kills. Der zugehörige Multiplayer-Modus rundet das Produkt gelungen ab. Nachfolgend alle Inhalte der Red Dead Redemption: Game of the Year Edition aufgelistet:

-Red Dead Redemption mit dem brandneuen Hardcore-Einzelspieler-Modus
-Undead Nightmare inkl. Multiplayer-Modus
-Das Legenden und Schurken-Multiplayer-Paket
-Das Lügner und Betrüger-Paket
-Das Jagd- und Handels-Outfit-Paket
-Das Koop-Missions-Paket Outlaws bis zum Schluss
-Die Vorbesteller-Bonusinhalte (das Eiskalter-Revolverheld-Outfit, das Streitross und die Goldenen Schießeisen)
-Das Banden-Versteck Solomon‘s Folly für den Einzelspieler-Modus mit Herausforderungen
-Das kürzlich veröffentlichte Helden und Außenseiter-Bonus-Paket




Alexis meint:

Alexis

Cowboy-Herz was willst du mehr? Mit Red Dead Redemption beweisen Rockstar weiterhin, dass sie nicht umsonst als Meister und Erfinder der Open World Games gelten. Über die Monate, in denen wir mit Bildern und Videos gefüttert wurden, wuchs die Neugier und Vorfreude auf Red Dead Redemption ins Unermessliche. Letztendlich bekommen wir genau den Kracher serviert, den wir uns anhand der Bilder und Videos ausmalten. On- wie Offline dürfte man jedenfalls lange Zeit seinen Spaß mit dem Spiel haben. Pflichtkauf!

Positiv

  • Preis-/Leistungsverhältnis
  • Inkl. Undead Nightmare
  • Umfang, Umsetzung, Story

Negativ

  • Cowboys und Wasser vertragen sich nicht
  • Keine dt. Synchro

Stefan meint:

Stefan
Mit Red Dead Redemption haben wir aktuell sicherlich das beste Wildwest Spiel der hiesigen Konsolengeneration auf dem Tisch. Eine riesige, abwechslungsreiche, offene Welt, welche für etliche Stunden Spielspaß sorgen wird. Möchte man der Einsamkeit John Marstons entfliehen warten zudem viele Multiplayer-Modi auf euch. Von daher gibt es auch von mir beide Daumen nach oben.

Daniel meint:

Daniel

Cowboy-Fans und Liebhaber von Open World-Spielen sollten sich die allumfassende Game of the Year Edition von Red Dead Redemption auf keinen Fall entgehen lassen. Das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt, der Umfang ebenso. Wer sich an Halloween gruseln möchte, findet mit Red Dead Redemption: Undead Nightmare das perfekte Spiel. Happy Zombie Hunting!

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Forum
  • von Chefspakken:

    Sagt mal, gabs für das Game gar kein deutsches Lösungsbuch ? Nur englisch ?

  • von Mistercinema:

    Habe irgendwie noch: - reite die 3 Rassen zu - bringe das Spiel auf 100% - fast alle Karten/Würfelerfolge und ein paar weitere im SP. MP... ja das wäre doch cool da mal wieder eine XG-Runde aufzumachen, für ein paar MP-Erfolge und schöne Stunden Gestern aufgefallen, wie verwöhnt wir...

  • von Nognir:

    Mistercinema schrieb: Dabei noch gesehen, dass ich nur 35/90 Erfolgen habe. Müsste ich ja glatt noch mal ran! M.C. Wenn du die Onlineerfolge noch machen möchtest, dann wär ich sogar dabei ...

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