Virtua Fighter 5 im Test

PlayStation3

Im Jahre 1993 erblickte Virtua Fighter erstmals das Licht der Welt und begründete ein neues Genre - Das 3D Beat‘em Up. Was einst auf dem von SEGA und Lockheed Martin entwickelten Model 1 Board begann, setzte sich auf verschiedenen Platinen und Konsolen fort - Stets mit wegweisender Optik und einem unschlagbaren Gameplay. Part 5 feierte 2006 auf der Lindbergh-Hardware in verrauchten japanischen Spielhallen Premiere und präsentiert sich jetzt auf der PlayStation 3 erstmals teutonischen Handkantenakrobaten.

Virtua_Fighter_5_102Das fünfte World Fighting Tournament lädt ein! Die 17 besten Kämpfer unterschiedlichster Disziplinen wollen in einem ultimativen Showdown ermitteln, wer der stärkste Fighter der Erde ist. Körper, Geist und Seele müssen eine perfekte Symbiose bilden, um in diesem Turnier die nächste Runde zu erreichen. Hinter der Meisterschaft steckt die geheimnisumwitterte J6-Organisation, die jedoch alles andere als sportliche Ziele verfolgt. Um die Weltherrschaft zu erlangen, benötigt J6 die ultimative Kampfmaschine - Dural! Dieser Cyborg will mit den Kampfdaten der Wettstreiter gefüttert werden - und stellt sich als V-Dural dem finalen Champion.

J6 erinnert euch frappierend an die Mishima Zaibatsu? Keine Sorge, etwaige Story-Parallelen sind das einzige, was Virtua Fighter mit der Tekken-Konkurrenz teilt, denn spielerisch trennen die Games Welten. Während Namco Grünschnäbel und Fortgeschrittene durch sein leichtgängiges Gameplay (»Easy to learn, hard to master«) gleichermaßen anspricht, richtet sich Virtua Fighter ausschließlich an knallharte Profis. Dem entsprechend gelang es VF auch nur im Beat‘em Up verrückten Japan zur Ikone aufzusteigen, in der westlichen Hemisphäre kam das Sega-Original nie über den Kult-Status hinaus. So gestaltet sich das Spielsystem wie eine Wissenschaft: Auf jeden Schlag folgt der passende Konter, die Move-Paletten des bewusst klein gehaltenen Fighter-Portfolios sind ebenso umfangreich wie ausgeglichen.

Virtua_Fighter_5_120Wenn ein Bemu das Prädikat »Kampfsportsimulation« verdient - dann Virtua Fighter! Spielerisch kratzt die Serie spätestens seit Teil 3 am Rande der Perfektion, so finden sich im direkten Vergleich zu Virtua Fighter 4 auch nur kosmetische Änderungen im Gameplay. Kleinere und leichtere Charaktere ziehen etwas mehr von der gegnerischen Energieleiste ab, wohingegen dickere Brocken mehr Schläge benötigen, um ihren Kontrahenten zu flockigem Brei zu verarbeiten. Die Wurfgeschwindigkeit wurde verringert, von acht auf zwölf Frames, im Gegenzug feiern die aus Virtua Fighter 3 (TB) bekannten »Instant Throws« ihr Revival. Zur Kämpferriege gesellen sich zwei Neuzugänge. »Lucha Libre«-Wrestler El Blaze erinnert optisch an Rey Mysterio und will sich mit Wolf Hawkfield messen, während sich Eileen mit ihrem Idol Pai anlegt. Der Jungspund beherrscht Monkey Kung Fu, das Kenner bereits aus diversen Martial Arts-Streifen kennen.

Während Arcade und Training wie immer dem Genre-Standard entsprechen, bildet der Quest-Mode erneut den Mittelpunkt des Geschehens. Hier klappert ihr auf einer Karte unterschiedliche Spielhallen ab und messt euch mit KI-Dummys real existierender Spieler. Letztere wurden auf japanischen VF4-Turnieren ermittelt, anschließend deren individuelle Taktiken und Präferenzen auf Disc verewigt. So finden sich virtuelle Widersacher in den Schwierigkeitsstufen Kyu bis Dan, dich sich euch in verschiedenen K.O.-Turnieren stellen. Vor allem die späteren Meisterschaften fordern genaue Konzentration und routiniertes Können, euer Gegner merkt sich wie ihr bevorzugt angreift und versteht darauf entsprechend zu reagieren, gleichzeitig analysiert er kühl eure Deckung nach Schwachpunkten. Für hart erkämpfte Siege winkt Bares, das ihr in Klamotten und Accessoires für euren Boxstall aufwendet. Einen waschechten Online-Modus enthält die Blu-ray-Disc im Übrigen nicht. Dieser wär bei einem hochpräzisen Beat‘em Up wie VF5, wo eine Milisekunden genaue Eingabe über Sieg und Niederlage entscheidet, auch kaum realisierbar.

Virtua_Fighter_5_98Technisch hat SEGA mit der fünften Virtua Fighter-Inkarnation ein Meisterwerk abgeliefert. In messerscharfen 1080p erkennt der Spieler jede schweißgetränkte Pore, jede Muskelsehne, die feine Struktur der Textilien. Jede Pose nach einem gewonnenen Kampf wird so zum cineastischen Hochgenuss. Abgerundet werden die fotorealistischen Kämpfer von lebensechten Animationen und aufwändig bebauten Stages. Besitzer eines betagteren TVs schauen jedoch sprichwörtlich in die Röhre: Hier wirkt Virtua Fighter 5 nur minder hübscher als sein PlayStation 2-Vorgänger.





Kai meint:

Kai

Kränkelte SEGA in jüngster Vergangenheit vermehrt unter einem durchschnittlichen Lineup, Virtua Fighter 5 wird die Kritiker zum Schweigen bringen. Der Tokioter Traditionsentwickler schaffte es das grandiose Virtua Fighter 4: Evolution um weitere spielerische Facetten zu ergänzen. Die legendäre K.I. des Quest-Mode wurde weiter verbessert und verfeinert. Verpackt wird die anspruchsvolle Hau-drauf-Action in einer absoluten Sahneoptik, die zeigt, was wirklich in Sonys neuem Flaggschiff steckt. Definitiv der beste Launch-Titel der PlayStation 3!

Positiv

  • Imposante Optik
  • Perfektes Gameplay
  • Hohe Langzeitmotivation

Negativ

  • Nichts für Gelegenheitsspieler
Userwertung
8.0 9 Stimmen
Wertung abgeben:
8.0
senden
Forum
  • von Retrorunner:

    Interessante Fan-Doku über VF 1,2: *untertitel aktivieren* Teil 3 folgt....

  • von khaos:

    Dann ist jetzt endlich die Gelegenheit die Gewohnheiten zu ändern (Gibt im 5er übrigens auch Kämpfer, die auch ohne ein langes Studium ein paar nette Moves und Combos raushauen können)...

  • von wahrheit:

    Wollte mir das Spiel mal besorgen, aber da ich ein Button Smasher bin, werde ich da wohl nicht weit kommen.

Insgesamt 1204 Beiträge, diskutiere mit
Mehr zum Thema