Ridge Racer Revolution im Test

PlayStation1

Der 3. Dezember 1994 war für japanische Videospieler ein denkwürdiger Tag. Es war das Releasedatum der PlayStation, die wie der Sega Saturn (22. November 1994) den Startschuss für eine neue Generation von Spielen gab. Bitmaps waren Geschichte. Polygone standen an der Tagesordnung und wilde Ausflüge in die dritte Dimension ließen Käufer glauben, einen eigenen Spielautomaten gekauft zu haben. So war der Pflichttitel für die PSX auch gleich der Spielhallenkracher Ridge Racer aus dem Hause Namco. Dank wegweisender Grafik und perfektem Arcadefeeling war er am Erfolg der ersten Sony Konsole maßgeblich beteiligt. Schon kurze Zeit später schickte Namco ein Update hinterher, um neue Features beizusteuern und alte Fehler auszumerzen.

Ridge_Racer_Revolution_1Der Name für das Racer-Update ist mehr als kontrovers, wird auf der Verpackung doch die "Revolution" versprochen. Beim Öffnen der Discverpackung kommt das erste nette Gadget zum Vorschein: 17 coole Sticker für die doch ziemlich graue Memorycard, was  bei Freunden sicher Eindruck hinterlässt (höhö!).

Beim Starten der Konsole kommt die erste Ernüchterung: Arcademodus, Time Trail und der Freerun zeugen nicht von einer Revolution. Auch die Auswahl der Fahrzeuge ist zum Start mit nur vier bekannten Vehikeln begrenzt, die sich alle in Anfahrt, maximaler Geschwindigkeit, Handling und Grip unterscheiden. Wie aus dem Vorgänger bekannt, steht wieder ’’nur’’ eine Strecke zur Auswahl, die in den Spielvarianten Novice, Intermediate und Experte dem Schwierigkeitsgrad angepasst wurde. Zum Start jedes Rennen ist der Spieler am hintersten Ende des Feldes und muss mit waghalsigen Manövern versuchen, als Erster durchs Ziel zu kommen.

Erschwert wird die ganze Sache dadurch, dass die Strecke in Sektoren eingeteilt ist, die jedes Mal ein Zeitlimit mit sich bringen. Schafft es der Spieler mit seinem hochgezüchteten Staubsauger (Thema Sound) den Checkpoint vor Auslaufen des Zeitlimits zu erreichen, wird ihm die übrig gebliebene Zeit gutgeschrieben, was das Weiterkommen doch sehr erleichtert. Um das ganze Feld im Staub stehen zu lassen, sind zwei Dinge von großer Wichtigkeit: Streckenkenntnis und die Kunst des Driftens! Wenn ihr beides nicht drauf habt, werdet ihr schnell merken, dass ihr mit euren Golf-Fahrkenntnissen nicht weit kommen werdet.

Das Driften ist ganz besonders bei den ersten Ridge Racer-Games eine wahre Kunst: Schneidet man die Kurve zu früh, knallt man gegen die Bande. Driftet man zu spät, ist Geschwindigkeitsverlust vorprogrammiert. So simpel die Arcaderaserei für manche wirkt, gerade Ridge Racer ist eines der Spiele, die viel Übung verlangen.

Ridge_Racer_Revolution_5Ist man nach gnadenlosen Fights gegen die Konkurrenz doch als Erster über die Ziellinie gekommen, kann man seine Erfolge / Bestzeiten auf der Memorycard speichern. Habt ihr nach viel Übung und so manchen Wutausbrüchen alle drei Rennen bestanden, schaltet ihr die rückwärts befahrbaren Strecken frei. Dazu kommt noch das bei der Wahl der Autos auch noch das Geschwindigkeitslevel (Type S, R, X, Z) zur freien Verfügung steht.

Die Grafik wurde im Vergleich zum Erstling aufgepeppt und beeindruckte mit farbenfrohen Texturen und einem gelungenen Geschwindigkeitsgefühl (30fps). Der Preis des Ganzen: Pop-Ups der übelsten Sorte! Schon nach dem Start (wenn ihr durch den ersten Tunnel gefahren seid und einen schönen Ausblick auf einen atmosphärischen Strand habt) ploppt aus heiterem Himmel einfach ein ganzer Hotelkomplex ins Bild. Dieses technische Manko trifft man auf vielen Strecken an und es schmälert die ansonsten famose Präsentation.

Trotz der Erkenntnis, dass nur eine Strecke vorhanden ist, wurde sie grafisch äußerst abwechslungsreich gestaltet. So durchfahrt ihr Tunnelpassagen, Canyonabschnitte und der Ridge Racer-typische idyllische Strand darf auch nicht fehlen. Der Motorensound eurer digitalen Schleuder hört sich beim Wegschalten des Soundtracks so an, als hättet ihr Mamas Staubsauger aufgemotzt und dreht damit jetzt ein paar Runden auf dem Asphalt. Das wird mit dem unterhaltsamen Soundtrack der Sparte Techno / Drum’n Base aber gekonnt kaschiert.




Dominic meint:

Dominic

Das erste Video von Ridge Racer war für mich anno 1995 der Playstation Kaufgrund. Meine Erwartung an die Revolution Version war dementsprechend hoch. Doch schon zu Anfang war ich von den mickrigen Änderungen sehr enttäuscht. Trotz verändertem Soundtrack, dem Hinzukommen eines Rückspiegels, neuer freischaltbarer Autos und Strecken, dem Zwei-Spielermodus (nur über Linkkabel) und der Unterstützung des Namco NeGcon Controllers hatte ich mir mehr erhofft. In meinen Augen blieb die Revolution zwischen den Pop Ups kleben und der damals hoch angepriesene Linkmodus erwies sich als Rohrkrepierer. Nichtsdestotrotz ist Ridge Racer Revolution ein nettes Update, welches auf die Stärken des Vorgängers baut und Fans heute noch das gibt, was sie suchen.

Positiv

  • Arcadefeeling pur!
  • Pfeilschnelle Grafik
  • Multiplayer im Linksystem

Negativ

  • Pop Ups der übelsten Sorte
  • Hammerharter Schwierigkeitsgrad
  • Wenige Änderungen zum Vorgänger
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8.5 34 Stimmen
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Forum
  • von Nognir:

    habs leider nie gespielt. Hatte nur eine Demo auf einer Disc vom offiziellen PlayStation Magazin von Ridge Racer 3. War mein erster Kontakt mit der Reihe überhaupt. Ziemlich schändlich für mich als Racingfan.

  • von system64:

    Objektiv betrachtet haben die ersten beiden Ridge Racer-Spiele aus heutiger Sicht wohl nicht mehr viel zu bieten. Aber die Geschwindigkeit, das kurvenreiche Streckendesign und vor allem der hammergeile Soundtrack reizen mich dann doch immer wieder mal zu einer Runde. Das Driftsystem hab ich auch nie...

  • von CD-i:

    Symer schrieb: der teilabschnitt, wo man umgeben ist von dem meer und seitlich palmen zu sehen sind, gibt mir jedesmal urlaubsgefühle. auch jahre später empfinde ich noch so. Geht mir genauso ...

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