Pokemon Mystery Dungeon: Team Rot / Blau im Test

GameBoy AdvanceNintendo DS

Fortsetzungen regieren in den letzten Jahren die Videospiele-Welt, wieso sollte da ausgerechnet Nintendo aus der Reihe tanzen? Außerdem - solange die Nachfolger nur besser sind als ihre Vorgänger, gibt es ja nichts zu mosern, oder?

Pokemon_Mystery_Dungeon_Team_Blau_11Diesmal erwischte es erneut die Pokémon. Auch wenn die Pocket Monsters ihre besten Tage vermutlich schon hinter sich haben, so sind sie dennoch immer noch ein Garant für gute Verkaufszahlen. Nachdem sich in den letzten Teilen leider reichlich wenig in Sachen Umgestaltung und Innovation tat, gibt sich Nintendo jetzt beim vorliegenden Pokémon Mystery Dungeon etwas mehr Mühe. Zumindest war dies mein erster Eindruck.

Denn statt abermals in die Haut eines menschlichen Züchters zu schlüpfen, durchwandert ihr die gewohnt farbenfrohe Welt in Form eines Pokémon. Dieses wird über einige Fragen zu Beginn des Spiels erst festgelegt, so dass ihr anschließend abhängig von euren Antworten als kleiner Fratz durch die Wildnis taumelt.

Allerdings war das nicht immer so, denn im Prinzip wurde euer Charakter nur von einem Jungen mysteriöserweise in ein Pokémon verwandelt. Also geht es frisch ans Werk, um herauszufinden, wer oder was sich für diese Mutation verantwortlich zeichnet. Die Frage nach dem eigenen Ich, ein Klassiker unter den Videospiel-Storylines. Im Spiel lernt das Spieler-Pokemon bald ein von euch zu bestimmendes Partner-Pokémon kennen, dass künftig in Sachen Rat und Tat zur Seite steht. Ob Elektroratte Pikachu oder Schildkröte Shiggy, bleibt allein eurem Wunsch überlassen.

Anders als früher frönt ihr hier zudem nicht mehr einem übersteigerten Ego (»Ich will der Beste sein«), sondern helft mit sozialer Einstellung in Not geratenen Pokémon. Meist verrannten sich die Bewohner der Fantasywelt in irgendeinem Dungeon, wurden eingekerkert oder benötigten Geleitschutz, was jetzt euch als Rettungsteam auf den Plan ruft.

Pokemon_Mystery_Dungeon_Team_Blau_2Zentraler Ausgangspunkte und gleichzeitig Speicherort ist dabei die Unterkunft des Teams, wohin ihr nach erfolgreicher Arbeit zurückkehrt und weitere Aufträge aus dem Briefkasten fischt. Zudem lassen sich im umliegenden Dorf neben Small Talk auch in den lokalen Shops Geschäfte abwickeln, wie etwa der Kauf oder Verkauf von Items oder aber die Geldanlage bei der hiesigen Bank.

Seid ihr anschließend gerüstet, geht es in den Dungeon. Diese variieren zwar in Form und Farbe, trotzdem bleibt die Abwechslung aufgrund der ewig gleichen Vorgehensweise auf der Strecke. Die stetig respawnenden (wiederauftauchenden) Gegner tun dazu ihr Übriges. Mir wurden die nach dem Etagen-Prinzip aufgebauten und von oben nach unten zu durchwandernden Kerkern schnell langweilig. Zumal ihr durch die von besiegten Feinde erhaltenen Erfahrungspunkte flott im Level aufsteigt und kräftig austeilt. Geratet ihr schließlich wider Erwarten in schwere Not, beispielsweise bei einem der Endgegner, so könnt ihr via SOS-Nachricht auch selbst um Hilfe von der Oberfläche bitten. Oft eilen befreundete Pokémon herbei und schicken ihrerseits wertvolle Items zur Lösung der Krise.

Das Spiel ist übrigens in der blauen Edition nur für den Nintendo DS erhältlich, während die rote Version den GBA-Gamern vorbehalten bleibt. Über Passwörter lassen sich Items zwischen den Ausführungen austauschen und wer beide Varianten besitzt, kann neben einem Duell im Dojo auch zur Rettung der jeweils anderen Teams aufbrechen. Immerhin ist Nintendo ehrlich und beschreibt die verschiedenen Ausgaben auf dem Packungstext als von nahezu identischem Inhalt, was so ja den Tatsachen entspricht.

Technisch war man sich ebenso ein Vorbild, hierbei allerdings der in Ehren ergraute GBA dem Nintendo DS. Folglich dürfte sich mein NDS etwas unterfordert fühlen. Denn wie die rote Edition beweist, kann auch ein schmalbrüstiger GBA dieses Gewicht problemlos stemmen. Die farbenfrohe Grafik wirkt daher liebevoll, kommt aber mit spärlichen Animationen und wenigen Details. Wer den Stil früherer 16-Bit Rollenspiele mochte, wird sich damit anfreunden können. Und auf dem GBA sieht das Ganze ja sehr ordentlich aus.




Sebastian meint:

Sebastian

Pokemon Mystery Dungeon Blau bleibt für mich im innovativen Ansatz stecken. Der Spielablauf bietet mir als erfahrenen Spieler zu wenig Abwechslung. Darüber hinaus enttäuschten mich Optik und Sound auf dem Nintendo DS. Nur für echte Pokémon Fans!

Positiv

  • Neues Futter für Pokemon Fans
  • Innovativer Ansatz
  • Gute deutsche Übersetzung

Negativ

  • Präsentation auf GBA-Niveau
  • Spielverlauf abwechslungsarm
Userwertung
9.2 6 Stimmen
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Forum
  • von Civilisation:

    Sebastian hat sich in ein Pokemon verwandelt, um Pokemon Mystery Dungeon zu testen. Seine Meinung zum Spiel? Ist im folgenden Test zu finden. Pokemon Mystery Dungeon: Team Rot / Blau Fortsetzungen regieren in den letzten Jahren die Videospiele-Welt, wieso sollte da ausgerechnet...

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