Ab durch die Hecke im Test

Nintendo DS

Meist ist es mit Software für Kinder immer so eine Sache. Entweder es scheitert an Details, wie etwa Spiele für 6 Jährige nur in Englisch zu veröffentlichen, oder aber man meint jüngere Zocker einfach mit billigem Softwaremüll abspeisen zu können. Von beiden Arten hatten wir in den letzten Jahren wahrlich genügend Kandidaten im Testcheck, doch gibt es ja bekanntlich auch rühmliche Ausnahmen. Ob Ab durch die Hecke da positiv herausstechen kann?

Ab_durch_die_Hecke_1Kinofreunde hörten garantiert bereits vom aktuellen Dreamworks Film, in dem sich die eingeschworene Tierwelt einer Vorstadtgegend gegen umweltzerstörerische Menschen verbündet. Publisher Activision schnappte sich den vielversprechenden Titel und lässt uns jetzt das Abenteuer der tierischen Helden auf dem DS nachspielen, im Visier dabei vor allem eben die oben schon erwähnte jüngere Spielergemeinde.

Storytechnisch hakt das Spiel kurz nach dem Film ein. Die gierige Gladys Sharp will ein kleines Wäldchen am Stadtrand niederreißen lassen, um dieses Gelände dort mit Beton zu überziehen. Doch sie machte die Rechnung ohne die dortigen Bewohner gemacht. Diese zehren noch von ihrem Jura-Studium in Yale und beschließen bedrohte Tierkollegen in den Wald zu holen, so dass die Bauarbeiten aufgrund der Tierschutzgesetze eingestellt werden müssen. Wie gerissen ...

Allerdings wollen die animalischen Kollegen nicht freiwillig in euer Wäldchen kommen, weshalb etwas Action von eurer Seite gefragt ist. Abwechselnd spielt ihr dabei mit Waschbär Ritchie, der tapsigen Schildkröte Verne und Eichhörnchen Hammy. Der Weg führt euch durch gute 20 Levels ähnlichen Schemas, die aber komplett in einer ansehnlichen 3D Grafik gehalten wurden. Meist dreht sich euer Auftrag darum irgendwelche Items unbemerkt zu entwenden, wie beispielsweise Zündkerzen aus den Bulldozern um deren Einsatz am nächsten Morgen zu verhindern. Gefragt sind hier neben etwas Geschick im Umgang mit der Steuerung auch Geduld, wenn es etwa gilt an einem Wachhund vorbeizuschleichen.

Dazu setzt man noch die Spezialfähigkeiten der Heldentruppe ein. Schildkröte Verne verkrümelt sich beispielsweise in seinen Panzer, um feindlicher Entdeckung zu entgehen. Waschbär Richie hingegen legt exzellente kriminelle Energien an den Tag und knackt so ungefähr jedes Schloß im Spiel mühelos und wirft auch schon mal Vernes Schildkrötenpanzer auf weit entfernte Schalter, um ein Weiterkommen zu ermöglichen. Last but not least wäre da noch besagter Freund Hammy, der als Eichhörnchen fit wie ein Turnschuh durch die Gegend saust und höher als alle anderen zu springen vermag.

Ab_durch_die_Hecke_4Etwas schade fand ich das man vom Vorteil der Perspektive keinen so großen Nutzen zog. So ein Menschenheim mit den Augen eines Tieres zu erkunden wäre eine nette Sache, stellt sich hier allerdings recht bieder und langweilig dar. Da nahezu alle Türen meist verschlossen sind und die ansonsten schicke 3D Grafik mit Details geizt. Eventuell war technisch einfach (noch) nicht mehr drin. Abgesehen davon fängt die Darstellung hingegen die Stimmung des Filmes ein und überzeugt durch schöne Animationen und eine vor allem flüssige 3D-Engine. Dabei wird das Geschehen nicht nur oben in 3D präsentiert, sondern auf dem unteren Screen selbst noch einmal aus der Vogelperspektive zwecks besserer Übersicht. Damit setzt man zwar keine neuen Maßstäbe, für ein Lizenzspiel überraschte mich die gute Arbeit von Entwickler Vicarious Visions aber fast ein wenig. Da ist man sonst vollkommen andere Kaliber gewöhnt.

Doch für mich alten Nörgler findet sich glücklicherweise auch noch etwas zum Kritisieren. Im weiteren Spielverlauf erwies sich das Herumtragen von Items nämlich oftmals als recht lästig. Oft müsst ihr einfach Gegenstand A nach Ort B tragen, um es dort einzusetzen. Mühsam schultert ihr also Besagtes (immer nur eines zur gleichen Zeit) und watschelt langsam Richtung Ziel. Leider ziehen sich manche Wege schon ein klein wenig, und wenn man noch ein Zweites Items heranschaffen soll, macht sich flott Unmut breit.

Auch der Glanz der nach den ersten beiden Missionen präsentierten Full-Motion-Videos verblasst im Nachhinein etwas, da man euch nach dieser kurzen, hervorragenden Einlage zwischen den Levels nur noch Standbilder kredenzt. Übrigens verfügt das Modul ebenfalls über einen Multiplayermodus, der seinen Namen aber kaum wert ist. Zwei Spieler dürfen hier nämlich um die Wette Nahrung aus Häusern ...sagen wir »entwenden«... und sich bei entsprechender Menge als größter Nahrungssammler prämieren lassen. Mehr wie einmal werdet ihr da womöglich nicht reinschauen.




Sebastian meint:

Sebastian

Ich erwartete ein weiteres belangloses 08/15 Lizenzspiel, wurde aber positiv überrascht. Dabei schöpfte man unverständlicherweise nicht einmal das komplette Potenzial des Titels ausgeschöpft, mit etwas mehr Feintuning wäre durchaus noch eine höhere Wertung dringewesen. Wer ein Geschenk für seinen kleinen Bruder braucht, kann trotzdem zugreifen, zumal auch der Schwierigkeitsgrad dem Spielgeschick jüngerer Gamer angepasst wurde. Und eventuell wirft ja das ältere Geschwister ebenso einen Blick rein ...

Positiv

  • Flüssige Darstellung

Negativ

  • Herumtragen von Items ist lästig
  • Multiplayermodus seinen Namen nicht wirklich wert
Userwertung
1.5 1 Stimmen
Wertung abgeben:
1.5
senden
Forum
  • von Civilisation:

    Danke für den Hinweis, ist korrigiert.

  • von Azazel:

    Oben im Rahmen steht "etrian Odysee"...passt ja nicht oder?

  • von Civilisation:

    Nachdem die Tiere bereits auf dem GBA ihr Abenteuer erleben durften, kamen sie auch auf dem DS an die Reihe. Wie üblich hat Sebastian den Test gemacht. Ab durch die Hecke Meist ist es mit Software für Kinder immer so eine Sache. Entweder es scheitert an Details, wie etwa Spiele...

Insgesamt 2 Beiträge, diskutiere mit
Mehr zum Thema