Top Gear Rally im Test

Nintendo 64
Auf Nintendos 64-Bit Konsole gibt es ja reichlich Fun-Racer á la Mario Kart, aber im Softwareangebot einer Konsole dürfen natürlich auch keine Racing- Simulationen fehlen. Diese Beschreibung passt genau auf Kemcos Top Gear Rally. Bei TPG handelt es sich nämlich um eine knallharte Simulation, mit recht realistischem Fahrverhalten.

Zu Beginn hat man erst mal die Auswahl zwischen 4 verschiedenen Spieloptionen: Time Attack, Practice, Arcade und Championship. Beim Time Attack - Modus hat man die Möglichkeit gegen seine Bestzeit in Form eines Ghost Cars zu fahren und so zu versuchen stetig seinen Rundenrekord zu verbessern. Im Practice- bzw. Arcade-Modus stellt man sich einem menschlichen Gegner oder dem Computer gegenüber und versucht möglichst als erster die Checkpoints zu erreichen. Hierbei kann man auf die verschiedensten Wetterbedingungen, Strecken und Autos zurückgreifen, die man wiederum im Championship-Mode freigespielt hat.


Da sind wir auch schon beim Championship Teil, dem Herzstück des Spiels. Das Ziel hierbei ist es von der 20. Position startend einen möglichst guten Platz zu belegen um weitere Autos und Strecken freizuschalten. Das Unterfangen Aufholjagd gestaltet sich aber durchaus nicht so einfach wie es sich anhört, denn die Autos steuern sich, wie schon erwähnt, extrem simulationslastig. Das hat in der Praxis zu bedeuten, dass sich das Auto wie wild dreht oder unkontrollierbar von der Strecke saust und nicht selten auf dem Dach landet. Hier spreche ich einen der größten Makel von TGR an: die extrem steile Lernkurve. Als Anfänger muss man sich lange gedulden bis man seine Fähigkeiten in dem Spiel soweit geschärft hat, dass man saubere Runden fährt. Besonders die extrem direkte Steuerung verzeiht keinerlei hastiges Einlenken. Darum kommt zu Beginn des Spiels häufig Frust auf, da man nach zig Versuchen immer wieder auf dem Dach landet und das Rennen praktisch von Vorne beginnen darf um noch eine Chance auf Top-Platzierungen zu haben.


Hat man aber erst mal dieses Motivationsloch überwunden, in dem man wirklich starke Nerven beweisen muss, bekommt man ein durchaus spaßiges Spiel geboten. Wie gesagt, diesen Spaß muss man sich aber erst durch hartes Training erarbeiten und nach geraumer Zeit bekommt man ein Gefühl für das Handling der Boliden. Natürlich fährt sich nicht jedes Auto gleich, wobei die Wetterlage auch noch eine große Rolle spielt. So muss man sein Auto genaust auf die Umgebung anpassen. Hierbei stehen dem Fahrer verschiedene Reifen- und Federungstypen zu Verfügung, die man je nach Wetter und Straßenbelag anpassen sollte. Zum Beispiel ist es recht sinnvoll auf vereister Strecke mit möglichstem hohem Grip zu fahren um auch in der engsten Kurven die Bodenhaftung nicht so leicht zu verlieren.


Im Spiel trifft man u.a. auf Asphalt-, Sand- und Erduntergründe und muss sich für Regen, Schnee und Nebel, aber auch für klaren Sonnenschein bereit halten. Neben der Federung und den Reifen hat man auch noch 3 verschiedene Einstellungsmöglichkeiten, wie stark die Lenkung reagiert. Aber bereits auf der trägsten Stufe lenken die Autos verdammt giftig und müssen mit viel Einsatz auf der Straße gehalten werden. Außerdem kann, wie in jeder Rennspielsimulation, entscheiden, ob man auf Automatik oder Handschaltung setzt.


Grafisch kann der Titel jedoch überzeugen: nette gestaltete Automodelle und gelungene Wettereffekte bestechen im Gegensatz zu den texturarmen Umgebungen, die teilweise mit billig anmutenden Bäumen und lieblosen Erdhängen aufwarten. Aber besonders die Schnee und Regeneffekte können sich durchaus sehen lassen. Ein Schadensmodell besitzt das Spiel jedoch nicht, was heißt, dass das Auto sowohl technisch als auch optisch von den Unfällen nicht beeinträchtigt werden.
Wenn der Fahrer durch u.a. einen Dschungel und eine Wüste rast, kann er die Umgebung aus 3 verschiedenen Sichtwinkeln einsehen: Ego-, Cockpit- und 3rd-Person Sicht. Am besten fährt man hier die 3rd-Person Ansicht zu wählen, da man durch die teilweise hektische Lenkung hier die besten Überblick behält.


Den Sound muss man bei Rennspielen teilen, und zwar in Soundtrack und Umgebungs- bzw. Motorgeräusche. Beides kann eigentlich recht gut überzeugen. Die aufjaulenden Motoren und die quietschenden Reifen vermitteln ein gutes Motorsportfeeling und die Hintergrundmusik trifft auch den Geschmack von Rennspielfans. Falls nicht, lassen sich beide Soundelemente unabhängig von einander regeln. Ein nettes Feature des Spiels ist, dass man die Lackierung seines Boliden nach seinen persönlichen Vorlieben einrichten kann und so seine eigene Marke in dem Spiel oder im Duell mit Freunden setzen kann. Gespeichert wird bei dem Spiel teilweise auf dem Modul und auf der Memorycard. Lackierungen werden auf der MC gesichert, wobei Fortschritte im Championship Modus auf dem Modul erhalten bleiben.

Felix meint:

Felix

Top Gear Rally ist hart, es ist extrem hart. Man muss sich wirklich in das Spiel beißen um seine Skills so zu verbessern, dass man es genießen kann. Durch die sehr steile Lernkurve sind Frustmomente aber leider an der Tagesordnung.. Aber wie gesagt, ist man in dem Spiel soweit trainiert, dass man es beherrscht, bekommt man eine feine Rally-Simulation geboten, welche grafisch überzeugen kann. Das Spiel ist also nix für Gelegenheitsspieler, sondern für Racerprofis mit viel Zeit und mit guten Nerven.

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Top Gear Rally Daten
Genre Racing
Spieleranzahl 1 - 2
Regionalcode PAL
Auflösung / Hertz -
Onlinefunktion Ja
Verfügbarkeit seit 1998
Vermarkter Kemco
Wertung 7.1
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