Donkey Kong 64 im Test

Nintendo 64

Donkey Kong 64 von Rare erschien Ende 1999 für Nintendos 64 Bit Konsole. Es war das erste Spiel, welches mit dem Expansion Pak im Bundle ausgeliefert wurde. Donkey Kong ist einer der ältesten Charaktere Nintendos. Mario hatte z. B. seinen ersten Auftritt in dem Videospielautomaten Donkey Kong. Hier war Donkey Kong allerdings noch der Bösewicht, und Mario musste die Prinzessin retten, welche Mr. Kong gefangen hielt. In Rares 3D Jump and Run hält aber der Affe persönlich den Heldentitel.

Donkey-Kong-64-02Auf dem Super Nintendo änderte sich die Rollenverteilung. Donkey Kong wurde Held eines Jump and Run, zusammen mit seinem Sidekick Diddy Kong. Vor allem grafisch war Donkey Kong Country auf Nintendos 16-Bit Konsole ein Meilenstein. Aber auch das Spiel selbst kam gut beim Publikum an, weshalb 2 Fortsetzungen folgten. Außerdem erschien eine Trilogie für den Gameboy namens Donkey Kong Land 1-3. Jahre später portierte Nintendo die Donkey Kong Country Trilogie sogar auf den Gameboy Advance. Aber das ist eine andere Geschichte. Zurück zum 3D Ableger.

Donkey Kong ist also zurück. Allerdings bestreitet er diesen Teil nicht als alleiniger Hauptcharakter, vielmehr wurden ihm weitere Kongs zur Seite gestellt und vier von ihnen nehmen einen ebenso spielentscheidenden Part ein wie Donkey. Diese vier sind Diddy, Chunky, Lanky und Tiny. Darüber hinaus stehen noch Cranky, Funky, Candy und der Geist von Wirnkly Kong bereit, um den Spieler mit nützlichen Tipps und Items zu versorgen. Spielbar sind aber nur die ersten 5 Charaktere. Der Feind hat sich seit SNES Zeiten nicht geändert. Es ist immer noch King K. Rool, ein gichtiges Riesenkrokodil und Herrscher über die Kremlings. Diesmal fährt er mit einer riesigen, schwimmenden Insel vor das friedliche Eiland der Kongs und bedroht dieses mit einer großen Strahlenwaffe. Natürlich müssen die Kongs die Vernichtung ihres Zuhauses verhindern. Mehr gibt es wirklich nicht zur Story zu erzählen. 
 

Donkey-Kong-64-03Auch das gesamte Charakterdesign ist sehr simpel gestrickt. Alle sind letztenendes niedliche Charaktere. Bei einigen passt das, Donkey und Diddy sind Klassiker, Tiny und Chunky sind cool, aber Lanky Kong ist imo ein Totalausfall. Lanky ist einfach ein bekloppter Pavian mit Gummiarmen und Clownshosen ... Aber ansonsten, wie gesagt, befinden sich die meisten Charaktere im grünen Bereich. Besonders gut gelungen finde ich, dass die Kongs nicht zu vermenschlicht wurden und von ihren Bewegungsabläufen, Sounds und Animationen immer noch gut den Affen raushängen lassen.

Über das Gameplay gab es im Vorfeld große Diskussionen. Vielen Leuten passte der Sprung in die 3. Dimension nicht, da sich dadurch das Spielprinzip geändert hätte. Aus einem Spring und Rennspiel sei ein Such und Sammelspiel geworden. Vorweg: Diese Argumentation ist in meinen Augen nur zum Teil richtig. Es ist wahr, dass sich das Spielprinzip deutlich geändert hat, und vielleicht verdient dieses Spiel auch als Genrebezeichnung den Begriff „Search and Collect“. Doch dies muss ja kein Nachteil sein und wer die DK Teile auf dem Super Nintendo kennt, der weiß, dass es auch dort einiges zu finden gab. Trotzdem, Donkey Kong 64 ist nicht geradlinig und man muss sich Zeit nehmen, um in das Spiel einzusteigen. Ist man aber einmal drin, legt man den Controller nicht so leicht aus der Hand. Ein großer Pluspunkt des Spiels.
 

Donkey-Kong-64-04Insgesamt benötigte ich 46 Stunden, bis ich das Ende sah. Der Spielablauf gestaltet sich wie folgt: Von einer Oberwelt aus kann man die verschiedenen Level betreten. Diese haben immer eine andere Thematik (z. B. Dschungel, Wüste, Fabrik) und es gilt tatsächlich, einige Sachen zu sammeln, um ein Level erfolgreich zu bestehen. So können mit jedem der fünf Affen fünf goldene Bananen gefunden werden, die man benötigt, um den Eintritt zu weiteren Leveln zu „erkaufen“. Weiterhin gibt es in jedem Level 100 normale Bananen für jeden Affen, mit denen man Torwächter füttern muss, die den Eingang zum jeweiligen Levelboss bewachen. Besiegt man diesen Boss, erhält man einen goldenen Schlüssel, und mit insgesamt 8 Schlüsseln (also aus jedem Level einen) lässt sich K. Lumsy befreien, ein gutmütiger Riesenkremling, der im späteren Spielverlauf noch eine Rolle spielt.

Außerdem schweben in jedem Level zwei gutmütige Feen herum, die man fotografieren muss. Dazu gibt es immer eine Arena, in der man sich eine goldene Krone verdienen kann. Das ist allerdings noch nicht alles, was in den Leveln herumliegt oder fliegt. Darüber hinaus findet man noch Munition für seine Waffen, Kristalle, die man bei Spezialfähigkeiten verbraucht, Organgengranaten, Schaltpläne für eine Maschine und Bananenmünzen, um sich neue Fähigkeiten zu kaufen. Ab und zu stolpert man über einen Kopfhörer, um die Musikinstrumente, die jeder Kong mit sich herumträgt, wieder aufzuladen. Ihr seht also, mit Donkey Kong 64 bekommt man wahrlich viel fürs liebe Geld.

Donkey-Kong-64-05Doch sprechen wir jetzt einmal über die Grafik. Irgendwie hatte ich mir von dem Expansion Pak mehr erwartet. Donkey Kong 64 sieht gut aus, aber nicht überragend. Die Landschaften sind bunt und detailreich. Dafür wirken die Figuren oft polygonarm und es ruckelt stellenweise stark. Besonders viel Ressourcen hat Rare wohl für die Lichteffekte verbraten, denn so massive Beleuchtungseffekte kenne ich sonst nur aus Perfect Dark  Den gefürchteten Nebel gibt es nicht, dafür erscheinen Objekte oft erst spät im Bild. So werden z. B. die Hütten der NPCs Cranky, Candy, Funky und Snide, die in jedem Level zu finden sind, nur durch Bitmapgesichter dargestellt und erst wenn man sehr nahe heranläuft, verwandeln sich die Gesichter in eine Hütte.

Dafür ist der Sound überragend. Das Spiel kommt in sehr gut abgemischtem Dolby Sorround daher, alles ist klar zu hören und Geräusche sowie Musik sind einfach stimmig. Gerade der Score bietet einige echte Ohrwürmer und an dem „Ooooh! Banana!“, welches immer ertönt, wenn man eine weitere goldene Banane findet, konnte ich mich kaum satt hören. Großartig, ohne jeden Zweifel. Ansonsten gibt es allerdings keine Sprachausgabe, alle Texte werden in Sprechblasen dargestellt.




Sebastian meint:

Sebastian

Ich finde, Donkey Kong 64 ist ein großartiges, spannendes und herausforderndes Spiel. Die Geschicklichkeitsaufgaben waren stellenweise hart, die Rätsel dafür alle leicht lösbar und insgesamt bietet DK 64, vor allem für einen Rare Titel, einen relativ moderaten Schwierigkeitsgrad. Ich habe mehrere Monate an dem Jump and Run gespielt, oft mit mehreren Wochen Pause, trotzdem ist mir der Einstieg immer wieder leicht gelungen und ich hatte dann auch wirklich wieder Lust, mich hinters Pad zu klemmen und das Ganze voranzubringen. So bleibt mir nur eines zu diesem Spiel zu sagen: Empfehlenswert!

Positiv

  • Viel zu tun
  • 5 spielbare Charaktere
  • Abwechslungsreiches Leveldesign

Negativ

  • Schon fast zu viele Sammelobjekte
  • Lanky Kong
  • Expansion Pak hätte besser ausgereizt werden können

Andrej meint:

Andrej
Donkey Kong 64 ist ein tolles Spiel und gehört auf dem N64 sicherlich zu den besten 3D Jump and Runs. Die großen Level, verschiedene spielbare Charaktere und der große Sammelwahn bereiten auf Dauer Spielspaß. Mir persönlich ging die Sammelorgie aber schon zu weit. Ich verlor schnell die Motivation und legte lieber Rares andere Jump and Run Hits ein, wie z. B. Banjo-Kazooie. Mit dem Bären hatte ich auf dem N64 einfach mehr Spaß, sorry Donkey.
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Forum
  • von Maturion:

    Donkey Kong 64... hab ich nie durchgespielt, da ich das Spiel nie selbst besessen habe. Trotzdem hab ich es in sehr rosiger Erinnerung, da ich es um 2001 (?) bei einem Kumpel recht häufig gezockt habe. Besonders der Mehrspieler-Modus hat wirklich Spaß gemacht. Irgendwann, wenn es ein Remake gibt...

  • von Slainte:

    pr3ston schrieb: Ich glaub er meint dieses "Jetpack" ...

  • von Chronomaker:

    Ich denke mal, dass er das meint: Immerhin gehören die Rechte nun Microsoft und das macht eine Umsetzung ein wenig schwierig. ...

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