Back to the Future III im Test

Mega Drive

Bei fast jedem von uns klingeln bei den Namen „Doctor Emmet Brown & Marty McFly“ die Glocken. Ende der Achtziger bis Anfang der Neunziger bescherten uns die beiden Schauspieler „Christopher Lloyd“ & „Michael J. Fox“ in drei „Zurück in die Zukunft“ Kinofilmen eine fantastische Story rund um die Zeitreisen in einem „GMC DeLorean“. Auch zu dieser Zeit war es dann mit einer Umsetzung auf die aktuellen Videospiel Konsolen nicht weit her. Und so gab es neben der SEGA Master System Variante ebenso eine für das 16-Bit Mega Drive Poweraggregat. Wie sich das Spiel hier schlug, erfahrt Ihr im folgenden Review.

Back_to_the_Future_III_neXGam_3Storymäßig orientiert man sich in „Back to the Future III“ standesgemäß am filmischen Geschehen. Nachdem Doc & Marty das letzte Abenteuer überstanden und zumindest im Jahre 1955 gelandet sind, verschlägt es unseren Wissenschaftler während eines Blitzeinschlages in den Wilden Westen. Durch die gute „zuverlässige“ Post bekommt Marty vom Doc aber den Hinweis, in welcher Zeit dieser lebt und wo er den DeLorean für ihn versteckte, damit dieser in seine Epoche zurückreisen kann. Unser guter Doktor hat sich im schießwütigen Westen nämlich verliebt und will im Grunde dort bleiben. Auf Grund eines Zufalsl findet Marty allerdings einen Grabstein mit Doc´s Namen und Todestag darauf. Und da dieser nur wenige Tage nach dem Briefdatum liegt, macht sich dieser ebenfalls auf in die verwegene Zeit, um seinen Freund zu retten. Leider geht dem Wagen hierbei natürlich gänzlich die Energie aus und die bekommt man zu dieser Epoche nicht mal eben an jeder Ecke. Der Plan sieht vor, das Auto vor einen Zug zu spannen, um mit diesem die Sprunggeschwindigkeit von 88 MPH zu erreichen. Aber bis dahin ist es für Euch ein Weg über „vier“ Level.

Wer hier eventuell bereits das Master System Pendant spielte/ertrug, wird feststellen, dass man auf dem Mega Drive einen ganzen Level mehr auf das Modul packte. Das war es im Grunde aber auch schon mit den Unterschieden, denn beim Rest wartet das erneut gleiche Schicksal auf Euch. Ohne Umschweife beginnt das Spiel im ersten Level, in dem Doc Brown auf dem Rücken eines Pferdes die Landschaft genießen kann. Ist natürlich Blödsinn, was ich hier schreibe. ;) Doc muss vielmehr seine geliebte Lehrerin von einem Wagen retten, der auf einen Abgrund zurast. Hierbei müsst Ihr dann in bester „Try & Error“ Manier mit dem Gaul über Hindernisse springen und nebenbei noch Felsen, Banditen und anderem fliegenden Getier ausweichen. Bis Ihr dies meistertet, sollten sicherlich etliche „frustierte“ Versuche ins Land gegangen sein.

Back_to_the_Future_III_neXGam_8Im zweiten „neu hinzugekommenen“ Level dürft Ihr Euch anschließend mit einem Zielkreuz an einer Schießbude probieren und solltet möglichst die Bonus-Gegenstände nicht verpassen. Level drei und vier entsprechen wieder denen des Masters Systems, sprich eine Schießerei in der Stadt in isometrischer Ansicht (bei der Ihr Euch nur mit Tellern wehren dürft) und dem abschließenden Run über einen fahrenden Zug. Hierbei müsst Ihr neben den Sprüngen, Schlägereien (wenn Ihr noch Teller über habt, könnt Ihr auch diese nutzen) und dem Ausweichen von Hindernissen, „sieben Spezial-Feuerklötze“ einsammeln, um diese anschließend in den Kessel der Lok zu werfen, wodurch der wiederum genügend Fahrt für den Zeitsprung aufnimmt. Optisch macht dieser Level am meisten her.

Im Grunde genommen könnte man das alles locker innerhalb einer halben Stunde erledigen, wäre da nicht der teils recht hohe Schwierigkeitsgrad am Anfang und am Ende. Hier sieht es klar nach einer gewollten Streckung des Spiel aus, was durch das Fehlen einer Speicher- oder Passwortfunktion schnell in Frust ausartet! Sobald Ihr nämlich das letzte Leben gelassen habt, dürft Ihr das Game komplett von vorne bei der nervigen Pferdeaktion beginnen. Schlaue Leute sollten hier einen Blick ins Netz werfen, denn für die Mega Drive Version gibt es einen schönen Cheat, mit dem man die Level überspringen kann. Normalerweise bin ich ja kein Freund solcher Hilfsmittel, aber ohne diesen werden sicherlich viele von Euch nie das Ende zu Gesicht bekommen – da mag es im Grunde noch so nahe liegen.

Grafisch bietet das Spiel mittelmäßige Kost und wirkt im Prinzip wie ein leicht aufpolierter MS Übergang. Hier gab es zu dieser Zeit schon einige bessere Kandidaten am Start, wobei die Erwartungshaltung bei einer Lizenz-Umsetzung ja von Hause aus nicht sehr hoch ist. Der Sound dudelt ebenfalls nur auf Mittelmaß, wobei die Steuerung auf dem Mega Drive Pad auch einmal einen „festen Händedruck“ braucht, um die richtige Reaktion auf dem Bildschirm zu erwirken.




Stefan meint:

Stefan

Wie bereits so oft, bringt man uns auch mit der Filmumsetzung von „Back to the Future III“ kein goldenes (Spiele) Ei nach Hause. Durch das Aneinanderreihen von im Grunde vier kleinen Minispielen hat bis dato noch nie jemand einen Blumentopf gewonnen. Und die fehlende Speicher-/Passwortfunktion sorgt schlussendlich für ausreichend Frust, um das Spielende fast schon freiwillig nicht mehr miterleben zu wollen. Dieses Modul kann man im Prinzip nur Hardcore Fans des Films empfehlen und anschließend am besten nur für die Vitrine. Durch den oben angeführten Hinweis auf einen Cheat dürfen dann eventuell auch noch ein paar Sammler auf dem Flohmarkt als Käufer gelten.

Positiv

  • 1 Level mehr als auf dem Master System

Negativ

  • ... und trotzdem zu kurz
  • schwerer Try & Error Einstieg
  • kein(e) Speichersystem / Passwörter
Userwertung
5.2 8 Stimmen
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Forum
  • von Riemann80:

    Bei dem Spiel hört man ja zum Glück lange von selber auf zu spielen, bevor man einen Augenschaden bekommt. ...

  • von Retro-Nerd:

    Übrigens hat die MD-Version einen Bug; alle Farbwerte sind falsch und das Spiel erscheint dadrch zu dunkel. Es gibt afaik eien Patch, der das behebt. Aber schon peinlich, dass das damals niemanden vor der Produktion aufgefallen ist.^^ Das gab es bei Atari ST zu Amiga...

  • von 108 Sterne:

    Master System-Version ist praktisch identisch. Das Game ist schon ziemlicher Murks, aber wenn mans aus der Grabbelkiste hat (wie ich damals) hat es schon einen gewissen Unterhaltungswert. Wäre halt besser, wenn die einzelnen "Minispiele" einzeln anwählbar wären. Übrigens hat die...

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