StarWing im Test

SNES
Den Megaerfolg des 16-Bitter aus dem Hause Nintendo kann man wohl in keinerlei Hinsicht bestreiten, so viel ist klar. Selbst als die harte Konkurrenz mit ihren leistungsstärkeren Konsolen schon mit einem Bein in der Tür standen, überließ ihnen Nintendo den heiß umkämpften Konsolenmarkt nicht ohne weiteres. Da technisch gesehen das Super Famicom eigentlich schon längst seine Leistungsgrenze erreicht hatte, tüftelten die kreativen Jungs bei Nintendo an einem neuen Zusatzchip...
Dieser Zusatzchip, auch FX-Chip genannt, wurde in dem jeweiligen Spiele-Modul verbaut und versorgte das Super Nintendo mit zusätzlicher Rechenpower. So war die Konsole im Stande tatsächliche 3D-Grafiken auf die Bildschirme der Zocker zu zaubern. Zwar reichte es nur für eine recht simple Grafik, mit nicht mehr als einer Hand voll Polygonen, doch für damalige Verhältnisse sorgte das Ganze für eine Menge Aufsehen. Später kam der FX-Chip in einigen Spielen zum Einsatz, unter anderem in dem Fun-Racer Stunt FX und in dem Weltraum-Shooter StarFox, das hierzulande als StarWing vermarktet wurde. Ob Nintendos Plan mit dem FX-Chip aufging und ob sich StarWing auch noch gut spielt, erfahrt ihr in unserem Test...


Dank des FX-Chips ist auch das SNES dazu im Stande 3D-Grafiken zu zaubern…

Der Bösewicht Andross lässt den Planeten Corneria seine Macht spüren und ist dabei, das gesamte Lylat-System zu übernehmen. General Pepper setzt alles auf eine Karte und heuert das StarFox-Team an, welches von nun an die letzte Hoffnung des gesamten Systems ist. Jetzt kommt ihr zum Einsatz. Ihr übernehmt die Rolle des pelzigen Fuchses namens Fox McCloud und seid Anführer des bereits erwähnten legendären StarFox-Teams. Slippy, Falco und der alte Hase Peppy stehen unter eurem Kommando und machen sich bereit für den Angriff, um Andross Einheiten den Gar auszumachen.

Habt ihr euren Modulschlucker mit StarWing gefüttert und es euch in eurem virtuellen Cockpit des Arwing gemütlich gemacht, landet ihr im Hauptmenü. Bevor die Balleraction beginnt habt ihr die Möglichkeit aus vier verschiedenen, nicht freikonfigurierbaren Controllerbelegungen zu wählen. Möchtet ihr euch zuerst mit der Steuerung vertraut machen, dürft ihr eine Trainingsmission absolvieren, in der euch die Handhabung des Arwing erläutert wird, so z.B. der Einsatz von Boost und Luftbremse. Fühlt ihr euch bereit für das Getümmel, dann könnt ihr zwischen drei verschiedenen Routen wählen. Jede Route beinhaltet sechs verschiedene Levels, die sich vom Schwierigkeitsgrad und vom Leveldesign unterscheiden. Am besten solltet ihr mit der ersten Route beginnen. Vor jeder Mission bekommt ihr ein kurzes Briefing von General Pepper über den Stand der Dinge, die übrigens komplett ins Deutsche übersetzt worden sind.


Werdet ihr vernichtet, färbt sich der Bildschirm rot und ihr müsst wieder beim letzten Respawn-Punkt beginnen…


Ihr steuert das Geschehen wahlweise aus der Verfolgerperspektive oder aus der Cockpitansicht, wobei ihr bei der letzteren ein Fadenkreuz zur Zielgenauigkeit bekommt. Obwohl es bei StarWing um 3D-Grafik handelt, bewegt ihr euch lediglich innerhalb eines unsichtbaren Korridors. So ist es nicht möglich z.B. Kehrt zu machen und wieder zurück zufliegen. StarWing spielt sich dennoch in typischer Wing Commander Manier. So müsst ihr auf jedem Planeten mit Hilfe eures Lasers so viele gegnerische Einheiten wie möglich abballern und am Ende eines jeden Levels einen mehr oder weniger mächtigen Endboss bezwingen.

Die Bossfights sind zum Teil recht fordernd, die meisten lassen sich aber ohne weitere Probleme bewältigen. Der Clou bei den Endgegner ist, nicht einfach nur drauf los zu ballern, sondern ihr müsst meistens im richtigen Moment spezielle Trefferzonen ins Visier nehmen, um ihnen Schaden zufügen zu können. Oft zeigen sich die kritischen Trefferzonen nur einen kurzen Augenblick lang, deshalb solltet ihr immer schnell genug agieren, damit ihr siegreich vom Platz geht. Um euch zusätzlich zu fordern, müsst ihr diversen Hindernissen gekonnt ausweichen. Ansonsten muss euer Arwing eine Menge Schaden einstecken. Im Falle, dass die Schilde drastisch schnell flöten gehen, könnt ihr eure Lebensenergie in Form von gelben oder blauen Ring-Power-Ups wieder auffrischen, indem ihr durch eben solche hindurch fliegt. Auf jeden Fall solltet ihr darauf achten, immer die silbernen Ringe zu durchfliegen, denn diese dienen euch nach einem virtuellen Bildschirmtod als „Respawn-Punkt“.

Als kleine Unterstützung darf sich Fox an diversen Upgrades bedienen, die seine verblichenen Gegner hinterlassen haben. Unter anderem könnt ihr euren Laser auf zwei weitere Stufen hochschrauben. Vom Doppellaser bis hin zu mächtigen Laserkanonenbällen gibt es auch noch die mittlerweile kultigen Bomben, die jeden Gegner, der sich auf dem Screen befindet, vernichten.


Der Titelbildschirm von StarWing…


Manchmal meinen eure Kollegen den Helden markieren zu müssen, um euch zu unterstützen, doch dann begeben sie sich meist selbst in Gefahr. Danach erwarten sie selbstverständlich von euch gerettet zu werden. Selbstlos wie ihr seid, lasst ihr eure Kameraden natürlich keine Sekunde lang im Stich, so dass er um sein Leben bangen muss, sondern verarbeitet den Widersacher in Nullkommanichts zu Pixelstaub. Gelingt es euch nicht, wird dies sich negativ auf eure Missionswertung auswirken. Sprich ihr erhaltet weniger Punkte.

Habt ihr es trotz einiger Power-Ups und Respawn-Punkten buchstäblich „verspielt“ und alle Continues verbraucht, müsst ihr wohl oder übel wieder von vorne beginnen. In StarWing gibt es nämlich keinen Batteriespeicher, d.h. ihr müsst alles am Stück durchspielen, ansonsten wird euer Spielfortschritt beim Ausschalten der Konsole gelöscht. Da aber ein Durchgang innerhalb von 20-30 Minuten gemeistert werden kann, ist es hinnehmbar, aber dennoch ärgerlich.

Auf dem Weg nach Venom, jener Planet auf dem sich Adross versteckt hält, begegnet euch die eine oder andere schicke, wenn nicht sogar wunderschöne Landschaft. Der FX-Chip leistet wirklich wahre Glanzarbeit und zaubert für damalige Zeiten super 3D-Grafik. Schöne Sprites-Explosionen, abwechslungsreiche Gegnertypen und die netten Schusseffekte lassen wahrlich ein Feuerwerk auf eurem heimischen TV erscheinen. Leider hat diese Grafikpracht auch ihren Preis, denn es kommt nicht gerade selten vor, dass die 3D-Enginen ins Stocken gerät. Manchmal geht die Bildrate regelrecht in den Keller, sodass euch das Steuern deutlich erschwert wird.


Passiert zuviel auf dem Bildschirm kommt das SNES ganz schön ins Schwitzen…


Manövriert ihr den Arwing durch ein enges Raumschiff und befinden sich viele Hindernisse auf dem Screen, dann wird die Steuerung recht schwammig und träge. So kommt es vor, dass ihr Widerwillen an der Wand kleben bleibt, da die Eingabe der Richtung sich leicht verzögert. Hier merkt man, dass das Super Nintendo nun mal nicht für 3D-Grafik konzipiert wurde.

Die heftigen Einbrüche kommen allerdings nur in wirklichen Ausnahmefällen zustande, meistens dann, wenn der Screen total mit Gegnern und Hindernissen überfüllt ist. Ansonsten spielt es sich sehr flüssig und verdient ein Lob!

Soundtechnisch wird die übliche Kost geboten, nette Melodien, gute SFX-Geräusche und lustige Sprachsamples wissen zu unterhalten. Hier ist alles in Ordnung.


Während des kompletten Spiels seht ihr euren Arwing nur von hinten…

Christopher meint:

Christopher

StarWing oder StarFox ist ein wirklich gelungener Weltraum-Shooter mit herausragender Grafik und einem saftigen Schwierigkeitsgrad. Auch spielerisch macht es ordentlich was her und motiviert durch das recht einfache Spielprinzip sehr lange. Die kurzen Levels eignen sich sehr gut für eine kleine Runde für Zwischendurch. Lediglich der fehlende Batteriespeicher und die leichten Geschwindigkeitseinbrüche trüben den ansonst positiven Eindruck des Spiels. Wer noch nie etwas von Fox McCloud und Co. gehört hat und ein bisschen verpasste Videospielgeschichte nachholen möchte, sollte auf jeden Fall zugreifen. Grafikfetischisten, die mit dem Retrospielen aufgrund altbackender Technik keine Freude mehr haben, können höchstens zu Starfox Adventures greifen. Dort kommt allerdings der Shoot’em Up Part deutlich zu kurz.

Wer „nur“ einen Gamecube sein Eigen nennen kann und durch Starfox Assault auf Fox aufmerksam geworden ist, aber mit Action-Adventure nichts anfangen kann, der sollte die 50€ lieber in ein Super Nintendo oder N64 stecken. Zwar gibt es dort nur die technisch betagteren Games, dafür aber die qualitativ um Längen besseren StarFox-Spiele. Eine sichere und pädagogisch wertvolle Investition ,,,) 

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StarWing Daten
Genre Action
Spieleranzahl 1
Regionalcode PAL
Auflösung / Hertz -
Onlinefunktion Ja
Verfügbarkeit seit 1993
Vermarkter Nintendo
Wertung 8.6
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