SEGA Rally im Test

Xbox 360Xbox
Das originale SEGA Rally bot dem Spieler zwar nur drei Autos und vier Strecken, überzeugte aber mit einer damals sehr ansprechenden Grafik und einer perfekten Steuerung, die den Spieler immer wieder für ein paar Runden an die Konsole brachte, um seine Zeiten auf den Strecken zu verbessern. Der Nachfolger SEGA Rally 2 bot auf Dreamcast viel mehr Fahrzeuge und Strecken, allerdings erhielt man eine ziemlich schwammige Steuerung, was den Spielspaß dann letztendlich etwas drückte. Nun liefert das Anfang 2005 neu gegründete SEGA Racing Studio einen Nachfolger, der sowohl vom Umfang als auch von der Steuerung überzeugen soll.


Dabei gab man sich vom Umfang her richtig Mühe und bietet neben über 30 offiziell lizenzierten Fahrzeugen (u.a. die aktuellen Cars der WRC wie Ford Focus RS, Subaru Impreza, Citroen Xsara sowie getunte Autos á la VW Golf Gti, Peugeot 2007 Super 2000, Skoda Octavia KitCar als auch die Klassiker der Rallygeschichte namens Toyota Celica ST205, Lancia Delta HF integrale, Audi quattro A2 oder Lancia Stratos – zudem noch etliche weitere zum Freispielen wie das Concept-Car Mitsubishi X oder den Hummer H3 Special) auch anfänglich 5 Areale mit jeweils mehreren Abschnitten, die jeweils einen anderen Schwierigkeitsgrad darstellen.



Bevor man die mehreren umfangreichen und ziemlich schweren Meisterschaften angeht, sollte man sich im Einzelrennen erstmal an das Fahrgefühl eines SEGA Rally gewöhnen, denn wie auch schon beim Original auf dem Saturn benötigt es einiger Übung und Streckenkenntnis, bevor man die vorderen Plätze und somit gute Zeiten und Punkte zum Freischalten von weiteren Strecken, Autos oder Fahrzeuglackierungen anvisieren kann. Vor dem Start könnt ihr euch für einen Abschnitt der Areale entscheiden, wählt eines der zahlreichen Fahrzeuge aus, die leider ohne jegliche Angaben zu PS, Höchstgeschwindigkeit, bisherige Erfolge, etc. präsentiert werden, und bestimmt das Setting mit ‚Rally’ oder ‚Straße’ sowie die Lackierung.



Gestartet wird immer an letzter Position, was vor allem in der Meisterschaft ein unnötiges Merkmal darstellt, wenn man zwar punktemäßig z.B. an dritter Stelle liegt, aber dennoch immer wieder hinter den anderen 5 Gegnern starten muss. Nun könnt ihr euch für eine der verschiedenen Perspektiven entscheiden, wobei die Ego-Perspektive auch einen Rückspiegel als Gimmick bietet und in jeder Ansicht auch nach hinten geschaut werden kann. Anfänglich werdet ihr unweigerlich des Öfteren die Streckenbegrenzung kennenlernen oder die Kontrolle über das Fahrzeug verlieren sowie den stark verbesserten Gegnern hinterher fahren. Habt ihr euch nach ein paar Runden auf den verschiedenen Untergründen erstmal an die Steuerung gewöhnt, fängt das Spiel an, durch harte Platzierungskämpfe und ein dynamisches Gameplay zu überzeugen.



Die anfänglich zur Verfügung stehenden Areale ‚Safari’, ‚Alpen’, ‚Canyon’, ‚Arktis’ und ‚Tropen’ bieten dem Spieler eine schier unendlich erscheinende Anzahl verschiedenster Untergründe und damit auch Fahrverhalten. Sei es das Ausbrechen des Fahrzeugs auf Sand, Schnee und Eis, das Versinken der Reifen im tiefen Matsch bzw. der Grip auf Asphalt und Schotter oder die aufwirbelnden Staubwolken in der Wüste, die einem kurzzeitig die Sicht nehmen. Hinzu kommt die erstmals eingesetzte Echtzeitverformung des Untergrunds, die dafür sorgt, dass keine Runde der nächsten gleich ist. Eure Reifen hinterlassen nicht nur Spuren auf Asphalt, im Sand und Schnee, die Action auf der Strecke sorgt dafür, dass sich z.B. Spurrillen im Matsch bilden und sich mit Wasser füllen und somit in der nächsten Runde ein völlig anderes Streckenbild ergeben, auf das ihr euch einstellen müsst, wollt ihr nicht in großen Wasserlachen Geschwindigkeit oder bei der Fahrt außerhalb der Spurrillen die Kontrolle verlieren.



Die Areale mit den jeweils mehreren Streckenabschnitten bieten eine detailreiche und farbenfrohe Grafik, die mit etlichen Randerscheinungen wie Tieren, Hubschraubern oder über euch hinweg donnernde Düsenjäger verfeinert werden. Der aufspritzende Dreck und Staub, der sich recht schnell an eurem Auto wiederfindet und bei einer Fahrt durch Wasserlachen auch wieder teilweise abgewaschen wird, die verschiedenen Tageszeiten mit tiefstehender Sonne, Schneegestöber in den Alpen, spiegelnde Eisflächen, große Hängebrücken, Wasserfälle, fotografierende Zuschauer, bei Kontakt zerberstende Streckenbegrenzungen, uvm. überzeugen auch den letzten Nörgler. Einzig das fehlende Schadensmodell könnte man negativ auslegen, ansonsten sind die Fahrzeugmodelle allerdings auf Top-Niveau.



Die Fahrzeugsounds klingen realistisch und die hintergründige Musik geht teilweise gut mit der Action mit, kann aber auch manchmal nicht so ganz überzeugen. Die Ansagen des Beifahrers für die Kurvenart, Brücken- und Unterführungsansagen sowie die Warnung vor engen und gefährlichen Stellen lassen Spielern des Originals das Herz aufgehen. Die Gegner haben ihre künstliche Intelligenz enorm gesteigert und agieren manches Mal ganz schön dreist und machen euch das Fahrerleben schwer.



Das Herzstück des Spiels ist aber aufgrund seiner Geschichte die Steuerung sowie das Fahrgefühl auf den unterschiedlichen Untergründen. Hierbei muss gesagt werden, dass man zum einen schon eine gewisse Zeit brauchen wird, um das Spiel auch wirklich beherrschen zu können und sich zum anderen die Fahrzeuge teils enorm in ihrem Handling unterscheiden. Da ist Testen angesagt, bis man seinen Favoriten unter den zahlreichen Autos gefunden hat, mit dem man am besten per Bremsen-/Handbremsen/Vom Gas gehen-Kombination um die Kurven driften kann.



Die Areale bieten viel Abwechslung in der Streckenführung, ihrer Beschaffenheit und den grafischen Highlights und es gibt mehr als genug neue Strecken, Autos, Lackierungen und mehr freizuspielen sowie Rekorde zu brechen. Im Multiplayer könnt ihr per Splitscreen gegen einen Freund antreten und über Xbox Live gegen bis zu sechs Gegner online antreten. Hier könnt ihr auch eure Rekorde mit denen eurer Freunde oder den Weltbesten vergleichen sowie Ghostcars herunterladen und somit von den Besten der Besten lernen. Im Onlineduell gibt es keine wesentlichen Lags, unter denen das Gameplay hätte leiden können.







SEGA Rally German Trailer (360, PS3, PSP, PC)
(click play to start)

Jörg meint:

Jörg

SEGA Rally ist zurück. Schöner, schneller, umfangreicher und innovativ. Veteranen fühlen sich sogleich heimisch, Neulinge werden etwas brauchen, bis sie die Steuerung verinnerlicht haben – aber dann geht es richtig los und währt auf lange Zeit. Eine wahre Freude für Fans von Arcade-Racern, etwas ungewohnt für Simulations-Freaks.

Positiv

  • Sehr gute Steuerung
  • Atemberaubende Grafik
  • Viele Strecken, viele Autos

Negativ

  • Kein Schadensmodell
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Forum
  • von Stefages:

    @Black Sun: Mit meiner Frage wollte ich genau darauf hinaus, bin über eine Infoseite zu Arcade Sega Rally 3 auf das Sega Rally Online Arcade gestoßen, bin aber nicht sicher ob es nun exakt die Umsetzung ist. Hat denn Sega Rally Online Arcade 60 Fps? Revo hatte nur 30 Fps. Wie viele Strecken hat...

  • von Black Sun:

    Revo ist die Konsolen Entwicklung, Online Arcade ist afaik die Umsetzung des parallel zu Revo entwickelten Arcade Sega Rally 3. Revo ist daher afaik deutlich umfangreicher, und hat eine andere Steuerung/Schwierigkeit.

  • von Pandemonium:

    Zu den Unterschieden kann ich nichts sagen, aber der Download-Code aus den Bundles funktioniert noch.

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SEGA Rally Daten
Genre Racing
Spieleranzahl 1 - 6
Regionalcode PAL
Auflösung / Hertz 50 / 60 Hz
Onlinefunktion Ja
Verfügbarkeit 28. September 2007
Vermarkter SEGA
Wertung 8.9
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