The Quarry im Test

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Es ist wieder Zeit zum Gruseln! Supermassive Games, bekannt durch Until Dawn und die Dark Pictures Anthology, schickt sich an, euch wieder das Fürchten zu lehren. The Quarry heißt ihr neuester Streich und wir wollten wissen, ob sie auch halten, was sie den Spielern versprechen.

The-Quarry-03Und zwar sollen satte 186 Spielenden, die Motivation für diesen Titel hochhalten. Doch erstmal der Reihe nach. Kenner der oben genannten Spiele des Entwicklers werden sich sofort heimisch fühlen, den grundsätzlich hat sich am Gameplay nur wenig geändert. Die Story spielt in einem Wald nahe des Städtchens North Kill, in dem sich ein Sommercamp für Kinder befindet. Dieses wird geleitet von Mr. Hackett, gespielt von David Arquette, und seinen jugendlichen Betreuern, die an diesem Tag abreisen wollen, weil die Feriensaison vorbei ist. Doch aufgrund von Liebesproblemen entscheidet einer der Protagonisten, dass er lieber das Auto manipuliert, um einen weiteren Tag als Gruppe hier bleiben zu müssen. Natürlich um alles in Ordnung zu bringen. Was wir aber ganz genau wissen, dass das womöglich keine gute Entscheidung war und das Unheil nimmt selbstverständlich seinen Lauf.

Während Mr. Hackett in die Stadt fährt, um eine Lösung für das Problem mit dem Auto zu suchen, bereiten die Jugendlichen sich auf eine Party am Abend vor. Währenddessen schlüpfen wir in die Rolle der verschiedenen Jugendbetreuer, um die Gegend des Camps zu erkunden und um die Geschichte weiterzuspinnen. Dabei haben unsere Handlungen Einfluss auf den Verlauf der Story, manche nur geringfügig, manchmal aber auch weitreichend. Beispielsweise wenn wir das Auto manipulieren, können wir uns dafür entscheiden, die Verteilerkappe auszubauen und zu verstecken, oder einfach nur die Treibstoffzufuhr zu kappen. Dies kann später Folgen haben, denn eines der Dinge ist womöglich etwas leichter zu reparieren, als die andere Option und kann unerwartete Konsequenzen haben.

Bei unserer Erkundungstour finden wir Dinge, die den Geschichtsverlauf verändern, sondern auch Hinweise und Beweise, um die Hintergründe der Story besser zu verstehen. Diese geben oft bei mehrmaligem Durchspielen einen Sinn, wenn man selbst die verschiedenen Zusammenhänge erlebt hat, was durchaus spannend ist. Erkundet wird meist in festen Kamerawinkeln, was im Dunkeln die Spannung steigert. Manchmal bewegt ihr euch in der Über-Schulter-Perspektive durch die Umgebung. Genauso wichtig wie das Finden von Hinweisen ist der Umgang der Teenager untereinander. In vielen Situationen entscheiden wir uns zwischen zwei Möglichkeiten, und je nachdem wie wir uns festlegen, verändert sich die Beziehung der Kids zueinander. In manchen Lebenslagen lassen sich so genannte Unterbrechungsaktionen ausführen. Hier werden Handlungen oder Gespräche von anderen Personen unterbrochen und auch so der eingeschlagene Weg abwandelt.

The-Quarry-06Vor allem zu Beginn des Spiels lässt sich das Camp in den verschiedenen Szenen noch gemütlich erkunden und in den Gesprächen werden die Charaktere ins Spiel eingeführt und näher beleuchtet, so dass sie mehr Tiefe bekommen. Löblich ist auch, dass man auf die typischen Stereotypen verzichtet hat. KKlar gibt es den mysteriösen Kerl und den Witzbold. Aber bereits nach kurzer Zeit wird klar, dass vieles nur Fassade ist und so baut man auch als Spieler eine Beziehung zu den Charakteren auf und will vor allem später, dass sie allesamt Überleben. Dieses ist im weiteren Verlauf nicht unbedingt gesichert. In hektischen Augenblicken kommen die altbekannten Quick Time Events zum Tragen, die in unterschiedlicher Form auftauchen können. Mal müsst ihr den Stick in eine bestimmte Richtung oder eine Taste drücken. Es gibt aber auch Momente, in denen ihr die Luft anhalten und sogar Schüsse abgeben müsst. Diese QTEs sind gut machbar, doch könnt ihr diese per Zugänglichkeitsoptionen noch einmal erleichtern. Hier können Zeitfenster erhöht und manche Dinge sogar automatisch ausgeführt werden. Wer überhaupt nicht selbst spielen mag, der hat im Menü sogar die Option auf einen Filmmodus, bei dem ihr die Story direkt als Film ansehen könnt, wahlweise mit gutem oder schlechtem Ausgang.

Neu ist außerdem die Death Rewind Option, bei dem fatale Fehler direkt ausgebügelt werden können. Sollte also eine der Hauptakteure sterben und ihr wollt das Verhindern, könnt ihr das mit der Rückspulfunktion rückgängig machen. Ihr werden dann an den Punkt zurückgesetzt, bei der eure Entscheidung das Schicksal des Charakters besiegelt hat. Zugegeben, das nimmt etwas den Nervenkitzel gegenüber der Finalität eurer Beschlüsse, doch ein Spaziergang wird das Spiel deswegen nicht. Ihr könnt den Death Rewind sowieso nur dreimal innerhalb eines Durchgangs aktivieren und auch nur, sofern ihr die Story mindestens einmal beendet habt.

The-Quarry-01Neben dem klassischen Singleplayermodus bietet The Quarry auch einige Mehrspielerfunktionen an. Beispielsweise könnt ihr das Spiel online mit weiteren Spielern spielen oder im Couch Co-op. Hier wird der Controller an andere weitergereicht. Beim Filmmodus hätte ich mir gewünscht, dass es vielleicht sogar eine Zufallsfunktion gegeben hätte. So könnte man sich die Filmfassung immer wieder ansehen und bliebe so abwechslungsreich. Auch sonst ist das Spiel leider nicht ganz ohne Probleme. So tritt bei The Quarry ein altbekanntes Problem bei der optischen Charakterdarstellung auf. Hin und wieder treten bei den Personen Entgleisungen der Mimik auf, die zwar nicht mehr so auffällig sind wie noch etwa bei Until Dawn, doch manchmal sieht es definitiv unnatürlich aus.

Das sieht man oft bei den Zähnen oder beim freien Erkunden, wenn sich der Hals des jeweiligen Protagonisten abnormal dreht. Ebenso beim Motion Blur Effekt hat man es etwas übertrieben. Hier sieht man hin und wieder seltsame optische Phänomene, die leider direkt ins Auge springen. Ansonsten sehen die Personen allesamt toll und realitätsgetreu aus. Bedauerlicherweise kann diesmal die deutsche Synchronisation nicht mithalten. Diese ist zwar im Grunde gut gelungen, ist aber nur selten lippensynchron, was doch etwas an der Atmosphäre nagt. Hier ist tatsächlich die englische Sprachausgabe zu empfehlen, die auch von den original Schauspielern wie David Arquette oder Lance Henriksen eingesprochen wurden.

 

Michael meint:

Michael

Mit The Quarry ist meiner Meinung nach Supermassive Games wieder der große Wurf gelungen. Die Dark Pictures Anthology ließ Fans eher enttäuscht zurück, doch hier überzeugt sowohl die Geschichte als auch die Erzählung auf ganzer Linie. Kenner der bisherigen Spiele werden sich sofort heimisch fühlen, Neulinge werden aber behutsam an das Gameplay herangeführt. Selbst diejenigen, die keine Controllerakrobaten sind, können dank Zugänglichkeitsoptionen das Spiel für sich genießen und wer gar nicht spielen möchte, kann The Quarry sogar direkt als Film konsumieren. So sollte für jeden etwas dabei sein, der ein wenig für einen abendfüllenden Thrillerabend übrig hat.

Positiv

  • gut ausgearbeitete Charaktere
  • anpassbare Erfahrung für jeden
  • stimmungsvolle Geschichte mit vielen Möglichkeiten

Negativ

  • zum Teil Mimikprobleme
  • Deutsche Synchro nicht lippensymchron
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  • von mimi85:

    Bin grad dran, Kapitel 4. Macht auf jeden Fall Laune, wobei ich until dawn auch schon nach dem seichten Start klasse fand

  • von bbstevieb:

    OK, habe ein bisschen recherchiert und es scheint tatsächlich Kontrast Probleme zu geben die wohl mit dem "fake"/ falsch/schelcht implementierten HDR zusammenhängen. Entweder zu dunkel oder halt verwaschen......

  • von 108 Sterne:

    Ich habe natürlich nur Videos geschaut und vielleicht fällt es beim spielen nicht so auf. Aber nachdem fflicki es erwähnt hat und ich mir Videos angeschaut habe fand ich diesen "out of focus" Effekt auch sehr aufdringlich und störend. Wünschte, man könnte den ausschalten falls er...

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The Quarry Daten
Genre Adventure
Spieleranzahl 1 - 8
Regionalcode Regionfree
Auflösung / Hertz 4K
Onlinefunktion Ja
Verfügbarkeit 2022-06-10 11:32:09
Vermarkter 2kGames
Wertung 8.6
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