The Precinct im Test

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Mit "The Precinct" wagt sich Entwickler Fallen Tree Games an ein Genre, das in den letzten Jahren etwas in Vergessenheit geraten ist: die klassische Polizeisimulation mit Management-Elementen. Das Spiel verspricht, Spieler in die Rolle eines Polizeichefs zu versetzen, der nicht nur Verbrechen aufklären, sondern auch ein ganzes Revier verwalten muss. Nach mehreren Stunden Spielzeit lässt sich sagen, dass The Precinct sowohl charmante Momente als auch einige Schwächen bietet, die es zu einem ambivalenten Erlebnis machen.

The-Precinct-04Die grundlegende Prämisse ist schnell erklärt: Man übernimmt die Leitung eines Polizeireviers in einer fiktiven amerikanischen Stadt und muss sich um alles kümmern, was damit einhergeht. Das reicht von der Einstellung und Ausbildung des Personals über die Beschaffung von Ausrüstung bis hin zur direkten Bearbeitung von Fällen. Das Spiel versucht, eine Balance zwischen strategischem Management und taktischer Verbrechensbekämpfung zu finden, was grundsätzlich eine interessante Kombination darstellt. Visuell bewegt sich "The Precinct" in einem freundlichen, fast schon comichaften Stil, der an Klassiker wie "This Is the Police" erinnert, aber mit einem dreidimensionalen Ansatz. Die Grafik ist zweckmäßig, ohne besonders beeindruckend zu sein. Die Charaktermodelle sind relativ einfach gehalten, haben aber genug Charakter, um die verschiedenen Persönlichkeiten im Team zu unterscheiden. Das Reviergebäude selbst lässt sich nach und nach ausbauen und anpassen, was optisch durchaus befriedigend sein kann, wenn man sieht, wie aus einem kleinen Büro nach und nach eine funktionierende Polizeiwache wird.

Der Kern des Gameplays teilt sich in zwei Hauptbereiche auf. Zum einen gibt es die Verwaltung des Reviers selbst: Man muss Räume planen und bauen, Möbel aufstellen, Ausrüstung kaufen und Personal einstellen. Jeder Polizist hat dabei individuelle Fähigkeiten und Eigenschaften, die ihn für bestimmte Aufgaben besser oder schlechter geeignet machen. Dieser Aspekt funktioniert solide, auch wenn die Tiefe manchmal zu wünschen übrig lässt. Die Wirtschaftssimulation ist relativ simpel gehalten – man verdient Geld durch gelöste Fälle und gibt es für Verbesserungen aus. Hier hätte man sich durchaus etwas mehr Komplexität gewünscht. Der zweite Hauptbereich sind die Einsätze selbst. Diese laufen rundenbasiert ab und erinnern an taktische Spiele wie XCOM, allerdings in deutlich vereinfachter Form. Man positioniert seine Beamten, plant ihre Bewegungen und versucht, Verdächtige zu verhaften oder Situationen zu deeskalieren. Diese Missionen können durchaus spannend sein, besonders wenn man versucht, niemanden zu verletzen und alles friedlich zu lösen. Allerdings wiederholen sich die Szenarien relativ schnell, und die taktische Tiefe ist begrenzt. Nach einigen Stunden hat man die meisten Situationen schon mehrfach erlebt, und es entwickelt sich eine gewisse Routine.

The-Precinct-03Ein interessanter Aspekt ist das Ermittlungssystem. Bei komplexeren Fällen muss man Beweise sammeln, Zeugen befragen und Verbindungen zwischen verschiedenen Informationen herstellen. Dies geschieht über ein Brett, an dem man Hinweise mit Schnüren verbinden kann – ein System, das von vielen Detektivspielen bekannt ist. In "The Precinct" fühlt sich dies allerdings etwas oberflächlich an. Die Fälle sind meist geradlinig, und es gibt selten echte Überraschungen oder knifflige Rätsel. Man folgt eher einem vorgegebenen Pfad, als wirklich zu ermitteln. Positiv hervorzuheben ist die Progression. Das Spiel belohnt Erfolge mit neuen Ausrüstungsgegenständen, Fähigkeiten und Gebäudeerweiterungen. Es gibt immer etwas zu erreichen, was einen motiviert, weiterzuspielen. Die verschiedenen Szenarien und Kampagnen bieten zudem eine gewisse Abwechslung, auch wenn die Grundmechaniken dieselben bleiben. Man kann zwischen verschiedenen Schwierigkeitsgraden wählen, was das Spiel sowohl für Gelegenheitsspieler als auch für Herausforderungssuchende zugänglich macht.

Problematisch ist jedoch die technische Umsetzung. Das Spiel leidet unter verschiedenen Bugs und Performance-Problemen. Die Wegfindung der KI ist manchmal fehlerhaft, es kommt zu graphischen Glitches, und gelegentlich stürzt das Spiel ab. Diese Probleme trüben das Spielerlebnis erheblich und lassen das Gefühl aufkommen, dass "The Precinct" noch etwas mehr Zeit in der Entwicklung hätte gebrauchen können. Auch die Benutzeroberfläche ist nicht immer intuitiv, und manche Menüs wirken überladen oder unübersichtlich. Die Audiokulisse ist angemessen, aber nicht besonders einprägsam. Die Musikuntermalung passt zur Atmosphäre, ohne jedoch in Erinnerung zu bleiben. Sprachausgabe gibt es kaum, die meisten Dialoge werden nur als Text präsentiert. Das ist für ein Spiel dieser Art nicht ungewöhnlich, aber eine professionelle Vertonung hätte dem Ganzen sicherlich mehr Leben eingehaucht.

Was The Precinct fehlt, ist letztendlich eine gewisse Tiefe und Raffinesse. Die einzelnen Spielmechaniken funktionieren für sich genommen ganz ordentlich, aber sie greifen nicht so ineinander, wie man es sich wünschen würde. Die Management-Simulation bleibt oberflächlich, die taktischen Einsätze werden repetitiv, und die Ermittlungsarbeit ist zu linear. Das Spiel fühlt sich an wie eine Sammlung guter Ideen, die nicht vollständig ausgearbeitet wurden.

 

Michael meint:

Michael

Trotz aller Kritik hat "The Precinct" durchaus seinen Charme. Für Fans von Polizeisimulationen, die keine allzu hohen Ansprüche haben und einfach ein entspanntes Spiel zum Abschalten suchen, kann es durchaus unterhaltsam sein. Die Mischung aus Management und Taktik funktioniert in Grundzügen, und es gibt Momente echter Zufriedenheit, wenn ein schwieriger Fall gelöst oder das Revier erfolgreich ausgebaut wurde. Zum vollen Preis ist "The Precinct" jedoch schwer zu empfehlen. Wer sich für das Thema interessiert, sollte auf einen Sale warten oder das Spiel im Game Pass ausprobieren, falls verfügbar. Mit weiteren Updates und Patches könnte das Spiel noch wachsen, aber in seinem aktuellen Zustand ist es eher ein solider Durchschnitt als ein Highlight des Genres.

Positiv

  • interessanter Genremix aus Adventure und Aufbauspiel
  • motivierende Progression
  • gute Zugänglichkeit auch für Einsteiger

Negativ

  • technische Probleme
  • Gameplay wiederholt sich schnell
  • Unausgereifte Verzahnung der Systeme
Userwertung
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The Precinct Daten
Genre Adventure
Spieleranzahl 1
Regionalcode Regionfree
Auflösung / Hertz 4K
Onlinefunktion -
Verfügbarkeit 2025-05-13 00:08:04
Vermarkter -
Wertung 7.2
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