Mit Octopath Traveller 0 erscheint das neuste Spiel des berühmten Franchise. Aber es ist ein merkwürdiges Game, das einerseits bekannte Spielelemente besitzt. Allerdings andererseits auch einiges anders macht.
Ich bin ein Fan der Octopath Traveller-Spiele. Ich mag die Tatsache, dass man zwischen acht verschiedenen Protagonisten wählen kann, die jeder seine eigene Story besitzt. Wobei diese dann aber am Ende zusammenfließen. Ebenso gefällt mir die HD-Pixel-Optik sehr. Weshalb ich auch letztes Jahr bei der ursprünglichen Ankündigung, dass Octopath Traveller 0 gespannt war.
Doch dann wurden die ersten Details bekannt. Und ich war irritiert. Es gab nicht mehr die acht vorgegebenen Protagonisten? Stattdessen konnte man seinen eigenen Spielcharakter erstellen? Was ist da los?
Als wir ein Reziexemplar für die Playstation 5 erhielten, fing ich an, mich mit dem Game zu beschäftigen. Und fand schon bald heraus, dass das Spiel eine gewisse Vorgeschichte hat.
Basis für Octopath Traveller 0 ist nämlich ein Mobilegame, dass 2020 in Japan für die Mobilegeräte herauskam. Der Titel des Games war Octopath Traveler: Champions of the Continent und es war ein Gacha Game. Dieses Spiel sollte jetzt die Grundlage für Teil 0 sein, dass seinerseits wiederum übrigens ein Prequel zum allerersten Octopath Traveller ist.
Um gleich einige Befürchtungen aus dem Weg zu räumen: Die Gacha-Spielmechaniken wurden jetzt nicht in Octopath Traveller 0 übernommen. Stattdessen wurden die Story und einige Gameplay-Elemente adaptiert. Was dafür sorgt, dass das Game im Vergleich zu den beiden Vorgängern hervorsticht.
Kommen wir zur Story: Diese ist im Vergleich zu den anderen Teilen stellenweise deutlich düsterer und brutaler. Ausgangspunkt ist, dass deine Heimat, das Dorf Wishvale in Schutt und Asche gelegt worden ist. Du hast dabei deine Familie verloren und konntest mit deiner Freundin nur mit Mühe und Not überleben. Einige Zeit später willst du die Übeltäter zur Rechenschaft ziehen, derweil deine Freundin eure einstige Heimat wiederaufbauen möchte.
Das Besondere ist, dass die Antagonisten im Vergleich noch verrückter und gefährlicher rüberkommen, als andere J-RPG-Gegenspieler. Drei Stück sind es, die du nach und nach zur Strecke bringen sollst. Einer möchte die Welt niederbrennen, ein anderer tötet gerne unschuldige Leute, um darüber Theaterstücke zu Schreiben und wiederum eine andere nutzt ihren schier unendlichen Reichtum, um damit andere Leute im wahrsten Sinne des Wortes zu ersticken. Jeder von den dreien besitzt einen Ring, genauso wie du. Was dann im Laufe der Geschichte ebenfalls eine gewichtige Rolle spielt.
Die Story selbst entwickelt sich alles andere als geradlinig. Denn immer wieder sorgt das Game geschickt dafür, dass du zwischen den verschiedenen Storyparts hin- und herwechselst. Dass du dich eben nicht nur geradewegs an einem einzigen Antagonisten arbeitest. Sondern wiederholt die Geschichte wechselst und unter anderem Nebenpfade besuchst. Was auch sehr zu empfehlen ist.
Dieses Wechseln hat jedoch zur Konsequenz, dass die Story nicht immer gleich spannend weiterentwickelt wird. Es gibt ebenso wiederholt Passagen, in denen du dich langweilt und das Gefühl hat, dass die Geschichte hier künstlich gestreckt wird. Was natürlich kein sonderlich guter Eindruck ist.
Der Schwierigkeitsgrad des Games ist nicht ohne. Vor allem zu Beginn, wenn du noch nicht eine volle Party beisammen hast, kann es schnell passieren, dass du ins Gras beißt. Das ist mir beim ersten Boss passiert, den ich mit drei Charakteren bekämpft habe. Ich hatte eine falsche Taktik gewählt und der Gegner wischte mit mir den Boden auf. Da der Autosave nur dann geschieht, wenn du zwischen den Karten hin- und herwechselst und ich lange Zeit nicht manuell gespeichert hatte, durfte ich eine etwas längere Passage erneut spielen. Unnötig zu sagen, dass dies meine Freude kurzweilig dämpfte.
Immerhin, sobald du eine volle Party hast und die richtigen Taktiken anwendest, dann wird es etwas einfacher. Am Ende kannst du aus 30 verschiedenen Charakteren auswählen, um mit diesen anschließend eine Achtergruppe zu bilden. Dabei können jeweils vier die Offensive bilden und vier die Defensive und du kannst jederzeit zwischen ihnen hin- und herwechseln.
Es gibt an diesem Spiel vieles, was jetzt nicht so gut gefällt, wie die Vorgänger. Aber was dann doch eindeutig für Octopath Traveller 0 spricht, ist eine Spielefunktion, die du hier nicht erwartet hättest. Denn du kannst deiner Freundin helfen, Wishvale wiederaufzubauen.
Das hat dann sogar Auswirkungen aufs Gameplay, da du so Ressourcen kriegst, die du später brauchst. Du kannst beispielsweise einen Steinmetz bauen, der anschließend regelmäßig neue Steine liefert. Neue Dorfbewohner sind auf der gesamten Spielewelt verstreut. Du musst sie nur ansprechen und dann kommen sie meistens mit dir. Das Bauen von Häusern braucht natürlich Ressourcen, die du jedoch ebenfalls auf der gesamten Welt findest. Sie werden durch ein Blinken hervorgehoben. Je nach Plattform, auf der das Spiel spielst, gibt es hier allerdings Unterschiede. Wer es auf PC, Xbox Series X oder PS5-Fassung spielt, kann bis zu 500 Gebäude errichten. Switch 2 oder PS4-Eigentümer dürfen hingegen „nur“ 400 bauen. Wer es jedoch noch auf der originalen Switch zockt, der hat am stärksten mit Einschränkungen zu rechnen. Denn dann kannst du nur 250 Gebäude errichten.
Der HD-Pixel-Look ist natürlich wieder großartig. Es macht immer noch jede Menge Spaß, die Figuren und die Spielewelt in dieser wunderbaren Optik anzuschauen. Vor allem, weil die Liebe zum Detail deutlich spürbar ist. Auch die musikalische Untermalung ist wieder grandios. Schade ist nur, dass das Game nur Englische oder japanische Sprachausgabe besitzt und keine deutschen Untertitel hat.
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Götz meint:
Vergleicht man Octopath Traveller 0 mit den beiden Vorgängern, fällt dieser Teil deutlich ab. So schön die Story auch ist, so nervig sind die Längen und das Gefühl, dass sie stellenweise unnötig gestreckt wurde. So wunderbar wieder das Kampfsystem ist, so frustrierend kann vor allem zu Beginn der Schwierigkeitsgrad sein. Das Game ist nicht schlecht, vor allem, wenn man den Gacha-Ursprung bedenkt. Außerdem sind Grafik und Sound wieder wunderbar, auch wenn man die deutschen Untertitel vermissen dürfte. Ohne Zweifel erhaben ist der Wiederaufbau von Wishvale, der unterm Strich am meisten Spaß macht.
Vergleicht man Octopath Traveller 0 mit den beiden Vorgängern, fällt dieser Teil deutlich ab. So schön die Story auch ist, so nervig sind die Längen und das Gefühl, dass sie stellenweise unnötig gestreckt wurde. So wunderbar wieder das Kampfsystem ist, so frustrierend kann vor allem zu Beginn der Schwierigkeitsgrad sein. Das Game ist nicht schlecht, vor allem, wenn man den Gacha-Ursprung bedenkt. Außerdem sind Grafik und Sound wieder wunderbar, auch wenn man die deutschen Untertitel vermissen dürfte. Ohne Zweifel erhaben ist der Wiederaufbau von Wishvale, der unterm Strich am meisten Spaß macht.