Kingdom's Return: Time-Eating Fruit and the Ancient Monster im Test

PC WindowsNintendoSwitchNintendoSwitch2PlayStation 5

Inti Creates hat sich in den vergangenen Jahren vor allem mit Actionspielen in Pixeloptik einen Namen gemacht, von Azure Striker Gunvolt und diversen Metroidvanias. Mit Kingdom’s Return wagt das Studio einen Schritt in eine ruhigere Richtung. Das Spiel ist ein Remake eines älteren Mobile-Titels und bietet eine durchaus interessante Verbindung aus Action-Rollenspiel und Basenbau mit Ressourcenmanagement. Ob sich die Mischung auch langfristig begeistern kann, klären wir im Test.

Kingdoms-Return-09Die Prämisse ist erst einmal sympathisch: In einer Welt aus Schwertern, Magie und Feen schlüpft man in die Rolle eines einsamen Abenteurers, der gemeinsam mit der Zeitfee Chronos das zerstörte Königreich Almacia wiederaufbauen soll. So weit, so gut. Wie es allerdings zum Untergang des Reiches kam und welche Rolle die titelgebende Zeitfrucht sowie das uralte Monster dabei spielen, bildet den erzählerischen Faden. Auf dem Papier klingt das nach einem gemütlichen Märchen mit einem Hauch Geheimnis. Die Ausgangslage ist durchaus gelungen, doch das Spiel macht leider nichts besonders Interessantes daraus. Dieser Eindruck zieht sich irgendwie auch durch das gesamte Spiel: Die Zutaten sind solide gewählt, aber die Zubereitung bleibt jedoch vorsichtig. Das Gameplay des Spiels ist in zwei Teile aufgespalten. In seitwärts scrollenden 2D-Abenteuerabschnitten sammelt man Materialien, die man anschließend im Strategieteil nutzt, um das Königreich wiederaufzubauen und die Figuren zu verbessern. Dieser Kreislauf ist denkbar einfach und deshalb zugänglich. Man zieht los, schlägt sich durch Wälder, Höhlen und andere von Monstern heimgesuchte Orte. Anschließend kehrt man zurück, platziert Gebäude und merkt beim nächsten Ausflug, dass der eigene Held etwas robuster geworden ist. Je mehr Gebäude das Land füllen, desto stärker werden auch die Figuren, die man auf Abenteuer mitnimmt. Dieses Gefühl des stetigen, spürbaren Fortschritts ist die größte Stärke des Spiels und der Grund, warum man „nur noch eine Runde“ spielt.

Besonders spielerfreundlich ist das Konzept des Spiels. Man kann beide Seiten ausgewogen angehen oder sich vorwiegend auf eine konzentrieren und das Spiel trotzdem abschließen. Wer lieber kämpft, stürzt sich auf die Action, wer lieber plant und baut, verlagert den Schwerpunkt auf das Königreich. Diese Offenheit nimmt Druck heraus und passt zur entspannten Grundstimmung. Gleichzeitig verrät sie etwas über das Designverständnis, denn beide Teile sollen sich nicht gegenseitig fordern, sondern einander ergänzen. Das macht das Spiel angenehm, aber auch weniger fordernd, als man es von einem Hybriden aus Action und Strategie vielleicht erwartet hätte. Hier gibt es allerdings durchaus Grund für Kritik, denn die. Action- und Strategiephasen erhalten keineswegs gleich viel Aufmerksamkeit. Das Gewicht liegt klar auf den Seitenansicht-Abschnitten, in denen das Spiel die meiste Zeit verbringt. Das Aufbauelement wirkt dadurch wie ein Begleitsystem und nicht wie ein gleichwertiger zweiter Pfeiler. Wer sich ein tiefgehendes Städtebauspiel mit kniffligen Entscheidungen erhofft, findet eher ein überschaubares Platzieren von Gebäuden mit Statusboni. Hier erkennt man womöglich auch die eigene Vergangenheit als Mobile Game. Immerhin beeinflusst die zu Beginn gewählte Schlossart, wie man beim Wiederaufbau vorgeht. Das gibt dem Aufbau eine kleine strategische Note und einen Anreiz zum erneuten Durchspielen.

Kingdoms-Return-17Bei den Figuren bietet das Spiel mehr Abwechslung, als man bei dem schlanken Umfang vermuten würde. Zur Wahl stehen Imperial, Zauberer, Alchemist und Zipangu, jeweils mit eigenen Werten, Fähigkeiten und Angriffen. Die Imperial gilt als verlässliche Nahkämpferin mit hoher Verteidigung, während Zipangu auf Angriff, Ausweichen und schnelle Angriffsfolgen setzt. Beim Zauberer spielt die Positionierung eine große Rolle, weil Gesundheit und Verteidigung niedrig sind. Praktisch ist jedoch, dass man die Figur jederzeit im Königreich wechseln kann. So lässt sich der Spielstil an die jeweilige Situation anpassen, ohne dass man sich früh festlegen muss. Das lädt zum Ausprobieren ein und gehört zu den überzeugenderen Designentscheidungen. Weniger überzeugend ist die Abwechslung in den Abenteuerabschnitten selbst. Wer mehrere Etagen oder Gebiete durchquert, trifft auf ähnlich aussehende Räume und wiederverwendete Monstertypen, was nach einer Weile etwas eintönig werden kann. Bei einem Spiel, dessen Kernschleife auf dem wiederholten Sammeln von Materialien beruht, ist das ein potentielles Problem. Die Wiederholung gehört zum Konzept, aber damit sie nicht in Routine umschlägt, bräuchte es mehr Überraschungen in Levelaufbau, Gegnerverhalten oder Bossbegegnungen. Die Musik ist beschwingt und märchenhaft, bleibt aber kaum im Ohr. Das passt zum Gesamtbild: Nichts daran stört, doch kaum etwas bleibt hängen. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Immersion. Der betont schlanke Ansatz des Studios verfehlt eine Schlüsseleigenschaft solcher Spiele, nämlich das Eintauchen in die Welt. Ein Königreich, das man wiederaufbaut, sollte sich lebendig anfühlen. Man sollte Bewohner kennenlernen, Veränderungen bemerken und Stolz auf das Erreichte empfinden. Zwar gibt es Aufträge von Dorfbewohnern, doch offenbar entsteht daraus nicht jene Bindung, die das Aufbauen zu mehr machen würde als dem Abarbeiten einer Liste.

Michael meint:

Michael

Unterm Strich ist Kingdom’s Return ein freundliches und unkompliziertes Spiel, das seine Stärken in der leicht verdaulichen Schleife aus Sammeln, Bauen und Stärkerwerden hat. Die Figurenvielfalt, der niedrige Preis und die Freiheit, den eigenen Schwerpunkt zu wählen, sprechen für das Spiel. Dagegen stehen wiederholte Umgebungen, ein unausgewogenes Verhältnis der beiden Spielhälften und eine Erzählung, die ihr Potenzial nicht ausschöpft. Wer ein entspanntes Spiel für ein paar Abende sucht und keine tiefen Strategiemechaniken erwartet, kann für den Preis durchaus Freude daran haben. Wer hingegen ein Aufbauspiel mit Substanz oder ein Actionabenteuer mit Abwechslung erhofft, wird auf Dauer das Gefühl haben, dass mehr möglich gewesen wäre. Am Ende bleibt Kingdom’s Return ein netter, aber kein unvergesslicher Ausflug nach Almacia.

Positiv

  • leicht zugängliches Gameplay
  • vier spielbare Figuren mit eigenen Stärken und Schwächen

Negativ

  • wiederholende Umgebungen im Actionabschnitt
  • Städtebau eher Beiwerk
  • keine fesselnde Geschichte
Userwertung
0 0 Stimmen
Wertung abgeben:
senden
Follow us
Kingdom's Return: Time-Eating Fruit and the Ancient Monster Daten
Genre Rollenspiel
Spieleranzahl 1
Regionalcode Regionfree
Auflösung / Hertz 1080p
Onlinefunktion -
Verfügbarkeit 2026-04-23 00:01:39
Vermarkter -
Wertung 6.6
Anzeigen
neXGam YouTube Channel
Anzeigen