Halloween - The Game im Test

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Als Michael Myers am 8. September 2026 offiziell auf PlayStation 5, Xbox Series X/S und PC gelandet ist, war die Erwartungshaltung enorm. Kaum ein Slasher-Franchise hat so lange auf eine würdige Videospielumsetzung gewartet wie John Carpenters Klassiker von 1978, und ausgerechnet das Studio IllFonic, bekannt für Friday the 13th: The Game und zuletzt Killer Klowns from Outer Space, durfte sich der Aufgabe annehmen. Gemeinsam mit Gun Interactive, das schon bei The Texas Chain Saw Massacre für die richtige Portion Terror gesorgt hat, entstand ein asymmetrisches Multiplayer-Erlebnis, das auf der Unreal Engine 5 läuft und sich sichtlich bemüht, den Geist des Originalfilms einzufangen. Franchise-Produzent Malek Akkad war beratend beteiligt, und selbst Carpenter selbst hat sich im Vorfeld wohlwollend über das Projekt geäußert. Die Vorzeichen waren also gut. Wie schlägt sich das fertige Spiel im Alltag?

Halloween-The-Game-03Nach dem Start setzt man sich zunächst mit dem Einzelspieler-Modus auseinander, der in sechs Kapiteln die Ursprungsgeschichte von Michael Myers nacherzählt. Man spielt tatsächlich als der maskierte Killer selbst, begleitet von den Erzählungen Dr. Samuel Loomis, und erlebt Michaels Ausbruch aus der Anstalt von Smith's Grove sowie die Ereignisse, die schließlich zur berüchtigten Nacht in Haddonfield führen. Das ist konzeptionell reizvoll, weil man erstmals aktiv die Perspektive des Bösen einnimmt, statt vor ihm zu fliehen. In der Praxis wirkt die Kampagne allerdings eher wie ein ausgedehntes Tutorial für den eigentlichen Kern des Spiels: den Multiplayer. Die einzelnen Kapitel sind kurzweilig, atmosphärisch stimmig inszeniert und bieten hübsche Anspielungen auf ikonische Filmszenen. Allerdings fühlen sie sich nie wie ein eigenständiges, vollwertiges Erlebnis an. Wer auf eine ausgedehnte Story-Kampagne im Stil moderner Singleplayer-Horrorspiele hofft, dürfte ziemlich enttäuscht werden. Wer die Kampagne dagegen als eine liebevoll gestaltete Einführung mit ein paar netten Sammelobjekten und freischaltbaren Kosmetika für den Mehrspielermodus nimmt, kann durchaus Freude daran haben.

Das eigentliche Herzstück von Halloween: The Game ist wie bei den Vorgängerprojekten des Studios der asymmetrische 1-gegen-4-Modus. Ein Spieler übernimmt die Rolle von Michael Myers, vier weitere schlüpfen in die Haut von Bewohnern Haddonfields, die in der Nacht des 31. Oktober 1978 irgendwie überleben müssen. Als Michael pirscht man durch nebelverhangene Vorgärten, dunkle Gassen und vertraute Wohnhäuser, beobachtet unbemerkt aus dem Schatten und schlägt zu, sobald sich eine Gelegenheit bietet. Besonders gelungen ist die Umsetzung von Michaels Fähigkeit, sich fast unsichtbar durch die Umgebung zu bewegen, solange niemand direkt hinsieht oder Licht auf ihn fällt. Dieses Mechanik-Detail ist direkt aus den Filmen entlehnt und sorgt für einige der besten Schreckmomente des Spiels, weil man als Überlebender ständig das Gefühl hat beobachtet zu werden. Wer als Michael unterwegs ist, hat einen klaren Auftrag: Es gibt in jedem Match drei Hauptziele, die man innerhalb von 20 Minuten Matchzeit erledigen muss. Das ist durchaus straff, will man ja nicht sofort von den Einwohnern erkannt werden, die zu Beginn noch ihren üblichen Aufgaben nachgehen. Ähnlich wie im Film schleicht man sich an ein Haus an, kappt erstmal die Telefonleitung und schaltet den Stromgenerator im Garten aus. Nun muss man sich nur ungesehen an seine potentiellen Opfer heranpirschen. Das hat durchaus das Flair von klassischen Horrorfilmen und macht durchaus Laune.

Halloween-The-Game-08Die vier menschlichen Spieler wiederum müssen nicht bloß fliehen und sich verstecken, sondern aktiv vielfältige Aufgaben erledigen. Sie sammeln Gegenstände, warnen die Nachbarschaft, suchen nach einem funktionierenden Telefon, um Hilfe zu rufen. Man kann ebenso Auto reparieren, um aus der Stadt zu fliegehen. Zugleich sind manche Bewohner auch diejenigen, die sich als letzte Instanz Michael notfalls entgegenstellen, ohne ihn dabei wirklich aufhalten zu können, aber um den Mitspielern etwas Zeit zu verschaffen. Genau hier liegt einer der interessantesten, aber auch umstrittensten Design-Entscheidungen des Spiels. Anders als etwa bei Dead by Daylight, wo das reine Überleben der Spieler im Vordergrund steht, verlagert Halloween: The Game einen Großteil des Fokus auf die Rettung von NPC-Bewohnern. Das soll die Interaktion mit der Spielwelt und die Bedrohung durch Michael glaubwürdiger wirken lassen, führt in der Praxis aber häufig dazu, dass sich Spielabschnitte eher wie das Abarbeiten von Botengängen anfühlen als wie ein packendes Katz-und-Maus-Spiel unter Freunden. Das ständige Herumlaufen zwischen NPCs untergrabe den eigentlich gewünschten, hektischen Nervenkitzel, den man von einem Slasher-Spiel erwartet.

Atmosphärisch liefert das Spiel dagegen tatsächlich ab. Die Haddonfield-Karten sind liebevoll gestaltet und orientieren sich unverkennbar an den vertrauten Kulissen des Originalfilms und der Soundtrack greift die charakteristischen Synthesizer-Klänge auf. Auch das allgemeine Retro-Feeling der späten Siebziger wird glaubhaft eingefangen. Wer als Fan der Filmreihe kleine Details und Anspielungen liebt, wird hier an vielen Stellen fündig. Vom Design der Häuser bis zu Michaels charakteristischer Körperhaltung und seinem unheimlich ruhigen Gang. Die Geschwindigkeit ist auch ein Aspekt, an dem sich die Geister scheiden. Die Bewegungsgeschwindigkeit der Charaktere kann man durchaus als zu träge empfunden, was besonders in hektischen Fluchtsituationen den Spielfluss bremst. Fraglich, ob dies auch längerfristig so bleibt, denn solche und andere Kinderkrankheiten sind bei asymmetrischen Multiplayer-Titeln dieses Genres fast schon Tradition. Dies dürfte mit künftigen Patches womöglich etwas angepasst werden. 

 

Michael meint:

Michael

Als Fan der Filmreihe habe ich selten ein Spiel erlebt, das die Stimmung von Haddonfield so überzeugend einfängt: Das leise Knacken eines Astes im Vorgarten, das plötzliche Verschwinden Michaels aus dem Augenwinkel, die vertraute Musik im Hintergrund, all das funktioniert. Gleichzeitig merkt man dem Spiel an, dass es sich noch in einer frühen Phase befindet. Die Fokussierung auf NPC-Rettungsaufgaben ist eine mutige, aber nicht immer belohnende Designentscheidung und die Einzelspieler-Kampagne bleibt trotz netter Ansätze zu kurz und zu linear, um wirklich zu überzeugen. Wer bereits ein großer Anhänger asymmetrischer Horror-Multiplayer-Spiele ist und dazu noch Halloween-Fan, wird hier trotzdem viele Stunden Spaß finden, insbesondere mit einer eingespielten Gruppe von Freunden. Michael Myers ist zurück, nur sein digitales Zuhause braucht noch ein wenig Renovierung, bevor es wirklich furchteinflößend genug für die nächste Generation von Horrorfans wird.

Positiv

  • Stimmungsvolle, sehr filmnahe Atmosphäre
  • Innovative Shape-Jump-Mechanik
  • Frischer Ansatz durch den Fokus auf NPC-Rettung statt reinem Überleben

Negativ

  • Singleplayer-Kampagne nur ausgedehntes Tutorial
  • Zu starker Fokus auf NPC-Botengänge
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Forum
  • von Gyaba:

    Ich bin definitiv sehr gehyped und freue mich auch hier mega auf das Game!...

  • von Mistercinema:

    Systeme: PC, PS5, XBSWeiteres Futter im Horror Segment, aber zumindest sollte hier jeden den Namen des kennen IllFonic hat auf der Future Games Show: Summer Showcase 2026 erstmals den Einzelspieler-Story-Modus von Halloween: The Game vorgestellt. Das kommende asymmetrische Stealth-Horror-Spiel...

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Halloween - The Game Daten
Genre Action
Spieleranzahl 1 - 5
Regionalcode Regionfree
Auflösung / Hertz 4K
Onlinefunktion Ja
Verfügbarkeit 2026-09-08 00:01:25
Vermarkter -
Wertung 7.4
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