Pokémon - Blaue und Rote Edition im Test

GameBoy

Das Wort Pokémon bedeutet ausgeschrieben Pocket Monster, also Taschenungeheuer. Im Jahre 1999 schwappte die Pokémonwelle aus Japan nach Europa. Der entstehende Hype wurde von Wissenschaftlern auf den Jagd- und Sammeltrieb der Menschen zurückgeführt, der dazu führte, dass sich das Konzept zum Megaseller entwickelte. Zu Beginn gab es im Prinzip neben der gleichnamigen Anime Serie nur ein Gameboy Spiel, welches den Beinamen rote bzw. blaue Edition trug. Der Unterschied zwischen beiden ist gering. So verfügt jede über exklusive Kreaturen: Bei Blau findet man unter anderem Vulpix oder Magmar, während bei Rot Fulkano und Sichlor exklusiv zu fangen sind.

Pokemon_Blau_Rot_11Das Spielprinzip basiert auf dem Hobby des Designers Satoshi Tajiri. Als kleines Kind sammelte er gerne Insekten. Als der Gameboy herauskam, war jener für die Idee des Entwicklers die perfekte Plattform. Vor allem das Linkkabel, welches das Tauschen von Monstern ermöglichte, tat es ihm an. In Japan kamen dann zuerst die Teile Rot und Grün heraus, während Blau nur über den Versandhandel zu beziehen war. Als das Spiel schließlich in andere Länder gebracht wurde, hieß es zunächst, dass man für die amerikanische Fassung die Wesen redesignen würde. Etwas, das Nintendo nach kurzer Überlegung ablehnte. Die hiesigen Ausgaben basieren auf der asiatischen Blau-Edition. Der ursprüngliche Sourcecode war instabil, weshalb man ihn für den Release im Westen komplett neu entwickelte und sich dabei am aktuellsten japanischen Teil orientierte.

Was hat es mit den Pokémon auf sich? Sie werden von Menschen gefangen. Dies geschieht mit Hilfe von Pokébällen. Zuerst wird das Zielobjekt, das man häufig in hohem Gras entdeckt oder im Wasser findet, durch Attacken eigener Monster geschwächt. Anschließend versucht man mit leeren Bällen die neue Kreatur einzufangen, was auch zumeist gelingt. Vor allem wenn man beachtet, dass nicht nur eine Form von Pokébällen existiert. Je teurer, umso leichter lässt sich einfangen.

In Pokémon schlüpft in die Rolle eines Jungen, dessen größter Traum darin besteht, alle Monster zu fangen und ein erfolgreicher Trainer zu werden. In seiner Heimatstadt Alabastia macht er sich eines Morgens auf den Weg zum ortsansässigen Wissenschaftler namens Professor Eich. Hier erhält er sein erstes, eigenes Pokémon. Neben ihm beginnt auch der Enkel des Forschers mit seiner Grand Tour und dem selbsterklärten Ziel, ebenfalls Poke-Meister zu werden.

Pokemon_Blau_Rot_12Zu Beginn dürfen wir aus 3 Pokémon wählen: Bisasam, ein Pflanzenpokémon, Schiggy, ein Schildkröten-ähnliches Wasserpokémon oder Glumanda, welches als Drache Feuer spucken kann. Eichs Enkel ist aber keines Falls ein Freund. Im Gegenteil: Gary, wie er in der TV-Serie heißt, entwickelt sich im Laufe des Spiels immer mehr zum Hauptkonkurrenten. Da wir als Erster die Wahl haben, stellt sich folgendes Problem: Feuerpokémon besiegen im Kampf Pflanzenmonster, Pokémon des Genres Pflanze sind Wasserpokémon deutlich überlegen und Feuerpokémon sind nicht effektiv gegen Wasser. Also bildet sich so eine Art Schere-Stein-Papier-Situation, nur mit der Einschränkung, dass wir zuerst entscheiden müssen und Gary darauf frei reagiert.

Jeder Trainer kann maximal sechs seiner Monster in den Kampf schicken. Das Kampfsystem ist rundenbasierend, d.h. die Trainer können abwechselnd nacheinander eine Attacke von dem im Kampf befindlichen Pokémon ausführen lassen. Diese teilen sich nach den verschiedenen Pokémonklassen ein: Feuer, Wasser, Pflanze, Flug, Geist, Elektro, Gift, Käfer, Kampf, Drache, Gestein, Boden und Psycho. Jeder Angriff ist je nach Gegnertyp effektiv.

Es gibt ebenso Angriffsarten, die den Gegner vergiften, einschläfern, anzünden oder lähmen können. Dies heilt man durch spezielle Tränke, die man in den Pokémon Shops kauft. Natürlich lassen sich hier auch die Pokébälle und Heiltränke erwerben. Neben den Geschäften befinden sich ebenfalls Poke-Center in jeder Stadt. Hier kann man die 6 Pocket Monster, die man aktuell bei sich trägt, abgeben, um sie kostenlos zu heilen. Wenn man keine Kreaturen mehr mit sich herumtragen kann, werden die neu Gefangenen auf den PC transferiert, auf den man in jedem Poke-Center zurückgreifen kann. Nach jedem gewonnenen Kampf bekommt jedes deiner beteiligten Pokémon eine bestimmte Anzahl an Erfahrungspunkten.

Pokemon_Blau_Rot_18Hat man genug dieser EPs zusammen, steigt das Level des Mini-Monsters. Pokémon entwickeln sich allerdings auch weiter. Das heißt, sie verändern bei einem gewissen Grad an Erfahrung ihr Aussehen und bekommen einen neuen Namen. Schiggy zum Beispiel evolviert sich bei Erreichtem 16. Level zu Schillok. Pikachu aber entwickelt sich nicht stufenabhängig, sondern verändert sich erst bei Zugabe eines Donnersteins zu Raichu. Andere Pokémon fortentwickeln sich nach einem vollzogenen Tausch. Getauscht wird entweder mit Leuten im Spiel, oder über Linkkabel mit Freunden. So wird z.B. aus Alpollo Gengar.

Das sind die wichtigen Grundzüge des Games: So wandern wir, fahren mit dem Fahrrad oder fliegen auf dem Rücken eines unserer Pokémons von Stadt zu Stadt, wobei die Arena im Mittelpunkt steht. Denn im Spiel gibt es insgesamt acht Arenenleiter, die man besiegen muss, um einen Orden zu erhalten, um später an der Meisterliga teilzunehmen. Jeder Arenaleiter verfügt über eine bestimmte Vorliebe für die verschiedenen Pokémongenres. So muss man z.B. besonders auf Wasserpokémon aufpassen, wenn es gegen ein Arenaoberhaupt mit Feuerwahn geht.

Neben den Arenen muss man in fast in jeder Stadt kleine oder größere Aufgaben lösen, um erst den Weg zur Arena freizumachen. Dabei spielt meist das Team Rocket die Hauptrolle, die versuchen, Pokémon für ihre kriminelle Machenschaften zu gewinnen. So muss man sich durch Kasinos oder Geschäftsgebäude kämpfen, um die Welt von den Bösen zu befreien. Natürlich wird man danach fürstlich entlohnt. Teilweise sind die Aufgaben aber auch echte Zeitfresser, die den Spielverlauf hinauszögern. Denn man muss seinem Monster erst diese oder jene Spezialfähigkeit lehren, bis man gewisse Orte betritt. Im Kasino zum Beispiel muss man sich durch teils recht nervige Schalterrätsel quälen oder einen Tunnel durchqueren, in dem man alle 2 Sekunden von irgendeinem „0-8-15-Pokémon“angegriffen wird. Nachdem diese frustrierende Phase allerdings überstanden ist und man die Welten frei bereisen kann, kommt viel Spielfreude auf.

Pokemon_Blau_Rot_14Die Grafik lässt sich durchaus sehen. Jede Stadt bietet ihr eigenes Flair und auch eine neue, passende Hintergrundmusik. Was etwas stört ist, dass die Pokémon im Kampfmodus stellenweise viel unschöner aussehen als in der Serie. Das man hier auf dem Gameboy keine farbenfrohe 3D Animation erwarten darf ist klar, aber selbst diese recht simplen Zeichnungen ähneln teilweise den Originalen überhaupt nicht. Der Sound variiert, wie gesagt. Und auch während des Kampfs stellt sich die Musik darauf ein, ob es sich um eine billige Begegnung mit einem Käfersammler handelt oder man sich in einem Battle mit einem Arenaleiter befindet. Gespeichert wird auf dem Modul. Jedoch lässt sich nur ein Charakter speichern. Will man also von vorne anfangen, wird der alte Save überspielt.






Felix meint:

Felix

Lässt man außer Acht, dass die Pokémon für eine jüngere Käuferschicht gedacht sind, so erhält man ein mehr als grundsolides RPG. Dieses bietet auch nach dem Durchspielen die Motivation, alle 150 Pocket Monster in seinen Besitz zu nehmen. Ich hatte viele fröhliche Stunden, die ich nicht missen möchte.

Positiv

  • Viele Monster zu sammeln
  • Guter Tiefgang

Negativ

  • Eher für jüngere Spieler gedacht
  • Monotone Passagen
  • Grafik orientiert sich nicht an Anime
Userwertung
9.8 30 Stimmen
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Forum
  • von _2xs:

    Wer hat bitteschön Fokusenergie bespielt in Pokemon Rot/Blau. Damals hat man 4 verschiedene Kampfskills gefahren und gut. Meistens Bodyslam mit Stun mit dabei. Mir ist bei Pokemon Blau/Rot allerdings auch ein Bug aufgefallen. Hatte Ihn sogar an Nintendo reporten wollen (hab sogar ne Diskette mit...

  • von khaos:

    Den ersten und den letzten Satz kann ich voll und ganz unterschreiben^^ (den Rest auch, aber die besonders^^)...

  • von Undead:

    Ein Spiel ist immer nur so fehlerhaft, wie man sich dafür interessiert. Wenn ich mir da Beispiele wie... einfach mal Diablo 1 nehme, dann hat sich da auch nie jemand beschwert, das bestimmte Zauber einfach OP waren (Feuerwand z.b., womit ich damals Diablo 1 durchgespielt hatte, trotz spielen mit...

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