Fire Emblem im Test

GameBoy Advance

Nach der Advance Wars Reihe schickt Intelligent Systems jetzt auch ihr nächstes Schlachtross in die westliche Welt. Sicherlich mit einigen Verwirrungen, denn anders, als der Name es vermuten lässt, handelt es sich hierbei schon um den 7. Teil der in Japan erfolgreichen Fire Emblem Serie, welche als Begründer des Strategie-RPG Genres gilt. Aber genug der Einführung, kommen wir zum wichtigsten …

Fire_Emblem_11Man sieht Fire Emblem auf den ersten Blick an, dass es auf ein neues Publikum zugeschnitten wurde. Denn es bietet ein umfangreiches Tutorial in dem man Lyndis (eine junge Schwerkämpferin) auf dem Weg zum Antritt ihres rechtmäßigen Erbes als Marquess-Tochter begleitet. Anfänglich noch eine kleine Truppe, wächst »Lyndis Legion« mit jedem der 10 Kapitel bald zu einer recht stattlichen Armee heran. Wobei jeder Geschichtsabschnitt dem Spieler immer neue Fassetten des Games näher bringt. Die eigentliche Hauptkampagne spielt etwa ein Jahr nach diesen Ereignissen. Als Hauptheld tritt jetzt »Eliwood« an, ein junger lycianischer Adliger, der nach seinem verschwundenen Vater sucht. Einer Suche bei der man selbst alte Bekannte des »Vorjahres« trifft. Doch schnell wird klar, dass es um weit mehr geht, als eine simple Entführung. Und so offenbart sich nach und nach ein reicher Plot um Rebellion, Machtgier und Verrat bei dem nicht weniger auf dem Spiel steht als das Schicksal der gesamten Welt »Elibe«.

Strategie-RPG typisch wird dem Player natürlich einiges abverlangt. So muss man die Finanzen der Truppe zusammenhalten, beschädigte Waffen ersetzen und die eigentlichen Kämpfe organisieren und koordinieren, welche ohne Frage den Hauptteil des Spiels ausmachen. Hier steht einem die ganze Bandbreite an Charakterklassen zur Verfügung: Von Paladinen über Bogenschützen, Schwertmeistern, Axtkämpfern bis hin zu Magiern. Selbst an etwas ungewöhnliche Einheiten wie etwa Pegasusritter oder Barden dachte man. Die Steuerung gibt sich dabei keine Blößen und erinnert an die aus Advance Wars bewährte.

Fire_Emblem_2So sind die bekannten halbautomatischen Menüs (zeigen immer nur die möglichen Aktionen an) ebenso enthalten wie die berüchtigte (R)-Taste, die einem quasi jeden einzelnen Pixel auf dem Screen erklären kann. Ob Charakterwerte oder Geländeeigenschaften, ein Blick in die Anleitung wird praktisch überflüssig, was dem Spielfluss zugute kommt.

Das eigentliche Spielsystem ist gespickt mit einfachen aber wichtigen Beziehungen zwischen den Waffengattungen. So sind Bogenschützen besonders effektiv gegen fliegende Gegner oder Schwerter im Kampf gegen Äxte empfehlenswert, welche mit Leichtigkeit Lanzen zerbrechen können, die wiederum über einen Reichweitenvorteil gegenüber Schwertern verfügen. So gibt es zu jeder Einheit ein entsprechendes »Gegenmittel«, was taktisches Vorgehen unerlässlich macht.

Etwas ungewöhnlich hingegen mag das Levelup-System sein. Anders als in vielen anderen Genrekollegen gibt es keine festen Werte, die man bei einem Aufstieg addiert. Vielmehr verfügt jeder Charakter ein bestimmtes (und persönliches) »Potential« bei der Levelverbesserung, wo ein Prozentsatz mit dessen Wahrscheinlichkeit sich die Einheit in einem gewissen Bereich verbessert. Klingt das anfänglich ein wenig zu sehr vom Zufall abhängig, klappt es in der Praxis doch bestens, zumal die Potentiale entsprechend gesetzt sind. So mag ein Kämpfer mit 40%iger Wahrscheinlichkeit einen zusätzlichen Punkt auf seine Defensive bekommen, während ein Zauberer halt eine geringe Chance von nur 10% hat. Dies stellt im Prinzip sicher, dass kein Spieldurchgang dem anderen gleicht. Denn Einheiten können in einem neuen Durchgang etwas effektiver sein als noch im vorherigen. Und ein weiterer Versuch wird auch anderweitig belohnt, da man beim ersten Mal nicht die Möglichkeit bekommt, alles vom Spiel zu sehen. So gibt es ein gutes Dutzend versteckter Kapitel, sowie die Option das Ende aufgrund der »Beziehungen« der Charaktere untereinander zu beeinflussen ... für Langzeitmotivation ist also gesorgt!

Fire_Emblem_9Grafisch gibt sich das eigentliche Spiel recht bescheiden. Die Kampfkarten verzichten auf große Effekte zu Gunsten der Übersichtlichkeit, was aber aufgrund der guten Animationen der Kämpfer und der wunderschönen Artworks der »Storysequenzen« aufgewogen wird. Trotzdem sollte jedem klar sein, dass einen hier kein »Golden Sun« erwartet.

Die Musikuntermalung kann mehr als gelungen bezeichnet werden. Schöne, atmosphärische, orchestrale Hintergrundmusik, die sich je nach Situation perfekt an das Spielgeschehen anpasst. Die Soundeffekte hingegen beschränken sich auf das Nötigste: Ein Schwertklingen hier, ein Bogenspannen dort... Sprachsamples oder besondere Effekte fehlen gänzlich ... aber erwähnte ich bereits den genialen Soundtrack? ;-)

Der Multiplayermode für bis zu vier Spieler besteht aus kleinen Turnieren, in denen man seine Storycharaktere gegeneinander antreten lassen kann. Leider gibt es keine echten Multiplayerkarten, von daher sollte man ihn er eher als nette Dreingabe und nicht als vollwertigen Modus betrachten.




Florian meint:

Florian

Advance Wars Fans auf der Suche nach einer Herausforderung sollten sich aufgrund der Steuerung und Menüs sofort heimisch fühlen. Trotz allem bietet Fire Emblem so viel mehr an neuen Erfahrungen, dass man kaum enttäuscht sein kann. Strategie-RPG-Fans kommen um den allerneuesten Ableger des Genregründers eh nicht herum. Eine epische und spannende Story, ausgearbeitete Charaktere und ein leicht verständliches aber doch forderndes Gameplay hat man fast nie in so einer Perfektion in einem Spiel vereint ... KAUFEN!!!

Positiv

  • Epische Story
  • Forderndes Gameplay
  • Hohe Langzeitmotivation

Negativ

  • Multiplayer nicht vollwertig
  • Grafisch bescheiden
Userwertung
8.4 8 Stimmen
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Forum
  • von Civilisation:

    Hier ist noch einmal Florians Test zum Spiel, in aktualisierter Fassung. Fire Emblem Nach der Advance Wars Reihe schickt Intelligent Systems jetzt auch ihr nächstes Schlachtross in die westliche Welt. Sicherlich mit einigen Verwirrungen, denn anders, als der Name es vermuten...

  • von petie:

    Azazel schrieb: Zumindest in der M!GAmes (damals ja noch Maniac) hat der WII Teil aber wohl nur wegen der veralteten Technik im hohen 70% Bereich abgeschnitten. Mehr als die alte Technik wurde im Test nämlich nicht bemängelt. Mir persönlich...

  • von Azazel:

    Zumindest in der M!GAmes (damals ja noch Maniac) hat der WII Teil aber wohl nur wegen der veralteten Technik im hohen 70% Bereich abgeschnitten. Mehr als die alte Technik wurde im Test nämlich nicht bemängelt. Mir persönlich gefällt die WII Episode sehr gut, ist übrigens auch das bisher einzige...

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