Tetsuman im Test

WonderSwan
Ich muß gestehen, dieses Abenteuer beim Kauf von neuen WonderSwan Modulen hat etwas. Da investiert man frisch fröhlich ein paar Euronen in den Neuerwerb und kann sich dabei noch nicht einmal sicher sein, mit der Software mehr als mit einem Stapel Dias anfangen zu können. TetsuMan war einer meiner letzten Überraschungskäufe und wird nach ausreichender Spielzeit nun auch mit einem eigenen Testbericht gewürdigt...
Wer sich auf das Abenteuer einlässt und seinen bestückten WonderSwan anwirft, landet nach dem Logo von Bandai und Entwickler Naxat direkt im schwarz/weißen Introbild. Der Titel gehört also noch zur älteren Generation der WonderSwan Spiele, die von potenziellen Käufern ja gemeinhin gern wie die Pest gemieden werden. Ein paar Knopfdrücke später landen wir in ein paar feschen Menüs, die uns leider wieder einmal mit unverständlichen japanischen Schriftzeichen verwöhnen. Seinen Namen gibt man dank zuschaltbarer europäischer Tastatur noch ganz einfach ein, danach in den Spieloptionen setzt es aber leider selbst beim besten Willen völlig aus.



Dann folgt dann die Überraschung - wer sich nämlich bisher schon damit abgefunden hatte, wieder an eines dieser seltsamen japanischen Textadventures geraten zu sein, wird plötzlich vom Anblick eines s/w Spieltisches überrascht - hier wird doch Shanghai Mahjong gespielt! Das war zumindest mein erster Gedanke. Der zweite Gedanke war dann schon wohlüberlegter, denn Ähnlichkeit mit der bei uns oft als "Shanghai" veröffentlichen Spielvariante haben auch diese Steine hier zweifellos, nur spielt es sich gänzlich anders.



Nach und nach werfen die Teilnehmer im Uhrzeigersinn ihre Steinchen in Reihe und Glied in die Mitte und kassieren dafür offenbar Punkte, denn es erscheinen kurzzeitig immer wieder mal kurze Texteinblendungen, bevor die fröhliche Runde voranschreitet. Dann ist irgendwann Schluß und der Spaß kann wieder von vorne gestartet werden. Nach eifriger Recherche im Internet (man muß sich ja auch mal selbst loben!) habe ich dann herausgefunden das es sich um eine in Japan sehr beliebte, ja gar die ursprüngliche Art des Mahjong Spiels handelt.



Wer die Regeln also kennt oder die Lust sich hinzusetzen und mit dem Regelwerk auseinander zu setzen, wird hier irgendwann vielleicht sogar Land sehen und nicht wie 99% der restlichen deutschen Gamer seinen WonderSwan abschalten. Denn sowohl in optischer wie auch in akustischer Natur stellt TetsuMan leider eine absolute Nullnummer dar, die wenigen Piepstöne hätte man sich sparen können und die digitalisierten Bilder der Gegner wirken wie aus einem Faxgerät der End-Achtziger.

Sebastian meint:

Sebastian

Finger weg! Zwar ist das Spiel bei Kenntnis der Regel sicherlich spielbar, nur existiert im gleichen Bereich mit "Ton Fuu Sou" eine viel bessere und farbenfrohere Umsetzung der in Japan äußerst belieben Thematik. (Erwähnte ich das schon?) Wer sich dennoch ins schwarze/weiße Abenteuer stürzen will, dem sei der Link zur ausführlichen Behandlung des Mahjong Regelwerks ans Herz gelegt.

Positiv

  • Perfekt für freakige Japanologen..
  • Mahjongg auf dem WonderSwan

Negativ

  • Häßliche s/w Optik
  • Sprachbarriere
  • Billiger Sound
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Tetsuman Daten
Genre Strategie
Spieleranzahl 1 - 2
Regionalcode Regionfree
Auflösung / Hertz -
Onlinefunktion Ja
Verfügbarkeit 15. Juli 1999
Vermarkter Bandai
Wertung Keine Wertung
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