Die Wii hatte es während ihrer Lebenszeit nicht leicht, von einem Großteil der videospielenden Gesellschaft und auch von Entwicklern ernst genommen zu werden. Selbst mit 101,15 Millionen verkauften Einheiten – und damit nur knapp auf Platz 3 hinter der PlayStation – wird sie rückwirkend oftmals als Sonderfall mit schlechter Softwareunterstützung betrachtet. Übertriebene Vergleiche (die selbstverständlich jeglicher Grundlage entbehren) mit dem Atari Jaguar oder dem 3DO sind ebenfalls keine Seltenheit. Die Frage ist, woher kommt diese Negativität und ist sie überhaupt angemessen, wenn Personen die Wii nun nachholen wollen?
Obschon ich kein Fan von Seiten wie Metacritic bin, sind sie für viele die erste Anlaufstelle, wenn es darum geht, sich einen ersten Eindruck oder (leider) allgemein eine Meinung bezüglich eines Systems zu bilden. Für einen kurzen Überblick ist dies auch durchaus zielführend, schließlich zeigt eine große Anzahl von Titeln im Bereich 90+, dass zumindest die Videospielpresse von der Qualität und Quantität angetan war. Betrachten wir die Wii-Titel mit einer Wertung ab 85, so finden wir 43 Spiele vor.1 Im direkten Vergleich bietet die Xbox 360 156 und die PS3 sogar 163 Titel. Nehmen wir also diese Anzahl als Maß, dann verliert die Wii eindeutig gegen ihre Konkurrenz. Allerdings sind 43 sehr gute Titel alles andere als wenig und mit wie viel weniger Toptiteln werden Systeme wie der Jaguar, das N-Gage oder auch das Sega Mega-CD verteidigt?



[1] Episodenspiele und DLCs wurden zusammengezählt und etwaige Collections/GOTY-Editionen ersetzen die Grundspiele. Ausnahme: Metroid Prime 3: Corruption und Metroid Prime Trilogy wurden einzeln gezählt, da die Trilogie die beiden GameCube-Titel Metroid Prime und Metroid Prime 2: Echoes beinhaltet, die nicht einzeln auf der Wii verfügbar sind.
[2] Bei der Genre-Einteilung wurden alle Titel einer Sammlung einzeln gezählt.

