Bloodborne im Test

PlayStation 4

In unserem kurzen Leben ist der Tod früher oder später ein Wegbegleiter und mit dem müssen wir uns leider auseinandersetzen. Das ist Fakt! Natürlich denke ich als junger Mensch nicht so oft daran, wann es mich erwischt bzw. wer vor mir ins Gras beißt. Gerade ein Videospiel wie Bloodborne macht mir sehr stark bewusst, wie kostbar die Minuten sind, in denen man existiert, und wie schnell alles wieder vorbei sein kann. Grund genug, Perfektionismus an den Tag zu legen!

Bloodborne_4Und diesen Perfektionismus werdet ihr benötigen, denn das Rollenspiel der Dark Souls-Macher ist bockschwer! Aber so ist auch das wirkliche Leben und man sollte den Luxus, den man bei Bloodborne genießt, wieder von den Toten auferstehen zu können, zu schätzen wissen. In echt geht das leider nicht. Vielleicht gibt es eine Parallelwelt, wie der Hunters Dream bei Bloodborne, wo ich nach meinem Tod hinkomme, um in der Haut eines anderen Menschen ein neues Leben zu bekommen. Das werde ich wohl nur erfahren, wenn es für mich an der Zeit ist, diese Welt zu verlassen. Um euch aber zu berichten, wie sich Bloodborne als Videospiel geschlagen hat, bin ich sprichwörtlich für euch gestorben, um jetzt meine Eindrücke zu vermitteln und diese sind recht positiv.

Was das Spieldesign angeht, bin ich durchaus abgehärtet. So habe ich mich schon durch Dark Souls und seinenVorgänger Demon Souls durchgekämpft und erlebte tausend Qualen. Eben das Leid jedes Souls-Spielers! Doch kann ich mit gestählter Brust behaupten, dass Bloodborne, obwohl es namenstechnisch mit den anderen Werken von From Software nichts gemein hat, ein verbesserter Nachfolger der Souls-Serie ist. Ich gehe sogar so weit mit meiner Aussage, dass From Software ihre bis jetzt beste Arbeit ablieferten. Auch Bloodborne ist kein Game für jedermann. Es ist hart, unnachgiebig und überhaupt nicht einsteigerfreundlich. Möchtet ihr mehr über die Story erfahren, nimmt euch niemand an die Hand, sondern ihr müsst selbst durch die wenigen Informationsschnipsel, die bereitgestellt werden, einen Weg finden. Leider ist ein genretypisches Tutorial nicht vorhanden. Aber das ist der Reiz, der einen unweigerlich ins Spiel zieht. Ihr seid kontinuierlich beschäftigt, Dinge zu entdecken und Lösungen zu finden. Egal ob es darum geht, wie man am schnellsten zum nächsten Bossgegner kommt oder wie man Feind X mit geringem Verbrauch an Potions zur Strecke bringt.

Natürlich bleibt einem die Wahl, auf YouTube einen der unzähligen Walkthroughs anzuschauen, aber dann verliert diese Softwareperle einen großen Teil seiner Magie. Deswegen meine Bitte, wenn ihr das Spiel kaufen solltet, nehmt euch die Zeit, um das Game eigenständig zu entdecken, denn gefühlstechnisch werdet ihr eine Erfahrung sammeln, wie sie nur selten von einem Videospiel vermittelt wurde. Die Veränderungen zu seinen Vorgängern sind gravierend: War es damals noch möglich, sich hinter einem Schild zu verstecken und somit abwartend voranzugehen, bekommt ihr bis auf einen kleinen Holzschild, welcher nicht viel aushält, keinen Schutz geboten. Vielmehr müsst ihr das Heil im Angriff suchen.

Bloodborne_3Kontrolliert attackieren und gegebenenfalls rechtzeitig ausweichen. Hierbei hilft es schon, die Bewegungsabläufe des Feindes zu kennen. Gegner werdet ihr vermehrt in Gruppen vorfinden, in denen ihr sie taktisch mit der Feuerbüchse herauspicken müsst. Doch ein Allheilmittel ist die Fernwaffe überhaupt nicht: Sie dient mehr dazu, angreifende Kontrahenten zurückzuwerfen. Mit einem guten Timing funktioniert das bestens. Allerdings erlangt ihr das Gespür hierfür leider erst durch unzählige Versuche und Tode.

Die unbarmherzige Spielmechanik erwartet viel von euch, wenn es darum geht zu siegen. Speicherpunkte sind rar gesät und so manche Grind-Session kann schnell in einem kleinen Disaster enden, wenn man nicht aufpasst. Kontinuierlich müsst ihr Entscheidungen treffen, z. B. mit wie vielen Blutechos im Gepäck ihr den Kampf angeht. Diese benötigt ihr als Währung für Items bzw. zum Aufleveln des Charakters. Aber auch hier stellt euch Bloodborne öfters ein Bein, denn es passiert mehr als einmal, dass ihr unverhofft einem Endgegner in die Arme lauft und der Fluchtweg verbarrikadiert ist. Solltet ihr den Onlinemodus gewählt haben, könnt ihr auf das gleiche Kommunikationssystem zurückgreifen, das mit Demons Souls Einzug fand. Die Informationshäppchen bzw. Warnungen von anderen Spielern bergen viele Vorteile oder können einen in eine Falle locken. Natürlich steht es euch frei, dies auch zu tun, wenn ihr das Bedürfnis verspürt.

Während ein Großteil der Videospiele heute unterhält, stresst Bloodborne seine Spieler bis zum äußersten Limit. Ihr werdet euch öfters selbst erwischen, wie ihr im Sekundentakt die Figur bewegt, um nicht in eine Falle zu laufen, oder nach irgendwelchen Geräuschen horcht, die den folgenden Feind ankündigen. Die Gefechte mit den fiesen Bossgegnern sind erbarmungslos, aber bei Beendigung eine Symphonie der Gefühle, die ihresgleichen suchen. Wäre die vermaledeite Kamera ein bisschen kooperativer, würde ich persönlich weniger fluchen. Außerdem sollte die optische Darstellung des Titels nicht unter den Tisch gekehrt werden. Allein die Architektur der viktorianischen Stadt Yharnam ist eine regelrechte Augenweide und die unzähligen Details laden zum Entdecken ein.




Dominic meint:

Dominic

Gestorben wird immer, auch in Bloodborne. Allerdings hier auf einem ganz hohen Niveau. Man muss sagen, dass es einfach Geschmackssache ist. Leute mit starken Nerven werden das Spiel und seinen Thrill zu schätzen wissen. Nervenschwächere Menschen könnten sehr schnell von dem deftigem Schwierigkeitsgrad gefrustet sein. Sucht ihr also die Herausforderung, seid ihr eine coole Socke und wollt auch noch eine geile Grafik, dann seid ihr bei Bloodborne genau richtig.

Positiv

  • Sehr gutes Kampfsystem
  • Atmosphärisches Setting
  • Extrem fordernd

Negativ

  • Kameraprobleme
  • Lange Ladezeiten
  • Slowdowns

Patrick meint:

Patrick
 Bloodborne ist eines dieser Spiele, die ein Anwärter des Game Of The Year Award sein können. Als Nachfolger der Soulsspiele macht es vieles besser. Das neue Setting ist einfach nur atemberaubend, die Bossfights knackig wie eh und je und das Spielgefühl einfach wunderbar! Wenn man mal wieder nach 2 Stunden nicht einen Millimeter weiter gekommen ist und dabei trotzdem Spaß hat und etwas für die Zukunft gelernt hat, dann weiß man, dass dieses Spiel alles richtig macht! Einzig die extrem langen Ladezeiten zwischen den Toden bremsen den Spielflow stark. Ansonsten kann ich nur sagen, wer braucht noch einen Grund, sich eine PS4 zu kaufen? Ich gebe ihn euch: Sein Name ist Bloodborne!
Userwertung
8.5 9 Stimmen
Wertung abgeben:
8.5
senden
Forum
  • von Hässlund:

    edit Brauch keine Hilfe mehr. Waisenknabe ist nicht mehr. Alles fertig, Platin geschafft. Ob ich einen 4. Durchlauf mache weiß ich noch nicht. Ein paar Runen fehlen mir noch. Milkweed leider auch ...

  • von ring-geist:

    Bin mal gespannt ob wirklich Boodborne 2 auf der E3 angekündigt wird.Nicht das ich es eilig hätte,habe das Game noch (lange) nicht durchgespielt. Mal sehen wenn ich wieder die Muße habe mich zu quälen ...

  • von Hazuki-san:

    Gestern auch endlich die Platin geholt. Chalice Dungeons haben echt Spaß gemacht, da wird man ja richtig mit seelen zugeschüttet. Vor allem die Bosse in den Dungeons waren teilweise echt geil. Sehr cool, dass es dort so viele neue gibt. Hatte den One Reborn aus dem DLC auch noch bis zum Ende nicht...

Insgesamt 1244 Beiträge, diskutiere mit
Mehr zum Thema