Predator Hunting Grounds im Test

PC WindowsPlayStation 4

Wenn ein Film als Videospiel auf den Markt kommt, ist das immer so eine Sache. Es gilt zum einen die Atmosphäre der Vorlage zu transportieren, zum Anderen aber auch dadurch nicht das Spielerlebnis zu schmälern. Im Kinofilm ist ganz klar, dass der Predator der König des Dschungels ist, ob dies im Spiel ebenso ist, erfahrt ihr hier.

Predator_Hunting_Grounds_6Für die Entwicklung von Predator: Hunting Grounds sind die Macher von Freitag, der 13. verantwortlich, die erneut ein asymmetrisches Gameplay konzipiert haben. Auf dem Papier sieht doch der Kampf recht unfair aus. Auf der einen Seite stehen vier mit Steroiden vollgepumpte Marines, die bis an die Zähne bewaffnet sind, während der Predator ohne Backup ausharren muss. Wählt ihr die Menschen, müsst ihr in innerhalb eines Zeitlimits von 15 Minuten auf jeweils drei Maps Missionen erfüllen. Diese gehen vom Halten von Punkten, über das Beschaffen von Informationen, bis zum Töten ausgewählter Ziele. Im Kampfgetümmel zwischen Mensch und Alien mischen noch computergesteuerte K.I.-Soldaten mit, die eigentlich nur als Schießübungen konzipiert wurden. Der Predator hat einen schwereren Job zu meistern. Dieser muss nämlich im selben Zeitlimit alle vier Marines erledigen, bevor diese die rettende Landungszone erreichen. Sein Vorteil liegt in seiner technologischen Überlegenheit. Der Tarnschild macht ihn quasi unsichtbar und dank Schulterkanone, Speer oder Diskus ist er auch im Austeilen um einiges stärker.

Jede der beiden Fraktion hat verschiedene Klassen, die sich hinsichtlich ihrer Bewegung, Ausrüstung und Gesundheit voneinander unterscheiden. Die Marines sind gut untereinander abgestimmt. Dank Medipacks, Munitionstaschen usw. greifen diese wie bei Battlefield so gut ineinander, dass das Team im Kampf überlegen wirkt. Sollte doch mal ein Teamkollege das Zeitliche segnen, könnt ihr diesen nach einer kurzen Zeitstrafe an einem neuem Abwurfpunkt abholen. Aber dies sorgt dafür, dass ihr eure Mission pausieren müsst, was wieder Zeit kostet. Der Predator hat neben der Bewaffnung auch die bessere Übersicht. Er kann sich nämlich durch die Bäume hinweg bewegen und dank seiner Wärmebildsicht hat er im dichten Dschungel klar den Durchblick. Dabei bleibt es ihm jedes Mal selbst überlassen, wie er am besten vorgeht.

Predator_Hunting_Grounds_2Entweder versucht er, schleichend einen nach den anderen kaltzustellen oder er sorgt mit seinem Arsenal für ein bisschen Panik. Doch das Letzte würde ich in der aktuellen Version unterlassen, da das Balacing Feintuning benötigt. In meinen mehrstündigen Spielesessions habe ich gemerkt, dass das trophäengeile Alienwesen trotz technologischen Vorsprung in neun von 10 Matches den kürzeren zieht. Das liegt zu einen daran, das dieser zu wenig aushält und in seiner Handhabung komplexer ist. Während die Marines sich wie in einem normalen Ego-Shooter, mit jahrelang erprobter Steuerung, spielen, ist das Bedienen des Predators Gewöhnungssache, was eindeutig mehr Training benötigt. Zwar gibt es ein Tutorial, aber dies ist recht rudimentär.

Kills und erledigte Aufträge geben Erfahrungspunkte, die neue Waffen und Perks der jeweiligen Fraktion freischalten. Dabei gibt es einiges Freizuspielen. Während der Predator auf bekannte Wummen zurückgreift, bekommen die Marines knapp 20 Feuerwaffen spendiert. Natürlich können davon nur zwei ins Feld mitgenommen werden. Was meine Spielsessions auch zu Tage förderte, war das Predator: Hunting Grounds recht unfertig auf den Markt geworfen wurde. Bugs, Abstürze, Glitches gehörten zu meinem stillen Begleitern. Das Tutorial für den Predator konnte ich zu Anfang nicht abschließen, weil das Spiel immer vergessen hatte, mir mein finales Ziel zu spawnen. Ein Tutorial für die Marines war übrigens noch gar nicht implementiert. Charaktermodelle im Hauptmenü wurden hin und wieder nicht gerendert oder das Spiel hat mich inmitten einer Session auf den Hauptbildschirm verbannt. Verbindungsabbrüche gehören zum Alltag genauso wie, dass das Game komplett abstürzt. Nebenbei nerven die langen Wartezeiten, wenn man in die Haut des Predators schlüpfen möchte. Während man als Marine innerhalb von einer Minute ein offenes Match findet, dauert die Warterei beim Trophäenjäger fünf Minuten oder mehr. Grafisch ist Predator: Hunting Grounds solide aber nicht spektakulär. Was eher kracht ist die Atmosphäre. Angefangen von der markanten Musik der Filme, bis über die Soundeffekte, hat man sofort das Gefühl, den ersten Blockbuster nachzuspielen.
 

Dominic meint:

Dominic

Wenn Predator: Hunting Grounds eins ist, dann ein unfertiges Erlebnis. An allen Ecken und Kanten merkt man, dass das Spiel zu früh auf den Markt gebracht wurde. Zwar funktioniert das eigentliches Gameplay, aber durch das schlechte Balacing ist der Sieg der Marines schon im Prinzip vorprogrammiert. Kommt es doch mal zu einem packenden Katz-und-Maus-Spiel, ist der Titel hitverdächtig. Bis dahin muss allerdings noch einiges passieren.

Positiv

  • Viele Perks und Waffen freispielbar
  • Tolle Atmosphäre

Negativ

  • Bugs, Glitsches, Abstürze
  • Predator zu schwach
  • Nur 3 Maps
Userwertung
3.5 2 Stimmen
Wertung abgeben:
3.5
senden
Forum
  • von Mistercinema:

    Der asymmetrische Mehrspieler-Shooter* Predator: Hunting Grounds erhält am 26. Mai ein erstes Update – und mit diesem kehrt eine der ikonischsten Figuren der Predator-Geschichte zurück. Arnold Schwarzenegger nimmt das erste Mal seit 1987 seine Rolle als Major Alan “Dutch” Schaefer wieder...

  • von Civilisation:

    Dominic hat sich dann mal auf die Jagd gemacht: Predator Hunting Grounds Wenn ein Film als Videospiel auf den Markt kommt, ist das immer so eine Sache. Es gilt zum einen die Atmosphäre der Vorlage zu transportieren, zum Anderen aber auch dadurch nicht das Spielerlebnis zu...

  • von Mistercinema:

    Ab sofort können Spieler im neuen Launch-Trailer von Predator: Hunting Grounds einen weiteren Blick in das asymmetrischen Multiplayer-Erlebnis werfen, das am 24. April 2020 erscheint. Jagen oder gejagt werden? Das ist die Frage in dem asymmetrischen Mehrspieler-Shooter, in dem sich Mensch und...

Insgesamt 6 Beiträge, diskutiere mit
Mehr zum Thema