The Surge im Test

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Der Spieleentwickler Deck 13 aus Frankfurt am Main ist mittlerweile auch international kein Unbekannter mehr. Mit Lords of the Fallen hatten Sie einen Überraschungshit gelandet, der mit einer rauhen und stimmigen Wikingerwelt punkten konnte und das bekannte Souls-like Gameplay in diese Welt portierte. Mit Spannung wartete man also auf das nächste Projekt, was mit The Surge ihren Abschluss nahm. Kann die bewährte Formel denn noch einmal funktionieren?

The-Surge-05In The Surge schlüpft ihr in die Rolle von Warren, der an den Rollstuhl gefesselt ist. Da er sich ein besseres Leben erhofft, heuert er bei der Firma CREO an, die für ihre Arbeit im Werk neue Leute suchen und durch die er sich wünscht, wieder gehen zu können. Dies machen Augmentierungen möglich, die für die Arbeitsstelle in der Fabrik notwendig sind. Nachdem man sich also im Recruiting Center zwischen zwei Klassen entschieden hat, die im Spiel auch als Charakterklassen fungieren, beginnt der Umbau an seinem Körper. Durch die so verursachten Schmerzen wird Warren bewusstlos und wacht einige Zeit später auf eine Art Schrottplatz auf. Scheinbar ging etwas bei seiner Augmentierung schief, so dass er eigentlich zerstört werden soll. Jedoch haben sie die Rechnung ohne Warren gemacht.

Durch seine neu erworbenen Fähigkeiten wieder laufen zu können erkundet man fortan das umliegende Gebiet. Alles ist zerfallen und menschenleer. Vereinzelte fliegende Roboter durchstreifen das Areal und greifen bei Sichtkontakt sofort an. Mit einem Stahlrohr, kann man sich anfangs gegen die Feinde gut erwehren. Das Kampfsystem ist dabei in zwei verschiedene Buttons aufgeteilt. Mit einem startet man einen horizontalen, mit dem anderen einen vertikalen Angriff. Viel wichtiger ist es allerdings für Spieler, die Angriffsmuster der unterschiedlichen Kämpfer zu durchschauen und auszunutzen. Zumeist haben sie gewisse Bewegungen, die einen bevorstehende Attacke ankündigen. Dann gilt es, sich zurückzuziehen und auf seine passende Gelegenheit für einen Hieb zu warten. Erledigte Gegner hinterlassen dabei Altmetall, das sozusagen als Währung in The Surge dient.

The-Surge-04Seid ihr einmal in der Medibay angekommen, dient diese als Ausgangspunkt für eure Erkundung. Hier könnt ihr nicht nur euer Rig aufwerten, sondern auch neue Rüstungs- und Waffenteile schmieden und Spezialfertigkeiten anlegen. Letztere findet ihr teils bei erledigten Gegnern oder aber versteckt im Gebiet. Diese können beispielsweise verlorene Lebenspunkte bei getöteten Feinden zurückbringen oder eure Hiebe verstärken. Die Aufbesserung dieser ist essentiell und verlangt neben vorher erwähntem Altmetall auch zusätzliche Bauelemente wie Wolfram, die aus beseitigten Kontrahenten extrahiert werden. Dadurch entsteht die taktische Komponente in den Auseinandersetzungen, da man solche Bauteile nur generiert, in dem man mit einem Finisher ein jeweiliges Körperteil des Feindes abreißt. Im Spiel heißt das, dass man mit dem rechten Stick eine beliebige Extremität anvisiert, die allerdings auch gepanzert sein muss, und in einer Kombination aus horizontalen und vertikalen Angriffen seine Energieleiste erhöht, bis ein solcher Finisher möglich ist. Sobald das passende Symbol erscheint, kann dieser ausgeführt werden und wird manchmal in einer speziellen Animation spektakulär in Szene gesetzt, was auch die Einstufung ab 18 Jahren erklärt.

Wie in einem Spiel dieser Art üblich müsst ihr fortan die Angriffe und Bewegungen der Widersacher studieren und grinden, um es später mit den Bossen aufnehmen zu können. Vor allem Letztere haben es in sich und fordern einiges von euch ab. Allerdings gilt es eine nötige Taktik zu entwickeln, um diese Zwischenbosse in die Knie zu zwingen. Auch hier hat man die Möglichkeit einzelne Körperteile der Feinde anzuvisieren, jedoch hat sich das in der Praxis nicht immer als Vorteil herauskristallisiert. Vor allem bei Gegnern mit mehreren Gliedern, bei denen man ein festgelegtes angreifen muss, um ihnen schaden zu können kam es schon einmal vor, dass sich das Ziel während des Angriffs veränderte und hin und wieder für Frust sorgte. Das war aber nur eine bestimmte Stelle. Beim Rest des Games funktionierte die Steuerung tadellos. Auch allgemein in Sachen Bugs muss man schon mit der Lupe suchen. Meist handelte es sich dabei um Clippingfehler in der abwechslungsreichen Umgebung, die man so voller Freude und Neugierde frei erkunden kann. Dabei sagt einem das Spiel natürlich nicht, wohin man laufen kann oder besser nicht sollte. Das wird man schon früh genug am eigenen Leib erfahren. Wer stirbt, der lässt sein getragenes Altmetall fallen und man kann es dort wieder aufsammeln, wo man zuvor gestorben ist. Eine Abstandsangabe hilft einem bei der Ortung, allerdings hängt einem ein Zeitlimit im Nacken, bevor die Ressourcen verloren gehen. Glücklicherweise erhöht sich der Counter aber wieder, sobald man einen Gegner erledigt hat, so dass es meist kein Problem war, die gesammelten Schätze erneut zu bergen.

The-Surge-01Ansonsten macht es Riesenspaß die verwinkelte Umgebung zu erkunden und zahlreiche Geheimnisse, aber auch Schergen, zu entdecken. Was mir bei den Dark Souls Spielen etwas zu kurz kam, war die Erzählung der Story. Das wird in The Surge besser gelöst. Auf seinem Weg durch das Labyrinth findet man hin und wieder Audiologs, die einem die Umstände des derzeitigen Zustands erläutern. Auch trifft man im weiteren Spielverlauf auf NPCs, denen man wahlweise helfen kann oder eben nicht, je nach eigenem Gusto. Was ihr mit eurem Dasein im Spiel anstellt, bleibt euch völlig selbst überlassen und das ist auch gut so. Auch wissen die eigenen Ideen zu gefallen, die vor allem das Sci-Fi Setting mit sich führt. Beispielsweise erhält man im späteren Verlauf des Spiels eine Flugdrohne, die man bei Bedarf während einer Auseinandersetzung auf den Gegner hetzen darf. Diese lässt sich durch Crafting auch aufbessern, allerdings benötigt man für deren Aktivierung Energie und diese ist rar gesät. Bei so vielen Freiheiten könnt ihr euren Helden auf euren Kampfstil anpassen und das Spiel mit eurem eigenen Tempo angehen.

 

Michael meint:

Michael

Wer Bloodborne und die Dark Souls Reihe mittlerweile im Schlaf durchspielen kann, der wird sich sicherlich über The Surge freuen. Es bringt das bekannte Gameplay in eine Science-Fiction Story, aber nutzt die geläufige Formel nur, um sie nach eigenen Regeln etwas zu anzupassen. Hier ist beispielsweise das taktische Kampfsystem mit dem Anvisieren der einzelnen Körperteile zu erwähnen, was die Spieler zu ausgeklügelten Überlegungen zwingt. Wer also kein Problem mit dem knackigen Schwierigkeitsgrad hat und gerne wieder neues Futter für die dunklen Abende braucht, ist bei The Surge genau richtig. Meiner Meinung nach ist es etwas zugänglicher als die Erfolgsspiele von From Software, was vor allem an der Erzählung der Story liegt. Klare Kaufempfehlung!

Positiv

  • Souls-like Gameplay im Sci-Fi Setting
  • großartige Vertonung
  • taktisches Kampfsystem

Negativ

  • Anvisieren der Gegner manchmal schwierig
  • genretypischer, hoher Schwierigkeitsgrad
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Forum
  • von Phill XVII:

    Zu Surge wurde auch nen Vergnügungspark DLC angekündigt. m.gameswelt.de/the-surge/news/…wird-der-erste-dlc,279330...

  • von Civilisation:

    Der Test zum Spiel stammt von unserem Michael. The Surge Der Spieleentwickler Deck 13 aus Frankfurt am Main ist mittlerweile auch international kein Unbekannter mehr. Mit Lords of the Fallen hatten Sie einen Überraschungshit gelandet, der mit einer rauhen und stimmigen...

  • von Captnkuesel:

    Habe es auch im steam deal gekauft, angespielt, und bisher für gut befunden. Aber mit Splatoon 2 und Isaac zocke ich momentan wieder zu viel Switch ...

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