The Little Acre

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Das Leben geht weiter! Oft gehört, oft gebraucht und vorzüglich im Videospielbereich zu benutzen. Denn, auch wenn Genres und Spielereihen kommen und gehen, das (Zocker-)leben geht weiter.  In den 80`ern und 90`ern hüpften und schossen, rätselten und lasen sich die Spieler durch unzählige Jump n Runs, Shoot em ups und Point n Click Adventures. Damals beherrschten sie den Markt, heute zählen sie zu den Randerscheinungen. Vor allem das Point n Click Adventure war zwar nie wirklich weg, die meisten der ohnehin sehr wenigen Veröffentlichungen fanden aber quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Abgesehen von Baphomets Fluch gab es da nicht viel. Der Trend geht (leider) in die Richtung interaktiver Film. Die Verkaufszahlen der zahlreichen Telltale Spiele sind bezeichnet. Viel zu tun gibt es dort nicht.
 

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Das man aber auch hier im Indiebereich fündig wird, ist überraschend. Noch überraschender ist die Tatsache, das sich „The little Acre“ in keinem Bereich hinter den Großen des Genres verstecken muss.

Die Geschichte ist schnell erzählt. Die kleine Lucy lebt gemeinsam mit Hund, Vater und Großvater auf einem mickrigen Bauernhof. Abgelegen von der, nicht näher benannten, Stadt ist der Ooa mit zahlreichen seltsamen Erfindungen beschäftigt. Der Vater kümmert sich um den Hof, während Lucy das macht, was Kinder eben so machen: Chaos und jede Menge dummes Zeug. Ihre Mutter ist bereits verstorben. Innerhalb kurzer Zeit verschwindet der Großvater und in den ersten Spielminuten auch der Vater.
 


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Warum, wohin und wie die Familie (hoffentlich?) erneut zusammenfindet, ist Gegenstand des Spiels das, wie eingangs erwähnt, als klassisches Point'n Click Adventure daher kommt. Eine Befehlsleiste, wie sie die alten Lucasfilm Games Abenteuer boten, sucht ihr jedoch vergebens. Statt dessen steuert man die Spielfigur direkt. So, wie es bereits die Remakes von Monkey Island 1 & 2 vormachten. Die Grafik präsentiert sich nahezu in Trickfilmqualität, erinnert hierbei aber an Animationsfilme der späten 80`er. Erinnerungen an „Walhalla“ und ähnliche Filme werden wach. Die, leider nur in englischer Sprache verfügbare, komplette Vertonung ist top und gibt keinen Grund zur Nörgelei.

Dem modernen Zeitgeist, oder besser der heutigen scheinbar überall herrschenden Ungeduld geschuldet, bietet das Spiel bei allen Rätseln Lösungshilfen. Ehrlich gesagt sind diese hin und wieder nötig. Nicht jedes Rätsel ist unbedingt logisch. So wird sich manch einem nicht erschließen, warum er an einen weit oben hängenden Hafersack nicht mithilfe einer kleinen Trittleiter herankommt. Man probiert Dinge aus und versteht nicht sofort, weshalb die Aktion jetzt nicht durchgeführt werden kann. Erst im späteren Verlauf kommt die Erkenntnis. Der Spielspaß wird hierdurch jedoch nicht geschmälert. In einer Sackgasse landet ihr ohnehin nicht. Wer beharrlich alles mögliche ausprobiert findet früher oder später die Lösung. Der Schwierigkeitsgrad ist eher gering. Zudem,  selbst einstmals gefeierte Oldies von Sierra sind in diesem Bereich nicht besser. So dürfte auch der Gelegenheitsspieler ohne große Probleme in kürzester Zeit das Ende des Spiels erblicken.

 

Bis es so weit ist, erlebt ihr jedoch ein wunderschönes, oftmals zum laut Lachen anregendes Adventure, wie ihr es in den letzten Jahren nur selten gespielt habt.

 

 

Alexander meint:

Alexander

Anfangs eher verschrien muss ich hier meine zwischenzeitlich aufgekommene Liebe für den Indiebereich eingestehen. Nicht nur das Er, wie schon häufig angemerkt, ein Sammelsurium für Spiele aus an sich ausgestorbenen Genres bietet. Mit The Little Acre wird erneut gezeigt das Indie nicht mit Adjektiven, wie „billig“ und „klein“ gleichzusetzen ist.

The Little Acre wirkt in allen Bereich hochwertig. Komplette Sprachausgabe war lange Zeit selbst bei A Produktionen kein Normalzustand und die Grafik wäre in den 80`ern fast schon als Kinofilm durchgegangen. Die herzerwärmende Story inklusive der allesamt sympathischen Charaktere, gepaart mit viel Witz und „Spaß an der Sache“ machen The Little Acre zu einem kleinen, großen Geheimtipp für alle Adventureliebhaber und jenen, die es werden wollen.

Positiv

  • Wunderschöne handgezeichnete Geschichte
  • Toll erzählte Geschichte mit viel Witz
  • für jeden schaffbar

Negativ

  • wenn man will, kurze Spielzeit
  • immer nur ein Lösungsweg
  • daher kaum Wiederspielwert
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Forum
  • von Azazel:

    Ja absolut. Kommt man nicht weiter, einfach "Hinweis" anklicken. Bringt der auch nix kann man sich direkt die Lösung anzeigen lassen ...

  • von Aya:

    Für jeden schaffbar? Wirklich für jeden? ...

  • von Azazel:

    Und heute durchgezockt! Also ich finde es wirklich klasse. Leider ist es aber sehr kurz. Hat mich spielerisch und auch in Sachen Story voll gepackt.

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