Shadow Tactics: Blades of the Shogun im Test

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Commandos im Fernost Stil? Mit dem neuen Daedalic-Hit Shadow Tactics: Blades of the Shogun steht endlich mal wieder ein echtes Echtzeit-Taktik-Spiel in den Regalen. Was es bietet? Das werde ich euch beschreiben.

Shadow_Tactics_Blade_of_the_Shogun_neXGam_11Gespannt schaue ich Hayato dabei zu, wie er am Efeu eine Anhöhe hinauf klettert. Hayato, ein stolzer Ninja, der schon einiges mitgemacht zu haben scheint, hat mit der Erhöhung natürlich kein Problem. Wieselflink und vor allem flüsterleise kraxelt er sie empor, während ich aus isometrischer Perspektive zuschaue. Sobald er oben angekommen ist, gebe ich ihm den Befehl direkt ins nächstgelegene Gebüsch zu verschwinden. Ich sondiere die Lage. Vor mir liegt ein liegen gebliebener Versorgungszug der Rebellen, bei dem Versuch einen Fluss zu überqueren ist wohl die Brücke nicht ganz stabil gewesen. Meine Mission ist es hinter den feindlichen Linien Unruhe zu stiften, indem ich einige der gegnerischen Generäle ausschalte und Verstärkung in Form von Samurais rufe, die den Rest erledigen. Kein leichtes Unterfangen, durch den ungeplanten Stopp des Versorgungszugs sind die Wachen aufgeweckt und durchsuchen die naheliegenden Gebüsche und Felsspalten. Es sind zu viele Wachposten für Hayato, der zwar mit seinem Shuriken und Überraschungsangriff in der Lage ist zwei Gegner gleichzeitig auszuschalten, doch das vor ihm liegende Terrain bietet keine Gelegenheit.
 
In diesem Moment entdeckt Hayato den Grund für die Aufgewecktheit der Wachmannschaften, er erspäht ein noch sehr junges Mädchen, das sich auf einer anderen Anhöhe im Gebüsch versteckt. Zeitgleich schreit eine der Wachen schmerzerfüllt auf und geht zu Boden, von einer Falle niedergestreckt. Ich nutze die Gelegenheit und erteile Hayato den Befehl die weitere Wache niederzustrecken, bevor sie Alarm schlagen kann. Nachdem die Leichen im nächstgelegenen Gestrüpp verborgen sind, lerne ich das junge Mädchen kennen. Yuki ist ihr Name und sie ist als Waise auf den Straßen aufgewachsen, was sie durch ihre List und Fingerfertigkeit beim Fallenbau eindeutig demonstrieren konnte. In Hayato sieht sie einen Lehrmeister, welcher jedoch davon erstmal nichts wissen will, doch sei es drum, er wird Yuki nicht los. Und bereits zwei Minuten später bin ich froh sie dabei zu haben, sie ist zwar körperlich schwacher als Hayato, dafür aber noch flinker und kann mit ihrer Flöte, auf der sie Vogelgeräusche imitiert, Wachen perfekt anlocken. Natürlich ist das alles noch effizienter, wenn ich die Wachposten direkt in eine Falle locke, das muss aber unbedingt aus dem Sichtfeld aller anderen Patrouillen (und Zivilisten) geschehen, damit kein Alarm ausgelöst wird. Und so arbeite ich mich mit wirksamem Teamwork der beiden Charaktere erfolgreich durch die Mission.
 
Shadow_Tactics_Blade_of_the_Shogun_neXGam_22Moment mal - isometrische Perspektive, verschiedene Persönlichkeiten mit einzigartigen Fähigkeiten, zerklüftetes, von Gegnern bewachtes Terrain, dabei eine oder mehrere Missionsziele, die nur mit geschickter Zusammenarbeit aller Charaktere erfüllt werden können? Das erinnert doch ziemlich an den Taktik-Klassiker Commandos, der um die Jahrtausendwende die Herzen der PC Spieler unter Anderem durch seinen gehoben Schwierigkeitsgrad eroberte. Mit Shadow Tactics: Blades of the Shogun bringt Daedalic ein Werk des deutschen Entwicklerstudios Mimimi Productions in die Läden und belebt somit ein lange totes Genre wieder. Entgegen der Commandos Reihe, wo der Zweite Weltkrieg das Setting war, spielt Shadow Tactics in Japan in der früheren Edo-Periode im Jahre 1615. Ein neuer Shogun regiert das Land, indem die Wirtschaft und die Lebensqualität der Bürger prosperiert. Doch ein Aufstand soll den Regent stürzen, und wir müssen das in 13 durchaus umfangreichen Missionen zu verhindern wissen, zur Verfügung stehen uns fünf einzigartige Charaktere. Da wären zum einen die bereits angesprochenen Hayato und Yuki, dann Mugen, ein Samurai der eher Stärke und rohe Gewalt zu seinen Fähigkeiten zählt. Darüber hinaus Aiko, eine Verwandlungskünstlerin die mit viel List Wachen ablenkt und feindliche Linien durchqueren kann. Zu guter Letzt Takuma, ein schon etwas älterer Zeitgenosse, der es dank Holzbein mit der Beweglichkeit nicht mehr ganz so hat, dafür aber mit Scharfschützengewehr und tierischem Begleiter helfend eingreifen kann. Was also erstmal von der Story her recht generisch klingt, ist dafür vom Gameplay her umso komplexer und vielfältiger.
 
Und genau dieser Eindruck bestätigt sich dann auch während des Spielverlaufs. Die Missionen sind bunt gemischt gestaltet, die Locations sind nett, könnten aber einen Ticken abwechslungsreicher sein. Dafür laufen manche Aufgaben unter speziellen Bedingungen ab, es gibt beispielsweise Schneefall, der unsre Fußspuren sichtbar macht, was man natürlich aber auch als Vorteil nutzen kann. Andernorts hindert die sumpfige Landschaft, indem unsere Bewegung sehr laut ist und so Wachen auf sich aufmerksam macht, und in einigen Missionen agieren wir in der Dunkelheit, was Lichtquellen zur Gefahr macht. Dass man auch storygebunden immer nur mit einer Teilmenge der fünf Persönlichkeiten spielt, hilft ebenfalls den Abwechslungsreichtum zu erhöhen, da man sich nicht eben immer auf die gleichen Taktiken verlassen kann. Die möglichen Interaktionen der einzelnen Charaktere sind sehr vielfältig, besonders zu erwähnen ist der Shadow Mode, in dem man ihnen Befehle geben kann, und diese dann zeitgleich per Tastendruck ausführen kann. Es ist dann schon oft eine Befriedigung, eine schwere Stelle mit einem klugen Manöver bewältigt zu haben, was bei mir den meisten Spielspaß ausmachte. Natürlich vergehen bis dahin einige Versuche und dass somit Shadow Tactics allerdings auch zu einer Quicksave/load Orgie wird, sollte jedem Interessenten bewusst sein.
 
Shadow_Tactics_Blade_of_the_Shogun_neXGam_41Der Schwierigkeitsgrad ist eher moderat gehalten, auf „Normal“ kann man es auch als Genre Neuling einigermaßen gut schaffen. Anreize für erfahrenere Spieler bieten sich durch höhere Einstellungen in diesem Menüpunkt und eine Menge von Orden, die man in den einzelnen Missionen erlangen kann. Hilft beispielsweise das Durchqueren eines Flusses bei einer Aufgabe enorm, so darf man es nicht, um den Orden zu bekommen. Alles in allem sehr gut gemacht, erhöht dieses System den Wiederspielwert, wenn man sich auf die Herausforderung einlassen will. Insgesamt hinterlässt Shadow Tactics einen sehr guten Eindruck, wer dem Genre nicht abgeneigt ist, kann hier bedenkenlos zugreifen.



meint:

Shadow Tactics ist wirklich spaßig. Das Brüten über die richtigen Aktionen um weiterzukommen war immer wieder interessant. Abwechslungsreichtum ist immer gegeben, und so vergeht teilweise ein ganzer Abend, bis man eine Mission fertig hat. Die Erleichterung, wenn man eine schwere Stelle gemeistert hat und die Quicksave Taste drückt, führt zum „Nur noch Fünf Minuten“-Effekt. Mit Shadow Tactits hat Mimimi Productions ein wirklich sehr gutes Spiel abgeliefert! Im zweiten Quartal 2017 dürfen dann übrigens auch Playstation 4 und Xbox One Besitzer Hand anlegen. Wir werden diesem Artikel dann ein zeitnahes Update verpassen.

Positiv

  • Abwechslungsreiche Missionen
  • Hoher Wiederspielwert
  • Süchtig machendes Gameplay

Negativ

  • Story nur Beiwerk
Userwertung
9.7 2 Stimmen
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Forum
  • von Captnkuesel:

    Das Spiel ist geladen, hier ist der Nexgam Test: NexGam schrieb: Commandos im Fernost Stil? Mit dem neuen Daedalic-Hit Shadow Tactics: Blades of the Shogun steht endlich mal wieder ein echtes Echtzeit-Taktik-Spiel in den Regalen. Was es...

  • von Captnkuesel:

    Mistercinema schrieb: Siehste wegen solcher Sachen warte ich auf die Xbox Version Capt. Während des Wartens ist ja vielleicht dann doch mal das Spiel geladen ...

  • von bluntman3000:

    Azazel schrieb: Also ich würde ihn lesen Ich auch!...

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