Mortal Kombat X im Test

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Es kommt mir vor, als wäre ich in einer Zeitkapsel gefangen gewesen, als ich das Testmuster von Mortal Kombat X in den Händen hielt und das X mir verriet, dass es sich schon um den zehnten Serienteil handelt. Dabei war der Serienstart gefühlt nicht so lange her. Doch ich irre mich: Es sind satte 23 Jahre vergangen, seit die Serie ihren Einstand feierte.

Mortal_Kombat_X_3In dieser Zeit ist einiges in der Videospiellandschaft passiert: Konsolen kamen und gingen und die Toleranz der breiten Masse gegenüber den Videospielen wurde größer. Aber Mortal Kombat polarisiert noch immer und das so sehr, dass es offiziell in Deutschland nicht zu kaufen ist. Kommt euch das bekannt vor? Jupp, zum Release seiner Vorgänger in „good old Germany“ sah es nicht anders aus. Doch genug mit der Geschichtsstunde, reden wir lieber über den Inhalt, den ich für ein Prügelspiel dieser Gattung recht beachtlich finde.

Neben einem klassischen Storymodus, in dem ihr in die Haut jedes Protagonisten schlüpft, haben es mir die lebenden Türme am meisten angetan. Denn diese haben täglich wechselnde Aufgaben, welche mich jedes Mal wieder ermutigen, das Spiel in die Konsole zu stecken. Ein weiterer Motivationsbooster sind die Fraktionskriege, denen ihr beitreten dürft. Tretet ihr einer der fünf Gruppierungen bei, könnt ihr Fraktionspunkte ergattern, indem ihr vorgegebene Aufträge erfüllt. Als Beispiel müsst ihr mit Jonny Cage zwei Runden gewinnen oder einen bestimmten Fatality in einer vorher ausgewählten Karte ausführen. Am Ende einer Kriegsperiode wird die Gruppe mit den meisten Punkten von Netherrealm belohnt. Das motiviert!

Doch hier hörte Entwickler Netherrealm nicht auf. Für gewonnene Kämpfe, lange Combo-Serien usw. werdet ihr mit Koins überschüttet, die am besten in der Krypta auf den Kopf gehauen werden, um Köstume, Musikstücke, Fatality-Tastenkombinationen, Artworks und andere Goodies zu erhalten. Beim Design der Krypta haben sich die Entwickler von einem alten Rollenspiel inspirieren lassen. In der Ego-Ansicht wandert ihr von Grab zu Grab und müsst euch für eines entscheiden. Für Übersicht sorgt hierbei eine Karte, die jederzeit euren Standort anzeigt. Das wird zudem von einer gruseligen Atmosphäre unterstützt. Was das Kampfsystem angeht, hat Ed Boon und sein Team das bestehende Fundament des Vorgängers genommen und dieses leicht ausgebaut. Somit sind die X-Ray-Moves auch wieder mit von der Partie, die einiges an Lebensenergie absaugen und dank Unreal Engine 3 fabelhaft aussehen.

Vor jedem Match kann sich der Spieler für einen von drei Kampfstilen für seinen Charakter entscheiden, was in der Praxis viel mehr Strategien ermöglicht. Doch wäre es schöner gewesen, nach jeder Runde erneut einen anderen Stiel zu wählen, um sich vielleicht noch besser an seinen Gegner anzupassen. Eine kleine taktische Komponente bringen die aktiven Items in der Location, die ihr nach eurer Wahl mit in den Kampf einbeziehen könnt. Da wären zum Schluss natürlich die Fatalities, die das Aushängeschild der Serie sind. Die sind wie gehabt recht blutig und teils übertrieben, aber wer darauf steht, wird auf seine Kosten kommen. Erwähnen sollte man hierbei zudem, dass die Brutalities aus Ultimate Mortal Kombat 3 wieder dabei sind.

Mortal_Kombat_X_1Bei dem sonst recht hohen Niveau, welches Netherrealm mit Mortal Kombat X erreicht hat, muss ich aber zwei Kritikpunkte bemerken. Der erste hat mit den Fatalities zu tun. Waren damals die Tastenkombinationen ein großes Geheimnis, welches findige Spieler nach stundenlanger Session rausfanden, um im Kampf mit einem menschlichen Gegner diesen zu erniedrigen, ist dies dank Trainingsoptionen einfach nichts Besonderes mehr.

Weiter geht der Entwickler noch mit den Easy-Fatalities, die wahlweise für echtes Geld an den Kunden gehen. Hier wird der Zauber des kontroversen Systems komplett zerstört. Der zweite Punkt hat mit dem Flow der Kämpfe zu tun: Wenn man sich andere Beat ‘em ups in dem Genre anschaut, merkt man im Vergleich zu Mortal Kombat X, dass die Kämpfe viel runder und weniger hölzern wirken. Das war aber schon immer ein Problem der Serie, was mich jedes Mal genervt hat.




Dominic meint:

Dominic

Im 16-Bit-Krieg gab es nur zwei Fronten: Sega oder Nintendo. Im ersten Beat-‘em-up-Krieg waren es Mortal Kombat gegen Street Fighter II. Ich muss gestehen, damals hat mir das blutige Spektakel zu wenig Tiefgang geboten und das trotz digitaler Kämpfer und Fatalities. Aber die Serie hat sich in den 23 Jahren weiterentwickelt und es mit Mortal Kombat X fast zur Perfektion getrieben. Trotzdem ist die Konkurrenz dank flüssigerem Kampfsystem einen kleinen Schritt voraus. Aber in Aspekten wie Inhalt schlägt Netherrealms blutiges Werk die kompletten Rivalen!

Positiv

  • Interaktive Umgebung
  • Viel Inhalt
  • Guter Onlinemodus

Negativ

  • Nicht in Deutschland zu bekommen
  • Spielflow ein bisschen hölzern
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9.1 15 Stimmen
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Forum
  • von khaos:

    Cool, viel Spaß im Urlaub ...

  • von Krishan:

    Gerne, bin nur ab Freitag eine Woche im Urlaub. Komme aber gerne darauf zurück!!!...

  • von khaos:

    Eigentlich nicht. Weder bei SFV, Xrd, noch bei KoF XIV. Obwohl die meist eher lagreichen Spiele auch eher überflüssig sind. Wenn man sich aber nicht verabreden kann ist das schon bescheiert. Schade. Hast du Lust dich mit mir am Sonntag mal in ner Lobby zu treffen?...

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