Flinthook im Test

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Der Indiebereich als zuverlässiger Lieferant für neue Spiele ist heute nicht mehr wegzudenken. Dabei ist es noch gar lange her, dass Er, dank innovativer Konzepte und den etwas »anderen« Games, vom Geheimtipp zum normalen Spielelieferant avancierte. Egal ob PC, PS4, Xbox One oder Switch. Ohne ihn geht  es eigentlich nicht.

 

FH_1Beschäftigt man sich jedoch näher mit dem dortigen, schier unüberschaubaren Spieleoutput stellt man fest: Innovation und Mut zu Experimenten, etwas für was er bekannt war, sind zwischenzeitlich auch dort Mangelware. Pseudo Retrografik in 8- und 16-Bit Varianten ist aller Orts zu finden, einige wenige Genres dominieren den Bereich. Castleroids und Rogue Like Games stehen an der Spitze. So ist es nicht sonderlich verwunderlich, das mit FLINTHOOK, ein Rogue Like Castleroid auf der Matte steht.


 

FH_2Unserem titelgebenden Helden wurde die holde Maid von bösen Space Piraten entführt. Doch ein Held wäre kein Held, wenn er sich nicht alsbald an die Rettung eben jener machen würde. Mit kleinem Schiff, aber großem Anker, werden fortan die scheinbar unendlich vorhandenen Piratenschiffe geentert. Kaum hat man feindlichen Boden betreten, springen, hangeln und ballern wir uns in schöner old school Pixelgrafik durch die zufallsgenerierten Areale. Die Bewaffnung besteht zunächst lediglich aus einer Plasmapistole mit kurzer Reichweite, sowie einem Greifhaken. Letzterer ist überlebenswichtig, denn die Sprungkraft unseres Helden ist bescheiden. Nur mit dem Haken erreicht ihr schnell höhergelegene Ebenen und weiter entfernte Plattformen. Die Schiffe sind stets in kleine Bereiche, meist nur bildschirmgroß, unterteilt und entweder durch knifflige Sprung- und Hangelpassagen, oder das Eliminieren aller vorhandenen Gegner zu durchqueren. Nicht selten weist ein Raum, ganz Castleroid like, zwei und mehr Ausgänge auf.  Angst, sich für den Falschen zu entscheiden, müsst ihr nicht haben, ihr könnt immer wieder in die zuvor besuchten Räume zurück. Auf jedem Schiff gilt es, eine große Schatzkiste zu finden, um den darin enthaltenen Geisterstein zu bekommen. Hiervon benötigt ihr wiederum eine bestimmte Anzahl, bevor ihr den jeweiligen Levelboss aufsuchen dürft.

 

FH_3Was auf dem Papier nett klingt, entpuppt sich in der Realität als stellenweise frustiges und zähes Erlebnis. Schnelle Fortschritte könnt ihr nicht erwarten. Ohne Grinden geht quasi nichts. Sind die ersten ein, zwei Schiffe noch halbwegs machbar, wird man sich spätestens am Dritten die Zähne ausbeißen. Die Lebensenergie wird nämlich erst nachdem man den Endboss besiegt hat, wieder aufgefüllt. Zwar gibt es innerhalb der Levels Heilitems, die Energie verliert ihr oft aber schneller, als ihr neue bekommt. Schnödes Auswendiglernen ist nicht drin. Jedes Schiff ist zufallsgeneriert. Damit einher der sehr unausgewogener Schwierigkeitsgrad. Eben noch hoppst man Problemlos durch ein komplettes Schiff, da geht man im ersten Raum des Zweiten beinahe drauf. Besonders happig sind nicht etwa die zahlreichen Gegner, sondern die fallengespickten Räume. Selbst pixelgenaue Sprünge, katzenhafte Reflexe und ein gut geschultes Auge können den Energieverlust selten verhindern. Zudem entpuppt sich der, eigentlich lebensnotwendige Haken oftmals als, genau, Haken. Allzu schnell hakt er nämlich dort ein, wo er das nicht soll. Speziell beim ersten Endboss werden viele Zocker, aufgrund dieser Prämisse, gefrustet ins Pad beißen.

 

FH_5Wer fleißig grindet, kann das durch zusätzliche Lebensenergie und Perks abmildern. Mit deren Hilfe verstärkt ihr zum Beispiel Reichweite und Power eurer Pistole.  Dennoch wird es vorkommen, dass ihr in an sich einfachen Schiffen ins Gras beißt. Umso größer ist dafür die Freude wenn nach zig Versuchen der Levelboss fällt. Immerhin kann man fortan, auch nach dem Ableben, direkt im nächsten Abschnitt beginnen. Dieser wartet dann mit teilweise neuen Grafiken und Sounds auf. Zum normalen Spielemodus gesellt sich der Challangemodus. Hier gibt es täglich neue Herausforderungen. Extra EXP und Gold winken dem Sieger.

 

Alexander meint:

Alexander

Flinthook ist für mich ein Wechselbad der Gefühle. Im Grunde würde ich das Spiel gerne lieben. Detailverliebte, knuffige Grafik, teilweise tolle Sounds und das mir gelegene Castleroid Spielprinzip sind genau mein Ding. Auf der anderen Seite treibt mich der Frust förmlich zur Weißglut wenn ich, mal wieder, kurz vor dem Levelboss in einem kleinen Raum die Hälfte der Energie verliere. Der, dank zufallsgenerierten Levels, unausgewogene Schwierigkeitsgrad zerstört für mich den größten Teil der Spielfreude. Durchdachte „handmade“ Levels hätten hier für ein wesentlich besseres Spielgefühl gesorgt und Flinthook in einen richtigen Hit verwandelt. So bleibt es ein gutes Spiel für frustresistente, ausdauernde Gamer.

Positiv

  • easy to learn
  • im Prinzip einfaches Gameplay
  • hübsche Pixelgrafik

Negativ

  • unausgewogener Schwierigkeitsgrad
  • schnell eintönige Musik
  • zu grinding lastig
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Forum
  • von Civilisation:

    Alexander hat sich mal wieder mit einem Independent-Spiel beschäftigt. Flinthook Der Indiebereich als zuverlässiger Lieferant für neue Spiele ist heute nicht mehr wegzudenken. Dabei ist es noch gar lange her, dass Er, dank innovativer Konzepte und den etwas »anderen« Games,...

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