Rigid Force Redux im Test

PlayStation 4Xbox One

Die Hochzeit der Shoot em ups ist lange vorbei. Erschienen Mitte der 80`er bis in die frühen 90`er monatlich neue Kracher, so muss man sie heute mit der Lupe suchen. Zumindest auf aktuellen Konsolen. Erscheint doch mal eins, fällt es nicht selten in die Kategorie der „bullet Hell“ Shooter. Mit Rigid Force Redux erscheint nun, nach Sturmwind, ein weiterer Vertreter der klassischen horizontalscrollenden Shoot em ups.

Rigid_Force_Redux_Titel

Gleich zu Beginn erwartet euch eine kleine Introsequenz, die wohlige Erinnerungen an R-Type 2 hervorruft und den Adrenalinpegel pushen soll. Kurz und knackig ist die passende Beschreibung. Im voll eingedeutschten Hauptmenü habt ihr die Wahl zwischen dem Story-, Arcade und Bossrush Modus. Für die beiden letztgenannten müsst ihr die Levels jedoch zunächst im Storymodus freischalten. Dies geschieht denkbar simpel: Spielt den jeweiligen Level im Storymodus durch.

Dank dreier wählbarer Schwierigkeitsgrade sollte das kein Problem sein. „Leicht“ ist im Falle von Rigid Force wirklich leicht, sodaß auch Anfänger nach ca. 45 Minuten das Ende sehen dürften. Doch schon der mittlere Schwierigkeitsgrad verlangt euch einiges ab. Die Gegner sind schießfreudiger, zudem verliert ihr nach jedem Ableben alle Powerups. Im leichten Modus treiben diese nach dem Abschuss noch eine Weile auf dem Bildschirm herum und können wieder eingesammelt werden. »Schwer« ist demzufolge richtig schwer.

Rigid_1Apropos Powerups. Hier erwarten euch drei verschiedene Primärwaffensystem. Laser- (blau), Streu- (rot) und ein von Wänden und Hindernissen abprallender (grün) Schuss warten darauf, eingesackt zu werden. Ein wechseln auf Knopfdruck ist nicht möglich. Es ist immer nur ein System aktiv. Zudem gibt es Sekundärwaffen wie Homingmissels oder Bodenbomben. Als Homage an R-Type und Gradius sind die Satelliten zu sehen. Anders als beim großen Vorbild könnt ihr bis zu vier dieser nützlichen Helfer einsammeln. Standardmäßig sind sie vor eurem Schiff positioniert. Dann sehen optisch wie eine Kopie des R-Type Pendants aus. Per einfachem Druck auf die Schultertasten könnt ihr sie auf vier verschiedene Positionen rund um euer Schiff schicken. So deckt ihr blitzschnell alle Feuerzonen ab. Gepaart mit dem grünen Power up, verwandelt ihr den Bildschirm für alle Gegner in eine wahre „Bullet Hell“ und vernichtet auch feige von hinten angreifende Gesellen. Zu guter Letzt lässt sich jedes Waffensystem aufladen. Was bei Ihrem Klassiker durch schnödes Feuerknopf gedrückt halten möglich ist, funktioniert hier anders. Jeder erledigter Gegner hinterlässt grüne »Orbs«. Diese solltet ihr tunlichst einsammeln (per Schultertastendruck auch auf größere Distanz möglich) denn sie bilden die Energie für den »Superschuss« der jeweiligen Primärwaffe. Im ein oder anderen Kampf kann er euch das Leben retten.

Rigid_2Jeder im Storymodus erledigte Level ist fortan auch im Arcade Modus verfügbar und jeder besiegte Endgegner kann nochmals im Bossrushmodus erledigt werden. Im Arcade Modus kommen Collectibels hinzu. So solltet ihr in den Levels schwebende Astronauten einsammeln und Datenboxen abschießen. Ansonsten sind die Level bzw. Gegner unverändert. Zudem sind die Abschnitte, sowohl im Arcade als auch im Storymodus, fortan einzeln anwählbar.

Rigid_3Grafisch ist Rigid Force kein Brett aber durchaus gelungen. Die insgesamt sechs Stages sind abwechslungsreich und reichen vom obligatorischen Weltall über Wüsten und Vulkanlandschaften bis hin zu technischen Einrichtungen. Die Hintergründe sind hübsch gemacht und ständig ist irgendetwas in Bewegung ohne jedoch vom eigentlichen Spielgeschehen abzulenken oder für sonstige Verwirrung zu sorgen. Es ist immer klar erkennbar was zum Hinter- und was zum Vordergrund gehört. Während die Standardgegner etwas mehr Liebe und Abwechslung gebrauchen könnten, sind die Endbosse überwiegend toll designt. Auch hier findet sich die ein oder andere Anleihe an R-Type und Gradius.

Der Sound ist, wie immer, Geschmackssache passt mit seinem Techno/Synthie Mix jedoch perfekt zu einem solch klassischen Shoot em up.

Klingt alles perfekt. Ist es am Ende dennoch nicht ganz. Wie eingangs erwähnt ist das Spiel im einfachsten Schwierigkeitsgrad wirklich einfach. An sich ist das kein Problem, denn so sollte es ja sein. Allerdings hat man danach alles gesehen, was Rigid Force Redux zu bieten hat. Weder im Story- noch im Arcade Modus kommen auf höheren Schwierigkeitsgraden neue Dinge hinzu. In der getesteten Xbox One Version gibt es zudem im 2. Level, nach dem Einsammeln der Satelliten, fiese Grafikbugs. Statt der Satelliten blinkt eine schwarze Fläche auf. Hat man alle vier eingesammelt, nimmt der Bug gut 1/3 des Bildschirms ein. Auf Mittel oder Schwer wird das Spiel hierdurch unspielbar.

Am Ende ist Rigig Force Redux ein durchaus gutes aber nicht überragendes Shoot em up.

 

Alexander meint:

Alexander

Wer klassische Shoot em ups ala R-Type, Gradius, Darius und wie sie alle heißen mag, ist bei Ridig Force Redux genau richtig. Es bietet all das, was wir an den Klassikern lieben. Nur eben nichts Neues. Wer 20 Jahre nach der Hochzeit des Genres nach Innovationen sucht, muss leider weitergehen. Dafür werden hier auch Anfänger glücklich. Mir persönlich gefällt das Spiel deutlich besser als der X-te Vertreter des Bullet Hell Genres. Auch das ähnliche „Sturmwind“ wird für mich klar deklassiert. Ich kann Ridig Fore Redux allen Genrefans wärmstens empfehlen.

Positiv

  • Klassische Shoot em up Kost
  • Abwechslungsreiche Grafik
  • auch für Einsteiger geeignet...

Negativ

  • was anderen viel zu einfach sein dürfte
  • Einmal durchgezockt hat man alles gesehen
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Forum
  • von Ghost of Sparta:

    Vielleicht kommt ja noch ne Retail?! ...

  • von Azazel:

    Rigid Force hat imo das wesentlich bessere balancing. Spielt sich insgesamt runder. Bei Sturmwind hatte ich zb massive Probleme mit der Hintergrundgrafik. Übrigens haben wir auch nen Test zu Sturmwind Ex. ...

  • von pseudogilgamesh:

    Bin in letzter Zeit mehr u mehr offline am Daddeln only (+ war /bin heute in Hast), insofern hab ich da echt lang nit mehr geguckt; mea culpa u wird nachgeholt. Auf nen flüchtigen Blick fällt mir schonmal die "besser als Sturmwind"-Punchline auf, welche sich spielerisch ja als adäquat...

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