Townsmen im Test

Dieses Spiel kam quasi völlig aus dem Nichts und überraschte mich in vielerlei Hinsicht, obwohl es doch bereits schon lange da ist. Townsmen ist ein Aufbaustrategiespiel alter Schule, das sich lieber auf beständige Tugenden, als auf Experimente verlässt. Ich habe versucht herauszufinden, ob es damit auf der Nintendo Switch punkten kann.

Townsmen-01Es war einmal vor langer Zeit, als ich noch ein Bub war und wir unseren ersten PC hatten. Da flimmerte fast wochenlang ein bestimmtes Spiel über unseren Farbmonitor des 486er PCs und das war Die Siedler von Blue Byte. Ein Strategiespiel, das uns mit einfachen Mitteln in seinen Bann zog und mir persönlich sehr viel Spaß bereitete. Als ich den Trailer zu Townsmen sah, kamen genau diese Erinnerungen wieder zurück. Klar, die Siedler Spielreihe von Ubisoft ist noch heute am Leben und hat eine riesige Community, von der sie zehren kann. Doch mir persönlich ist die Reihe ein Stück weit zu komplex geworden. Ich möchte kein Micromanagement betreiben müssen, um Handelsketten zu perfektionieren und genau hier kommt Townsmen von Handy Games ins Spiel.
 
Im Mobilesektor ist Townsmen kein Unbekannter. Im Gegenteil! Auf Smartphones gibt es mittlerweile mehrere Titel mit diesem Namen und alle laufen unter der Free2Play Fahne. Somit ist Townsmen für die Switch quasi eine Umsetzung dieser Smartphone Games, wobei auch bereits eine Fassung für den PC unter Steam erschien. Auf der Nintendo Konsole hat man das Spiel aber umgestaltet, um dem Konsolenanspruch zu genügen. In der Praxis heißt das, dass man ähnlich wie damals bei Die Siedler oder auch in den Anno Spielen sein Dorf aufbaut und sich um die Belange der Bewohner kümmert. Dazu verfügt das Spiel über einen ausgiebigen Tutorialmodus, der in verschiedene Szenarien eingeteilt ist und uns sowohl in das Gameplay einführt, als auch einen Hauch einer Story mitbringt.
 
Townsmen-04Ausgangspunkt eines jeden Weilers ist das königliche Schloss. Dieses dient gleichzeitig als Lagerhaus, in dem sämtliche Materialien und Güter gelagert werden. Ausgehend von diesem baut ihr zunächst Wohnhäuser um die Population zu steigern und natürlich um Arbeiter zu haben. Weiterhin müsst ihr euch um die nötige Nahrungsmittelversorgung kümmern. Was anfangs noch eine Fischerhütte ist, wird später von einem Bauernhof ergänzt. Dieser generiert das nötige Weizen , welcher wiederum in der Mühle zu Mehl verarbeitet wird, womit der Bäcker Brot für die Bevölkerung backt. Im Gegensatz zu den aktuellen Genrekollegen aus dem Hause Ubisoft sind in Townsmen die Güterketten bewusst kurzgehalten, um auch Einsteigern des Genres nicht das Leben schwer zu machen. Meist sind es nur drei verschiedene Stationen, die miteinander verwoben sind. Dennoch gibt es eine Vielzahl von Gebäuden, die man in seinem Dorf errichten kann. Neben einem Marktplatz als Hauptumschlagsplatz für Güter gibt es verschiedene Handwerker für Werkzeug oder Schmuck wie auch viele andere Berufe.
 
Neben einem Szenariomodus in dem verschiedene Aufgaben bewältigt werden müssen,  kann man auch ein freies Spiel in verschiedene Ländereien wählen. Je nachdem welchen Landstrich man auswählt erhöht sich der Schwierigkeitsgrad des Spiels. Wer es gern etwas anspruchsvoller mag, kann zudem Angriffe von Banditen zuschalten. Dann muss man sich ebenso um die Ausbildung von Soldaten kümmern, die sich vor Ort mit den Räubern eine Prügelei liefern. Ferner müsst ihr ein Auge auf das Wetter haben, da es bei einem Gewitter durchaus dazu kommen kann, dass die Häuser in Mitleidenschaft gezogen werden und sogar brennen können. Hier hilft nur eine örtliche Feuerwache, sofern ihr diese errichtet habt. Außerdem solltet ihr ein Auge auf den Zustand der Gebäudes haben, da diese im Lauf der Zeit repariert werden müssen. Für den Zustand der Bauten müsst ihr diese allerdings anklicken, was anfangs etwas umständlich ist. Jedoch hat man später diverse Helferlein, die einem manche Arbeit abnehmen
 
Townsmen-05Von der technischen Seite her kann Townsmen zwar seine Mobilewurzeln nicht ganz verleugnen, jedoch weiß der niedliche Comiclook auch auf der Switch zu gefallen. Die Steuerung geht dank zahlreicher Tutorials gut von der Hand, die stets auch nochmal aufgerufen werden können, wenn man etwas vergessen hat. Wo ich aber etwas mäkeln muss, ist die KI. Warum trägt beispielsweise der Holzfäller seine Baumstämme erst ins Schloss, damit der Handwerker vom Sägewerk diese dort abholtt, um sie zu Brettern zu verarbeiten? Dieser könnte doch seine Ware direkt beim Erzeuger abholen? So verliert man im Spiel trotz Beschleunigungsmöglichkeit Spielzeit, die man sonst für etwas anderes hätte nutzen können. Allerdings sind das eher Kleinigkeiten über die man hinwegsehen kann.
 

Michael meint:

Michael

Townsmen ist ein Spiel, dass für mich viel richtig macht. Es ist ein Aufbaustrategiespiel alter Schule, welches eher für die jüngere Zielgruppe der Switch gedacht ist. Von der Steuerung her hat man es gut an das System angepasst und es macht einfach Spaß im Endlosspiel seinem Dorf beim Wachsen zuzuschauen. Ebenso findet sich ein ausgiebiges Tutorial mit spielbaren Szenarien, so dass man auch längerfristig seinen Spaß damit haben kann. Lediglich fortgeschrittene Strategiespieler mag der niedrig angesetzte Schwierigkeitsgrad etwas stören, allerdings ist der Titel eher für Casual-Erbauer gedacht und dafür macht es alles genau richtig. So ist Townsmen ein Spielspaß für Jung und Alt, mit dem man viele vergnügliche Stunden verbringen kann!

Positiv

  • schneller Einstieg ins Genre
  • Endlosspielmodus wahlweise auch ohne Angriffe
  • verschiedene Spielszenarien

Negativ

  • für Profis womöglich zu simpel gestrickt
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Forum
  • von Azazel:

    @Nognir hat mit den Townsmen "gesiedelt": Nexgam schrieb: Dieses Spiel kam quasi völlig aus dem Nichts und überraschte mich in vielerlei Hinsicht, obwohl es doch bereits schon lange da ist. Townsmen ist ein...

  • von Anubis21:

    Also zocken tu ich es auf IOS und es suchtet einen. Ähnlich wie die Siedler...... Cooler Fun Fact: Ein Musiktrack erinnert gaaaaanz stark an die Game of Thrones Theme..... hört mal rein......

  • von lumpi3:

    Drauf freuen ist vielleicht zu viel gesagt, aber interessiert bin ich defintiv .

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