Gear Club Unlimited 2 im Test

Eden Games, die Entwickler der V-Rally- und Test Drive Unlimited-Serie haben wohl auch gemerkt das der Switch ein gutes Rennspiel fehlt welches als äquivalent zu den Spielen auf der Playstation bzw. Xbox dient. Während das erste Gear Club Unlimited eine reine Portierung von iOS- und Android-Geräten darstellte, ist der Nachfolger eine exklusive Sache.

gearclub_unlimited_2_6Gear Club Unlimited 2 ist ein Spiel ohne viel Worte, sprich ein aussagekräftiges Intro möchte euch gar nicht erst davon ablenken das hier der Fahrspaß im Vordergrund steht ohne Schnörkelei drumherum. Und die ersten Gehversuche in den virtuellen Boliden zeigt, dass das Rennspiel einen simulationslastigeren Einschlag hat. Mehr als ich es mir vorstellte. Doch mit Hilfe von sehr variablen Fahrhilfen ist es möglich, das Rennspiel seinen Bedürfnissen anzupassen. Wer es noch realistischer will, kann die Neigungssteuerung hinzuschalten, die ich allerdings nur Masochisten empfehlen möchte. Hierzu aber später mehr. Im Grunde besitzt Gear Club Unlimited 2 einen klassischen Karrieremodus, in welchem ihr euch als Sohn einer Rennlegende von unten nach oben arbeiten müsst, um Papa und die Erwartungen des Rennteams zufrieden zu stellen. Doch erwartet kein Tiefgreifendens Storytelling. Die wenigen Textpassagen dienen dazu, euch die Menüs und Funktionen einzutrichtern. Ab und an kommt euer Teamboss oder ein Fahrer vorbei und will den storygetriebenen Smalltalk abhalten, damit ihr weiter motiviert die Kampagne abklappert.

Auf den ersten Blick ist Gear Club Unlimited 2 recht imposant. Auf einer Weltkarte wählt ihr je nach eurem Fortschritt Rennevents aus. Eine offene Spielwelt gibt es zum Glück nicht, weil diese äußerst überflüssig wäre. Wettbewerbe sind in vier Fahrzeugklassen unterteilt. In klassischen Rennen, Ausscheidungsturnieren oder Zeitrennen müsst ihr natürlich auf dem Siegertreppchen landen was mit reichlich virtuellem Schotter belohnt wird. Richtig lukrativ sind aber die Schaurennen, die meistens das doppelt an Geld einbringen. Wozu das Ganze werdet ihr euch fragen? In Gear Club Unlimited 2 müsst ihr auch die Einrichtung der Tuningwerkstatt selbst in die Hand nehmen. Diese große Halle ist zu Anfang äußerst leer und mit den gewonnenen Credits lassen sich dort Kosmetikabteilung, Windkanal, Karosserieabteilung usw. hinstellen. Diese müssen aber mit großer Regelmäßigkeit geupgradet werden, um noch bessere Teile für eure Boliden zu erhalten.


gearclub_unlimited_2_8Das alles verschlingt Umsummen an Geld und so werdet ihr immer wieder genötigt ein bisschen zu grinden. Ganz besonders wenn es darum geht, von einer Fahrzeugklasse zur nächsten aufzusteigen. Die Boliden sind alles andere als billig. Und vergesst nicht das euer Personal, das für euch arbeitet, ein paar Luxusartikel wie Toiletten, Personalräume, Essensautomaten oder Entspannungsräume möchte. So hatte ich im Verlauf der Kampagne eher das Gefühl für den Unterhalt meiner Tuningwerkstatt zu arbeiten als meine eigentliche Karriere voranzutreiben. Doch kommen wir zurück zum Rennen selbst. Schaltet ihr alle Fahrhilfen auf Maximum steuern sich die Vehikel zwar leichter als vorher sind aber noch immer anspruchsvoller als ein typischer Arcaderacer und die unterschiedlichen Streckenbeschaffenheiten sorgen für eine weitere Herausforderung. Das Fahrerfeld stellt eine vielfältige Aufgabe da, weil diese nicht wie bei so vielen Rennspielen stur der Ideallinie folgen, sondern euch auch spielerisch herausfordern. Recht häufig hatte ich Rangeleien, wobei ich des Öfteren den kürzeren zog. Knallt es mal oder ihr kommt von der Strecke ab, spult dank Rückspulfunktion ein paar Sekunden zurück und macht es beim nächsten Versuch besser. Aber Gear Club Unlimited 2 wirft einen extrem großen negativen Schatten auf das sonst gute Rennspielerlebnis.

Da wären als Erstes die Ladezeiten zu erwähnen, die einfach eine kleine Ewigkeit in anspruch nehmen. Wollt ihr Mal eben kurz von der Weltkarte in die Tuningwerkstatt wechseln, wird eure Geduld auf die Probe gestellt, indem ihr den Ladenbildschirm für ein paar Minuten anschaut. Von einem Renn-Event zum nächsten sieht es nicht anders aus. Das nervt extrem. Das zweite Problem ist die allgemeine Performance. Wechselt das Spiel in die Werkstatt und ihr seit mit den unterschiedlichen Schiebemenüs am Arbeiten wirkt jede Handlung langsam und behäbig. Auch reagiert das Spiel des Öfteren nicht auf Tasteneingaben. Auf der Strecke sieht es noch schlimmer aus. Egal ob ihr im Handheldmodus oder am heimischen Fernseher fahrt, bietet das Spiel keine flüssige Erfahrung. Die Rennen werden von nervigen Microrucklern begleitet die hin und wieder zum kurzen Einfrieren des Renngeschehens führen. Obendrauf kommen große Einbrüche der Framerate, die das Spielgefühl ganz zerstören. Habt ihr dann alle Fahrhilfen ausgeschaltet und die Neigungsteuerung aktiviert solltet ihr froh sein, wenn ihr euch mit eurem virtuellen Boliden auf der Strecke halten könnt.

gearclub_unlimited_2_3Doch das war erst die Spitze des Eisberges. Im jetzigen Zustand stürzt das Spiel aus unerklärlichen Gründen ab. Egal ob ihr gerade am Auto feilt oder auf der Piste um Platzierungen ringt bekommt ihr eine kleine Fehlermeldung präsentiert und ab geht es ins Startmenü der Switch. Natürlich wurden die Ereignisse die ihr bis dahin erlebt habt nicht gespeichert und ihr dürft ab dem letzten Speicherpunkt alles wiederholen. Dies ist mir bei einer Rennsession so oft passiert, dass ich genervt die Konsole zur Seite gelegt habe, weil ich diese sonst gegen die Wand gedonnert hätte. So ist es auch schwer eigentlich positive Worte zur Präsentation, Sound und dem Gameplay zu finden, weil diese im Grunde genommen auf der Switch neue Maßstäbe für ein Rennspiel darstellen. Auch die Vielzahl von Rennevents, spielbaren Autos usw. lässt sich sehen doch im jetzigen Zustand ist das Spiel ein schlechter Witz.

 

Dominic meint:

Dominic

Wären die technischen Probleme bei Gear Club Unlimited 2 kein Thema, wäre das Rennspiel die neue Rennreferenz auf der Nintendo-Konsole. Doch Eden Games hatte wohl Zeitprobleme bei der Produktion und musste ihr Rennspiel scheinbar vor Weihnachten in die Läden bringen. Sogar der Onlinemodus, der im Spielmenü angepriesen wird, hat es nicht ins fertige Spiel geschafft. Und bis zum jetzigen Zeitpunkt (06.01.2019) hat der Entwickler noch keinen Patch nachgeschoben um die oben genannten Probleme in den Griff zu bekommen, was Käufer von Gear Club Unlimited 2 bestimmt nicht glücklicher machen wird.

Positiv

  • Grafisch recht hübsch
  • Anspruchsvolles Handling
  • Viel Umfang

Negativ

  • Technisch unausgereift
  • Abstürze
  • Onlinemodus bis jetzt noch nicht vorhanden
Userwertung
3.8 3 Stimmen
Wertung abgeben:
3.8
senden
Forum
  • von lumpi3:

    Gab mittlerweile nen Patch der hat die ladezeiten gut halbiert kann man sagen

  • von Seegson:

    Es ist jetzt schon eine Weile her seit ich den ersten Teil gespielt habe, aber gefühlt sind die Ladezeiten hier ja noch länger, oder täusche ich mich? Habe es mir mal von einem Kollegen ausgeliehen, und bin bis jetzt froh es nicht gekauft zu haben. Grafisch ist es gut, es ist umfangreich, aber...

  • von lumpi3:

    Hab jetzt fast 10 h auf der Uhr und noch keinen Absturz gehabt ?!

Insgesamt 28 Beiträge, diskutiere mit
Mehr zum Thema