Book of Demons im Test

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Eins der wenigen Spiele, die ich immer wieder gerne anwerfe, ist Diablo. Am liebsten sogar Teil 1. Da ich einer von vielen bin, die diese Serie sehr gerne mögen, gibt es auch einige Spiele, die sich als Hommage an das große Vorbild verstehen. Obwohl das nur einigen wenigen glückt, ist Book of Demons ein Titel, der sich lediglich in Sachen Atmosphäre an Diablo anlehnt. Was man jetzt in der mittlerweile fertigen Steam Version auf selbst herausfinden kann.

Book-of-Demons-15Dunkle Zeiten sind über das kleine Dorf eingebrochen. Seitdem das Oberhaupt der Kirche auf einmal verschwunden ist, gehen sonderliche Dinge in der nahegelegenen Kathedrale vor. Seltsame Laute und Schreie sind aus dem Gemäuer zu hören. Da wächst die Angst, dass es womöglich mit dem Verschwinden des Papstes zu tun hat. Deshalb wird ein Held gebraucht, der sich in die düstere, von labyrinthartigen Gängen durchzogene Kathedrale hineintraut, um das Kirchenoberhaupt zu retten und den Dingen auf den Grund zu gehen.

Na, kommt euch die Geschichte bekannt vor? Das ist auch durchaus so gewollt, denn wie bereits erwähnt hatte das Team hinter Book of Demons eine Hommage an einen der größten Titel der Spielegeschichte im Sinn. Jedoch mit einer eigenen, persönlichen Note. Das beginnt bereits mit der Grafik. Diese ist in einer so genannten Papercraft-Optik gehalten. Das heißt, dass alle Charaktere, Akteure und Figuren in einer Art Papierschnippseltechnik dargestellt werden. Die Umgebungen selbst, sind aber im klassisch düsteren Diablo Design gestaltet. Könnt ihr zu Beginn nur mit dem Krieger in den Dungeon vordringen, ist es nach einem etwa zwanzigminütigen Tutorial möglich, einen Schurken oder einen Magier auszuwählen.

Book-of-Demons-11Ihr beginnt in einem kleinen Weiler, in welchem euch die Barfrau und der Weise begrüßen und die Lage erklären. Dann geht es bereits in den ersten Dungeon, der wie beim Vorbild in einer isometrischen Darstellung gezeigt wird. Jedoch können wir uns nur auf festen Pfaden durch die Räume bewegen, allerdings steht uns völlig frei, wie wir das Stockwerk erkunden wollen. Auf dem Boden seht ihr eure Fußstapfen, die anzeigen, ob ihr hier bereits gewesen seid und ob ihr alles erkundet habt. Je nachdem sind die Fußabdrücke schwarz oder golden eingefärbt. Treffen wir auf Gegner, werden diese automatisch angegriffen, allerdings nur sehr langsam. Mit einem Mausklick können wir die Attacken viel schneller ausführen. Die Lebensenergie der Feinde wird in Form von Herzen über deren Köpfen dargestellt.

Diese lassen danach Gold und andere Gegenstände fallen. Book of Demons nutzt allerdings kein klassisches Inventar, sondern ein Kartensystem. Die von einem Charakter ausgerüstet werden können. Diese sind in drei verschiedene Kategorien eingeteilt. Zum einen gibt es die Ausrüstungsgegenstände, die etwa Boni auf Schaden und Rüstungsschutz oder Elementschaden wie Feuer oder Eis bieten. Des Weiteren gibt es passive Fertigkeiten, die man ausrüsten kann wie zum Beispiel eine bessere Resistenz gegen kritischen Schaden. Zu guter Letzt gibt es die Zaubersprüche, mit denen man entweder Gegnern schaden, oder sich selbst buffen kann. Zu Beginn können maximal drei Karten ausgerüstet werden. Mit zunehmendem Erfahrungsschatz und etwas Kleingeld können weitere Slots freigeschaltet werden, so dass man am Ende bis zu zehn Karten ausrüsten kann.

Book-of-Demons-09Neben den Slots ist aber auch das Mana entscheidend, ob eine Karte ausgerüstet werden kann oder nicht. Jede hat einen gewissen Manawert, der belegt wird, wenn man die Karte ausrüstet. Jede Fähigkeitskarte kann zudem noch aufgewertet werden, allerdings erhöht sich neben der Fertigkeit auch der benötigte Manaverbrauch. Daher sollte dies immer wohlüberlegt sein. Dies kann man nach einem Labyrinthbesuch bei der Wahrsagerin im Dorf vornehmen. Hier lassen sich auch verschlüsselte Karten identifizieren und die gesammelten Schätze können von der Barmaid abgeholt werden.

Die Dungeons selbst sind zufallsgeneriert, jedoch kann man deren Größe selbst wählen. Dabei wird zusätzlich eine Zeitangabe gemacht, wie lange man in etwa benötigt, um diesen abzuschließen, damit man seinen Raid entsprechend planen kann. Natürlich warten hin und wieder auch Bosse und Minibosse auf den Spieler lossengelassen. Selbstverständlich haben sie mehrere Kampfphasen und liefern zusätzliches Loot. Die Kampagne selbst ist zwar in etwa zehn Stunden beendet, allerdings geht es danach im Endgame weiter. Dort kann man seinen Charakter in zufälligen Quests weiterleveln und versuchen immer bessere Ausrüstung zu bekommen.

Von der Technik gibt sich das Spiel sehr solide und vor allem der Grafikstil weiß zu gefallen. Begleitet wird das Spiel von einem Soundtrack, der genauso zum alten Diablo hätte laufen können. Jeder erinnert sich sicherlich an den Track mit der Akustikgitarre und dem Nachhalleffekt. Dann könnt ihr euch vorstellen, wie der Soundtrack in Book of Demons ist. Allerdings ist dieser keine dreiste Kopie, sondern besitzt seinen eigenen Charme.

 

Michael meint:

Michael

Ich war wirklich schwer überrascht wie gut und süchtig machend das Gameplay von Book of Demons ist. Wer befürchtet, nur einen simplen Diabloklon vor sich zu haben ist definitiv schiefgewickelt, denn das Spiel weiß ganz genau, wo es eigene Akzente setzt, und ist trotzdem motivierend genug, lange an den Rechner zu fesseln. Für mich ganz klar ein Pflichtkauf und ein ganz starker Titel, der jedem Action-RPG Fan zu empfehlen ist!

Positiv

  • Diablo inspieriert aber dennoch anders
  • toller Grafikstil
  • Lange Spielzeit dank "Endgame"

Negativ

  • Kampagne "nur" 10 Stunden lang
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