Turrican im Test

GameBoy

Fällt in der Spielebranche der Name Amiga 500, dauert es nicht lange und der Begriff ‚Turrican‘ wird genannt. Und das nicht ohne Grund: Manfred Trenz Action-Serie war ein technischer und spielerischer Meilenstein der frühen neunziger Jahre.

2.pngAuf die erste tragbare Version des Kultspiels traf das nicht zu. Im Gegenteil. Die ersten Spielminuten lassen Ernüchterung aufkommen - der Bildausschnitt ist zu klein. Bren McGuire, der Kerl im Turrican Anzug, sieht wie ein Strichmännchen aus. Auch die restliche Grafik gehört in die Kategorie: ’’Netter Versuch’’! Obwohl gute Ansätze vorhanden sind. Die Programmierer von Code Monkeys haben trotz der technischen Limitierungen des Game Boy versucht, das Beste aus der Hardware herauszuholen. Die Portierung orientiert sich an der erfolgreichen C64-Vorlage, die im Jahr 1990 das Licht der Welt erblickte.

Mit Power-ups im Gepäck müsst ihr als Eigentümer des Superanzugs Turrican das Levelende erreichen. Das ist bei den groß angelegten Levelbauten nicht immer einfach. Orientierungshilfen gibt es keine und ein hoher Schwierigkeitsgrad lässt viele Actionfans bald kein Land mehr sehen.

 

Neben den großen Level-Labyrinthen sorgen immer wieder die Endgegner für jede Menge spielerische Abwechslung. Jeder der sieben Supergegner verfügt über ein unterschiedliches Bewegungsmuster, das ihr zuerst einstudieren müsst. Ist dies getan, dann sind die Feuergefechte recht kurz. Steuerungs-technisch reagiert der kleine Turrican wie auf den Heimcomputern pixelgenau und auch die Sprünge sind dank der guten Steuerung kein Problem. Auch die Kollisionsabfrage bei Berührungen mit Stacheln, stationären Geschützen oder Feinden ist mehr als in Ordnung.
 
9.pngDie Waffen und deren Funktionen wurden ohne Kürzungen auf den Game Boy portiert. Soll heißen: Sowohl die Powerlines, alle Waffenupgrades als auch die Morph-Funktion des Protagonisten sind vorhanden. Auch der aus der Turrican-Serie bekannte Energieblitz, der hier jedoch etwas von seinem Schrecken verloren hat, feiert sein Handheld-Debüt. Mit der schwankenden Framerate, die sehr deutlich zur Geltung kommt wenn sich viele animierte Feinde gleichzeitig auf dem Bildschirm tummeln, ist allerdings kein Blumentopf zu gewinnen. Auch das Scrolling ist nicht immer so wie Actionfans es gerne haben würden. In die Kategorie ’'nervtötend' gesellt sich der dudelnde Soundtrack ein, der obendrein von diversen Aussetzern heimgesucht wird




Dominic meint:

Dominic

Galt Turrican auf dem Amiga 500, C64, Super Nintendo oder Mega Drive als technische wie spielerische Meisterleistung, ist davon auf dem Game Boy nicht mehr viel zu sehen. Die Technik zerstört hier das ganze Spielgefühl. Dennoch muss man den Entwicklern von Code Monkeys wirkliche Ehre zollen, dass sie überhaupt versucht haben das Spiel umzusetzen. Die Ressourcen auf dem kleinen Handheld von Nintendo sind im Gegensatz zu den damaligen Heimcomputern sehr limitiert. Als leitender Produzent hätte ich – speziell wegen der Grafik –  recht schnell den Stecker aus dieser Portierung gezogen.

Positiv

  • Inhaltliche nah an C64 Version
  • Alle Waffenupgrades drin

Negativ

  • Grafisch sehr schwach
  • Kleiner Bildausschnitt
  • Slowdowns & Soundaussetzer
Userwertung
6.2 10 Stimmen
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Forum
  • von Azazel:

    Im Nachhinein gefällt mir sogar Universal Soldier besser....da schäme ich mich ja schon fast für ...

  • von Retro-Nerd:

    Ja, ist fürchterlich. Hatte es im letzten Jahr auch nochmal per Super Game Boy probiert. Nahe an der Unspielbarkeit.

  • von Azazel:

    So, 1 1/2 Jahre später hab ich mich dann doch nochmal dran gesetzt. Wie gesagt fand ich es zum Zeitpunkt seines releases recht gut. Das fehlen der Jetpac Level ist ärgerlich, die Grafik teilweise nicht berauschend aber insgesamt hatte es mir gefallen. Heute sieht es tatsächlich anders aus. Die...

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