Law of the West im Test

Commodore 64

„Fremder, ich mag dein Gesicht nicht!“ Na, wo befinden wir uns? Richtig - irgendwo in einem Kaff in Arizona, Ende des 19. Jahrhunderts, unmittelbar vor dem Saloon und dem auf der gegenüberliegenden Seite gelegenen Wells Fargo Post Office. Das Gesetz des Westens hatte seine eigenen Auslegungen, insbesondere was die Machtbefugnisse der Exekutive angingen. Beim C64 Titel Law of the West schlüpft der Spieler in die sporenbehafteten Stiefel eines echten Wild-West Sheriffs und räumt in Golden Gulch mal so richtig auf...

law-of-the-west-c64Das Örtchen wird von den gefährlichsten Banditen jenseits des Rio Grande besucht - neben Jesse James haben es unter anderem auch die Dalton Brüder auf den Inhalt des Banktresors abgesehen. Doch mit dem Peacemaker gut sichtbar am Gürtel begibt man sich in der 3rd Person Perspektive auf Patrouille durch das mittels schönen Einzelbildern dargestellte Städtchen. Ich muss zugeben, dass ich ein Faible für hübsch zusammengepixelte Standbilder habe und Law of the West entflammte damit eine große Liebe in mir, als wir uns Ende der 80er zum ersten Mal trafen. Aber ich schweife ab ...

Da die Wahrscheinlichkeit einen der Banditen auf frischer Tat zu ertappen ist gleich Null. Stattdessen müsst ihr erstmal von den unterschiedlichen Bewohnern der Stadt die entsprechende Info über geplante Überfälle in Erfahrung bringen. Dies geschieht über ein Multiple Choice Gespräch. Leider ausschließlich in Englisch - mit Hang zum Cowboy Slang. Die Dialogpartner sind so unterschiedlich wie die einfallsreichen Wortgefechte. Angefangen mit der Lehrerin (heimlicher Schwarm) über den kleinen Rotzlöffel Billy, die Hure „Ms. Rose“ (Klischee olé!), einem schmierigen Mexikaner und einem schießwütigen Killer hat man es einer bunten Auswahl zu tun. Einige spucken die gewünschte Info aus, bei anderen ist es ein großer Erfolg, das 12 Uhr Mittagessen ohne Bleivergiftung zu erreichen.

law-of-the-west-c64-4Ist der Gesprächspartner trotz Umsicht zu keiner friedlichen Regelung bereit, heißt es Colt zücken und den Gegner mittels Fadenkreuz zum großen Manitu zu senden. Am Ende eines Durchgangs (acht Dialogpartner) erhaltet ihr einen Score basierend auf der Leistung und könnt auf Wunsch einen weiteren Durchgang starten.

So frei das Spielprinzip anfänglich wirkt - irgendwann hat man alle Frage/Antwortkombinationen durch und es wird öde. Da das Spielprinzip aber zweifellos unterhaltsam ist, fragt man sich ernsthaft, warum sich nicht schon längst ein Programmiererteam ein entsprechendes Remake gemacht hat? Der Stoff ist definitiv ausbaufähig!

Was mir an Law of the West vom ersten Tag an sehr gut gefiel, war die atmosphärische Umsetzung der Thematik. Neben abwechslungsreichen stimmigen Melodien bekommen C64 Fans die erwähnten hübschen Locations zu Gesicht, inklusive Animationen im Hintergrund. (Man beobachte mal die Reaktion der Passanten bei einem Schusswechsel..) Abgesehen von einer längeren Durststrecke zu Beginn halten sich die Ladezeiten mit der 1541 Floppy in Grenzen, so dass man sich Law of the West auch heute noch geben kann!




Sebastian meint:

Sebastian

Law of the West war Liebe auf den ersten Blick! Denn hier treffen zwei entscheidende Aspekte aufeinander: Erstens eine saubere technische Umsetzung am C64 und zweitens der „Kindheitstraum-zum-nachspielen“ Faktor. Einmal John Wayne sein. Nicht zu unterschätzen. Auch heute zählt Law of the West zu meinen absoluten Lieblingen auf dem C64 und wer sich nach der Lektüre des Reviews nur ein bisschen dafür interessiert - unbedingt mal reinschauen!

Positiv

  • Unverbrauchte Spielidee
  • Witzige Dialoge
  • Hübsche Grafik

Negativ

  • Nur (Cowboy) Englisch
  • Gesprächskombinationen beschränkt
Userwertung
9.4 8 Stimmen
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Forum
  • von Darkshine:

    Die Battles hatten wir damals mit IK+ (3 Kämpfer gleichzeitig!) und G.I. Joe. War ne geile Zeit noch lange vor den Mario Kart und Bomberman Battles.

  • von Nognir:

    Ohja! Ughlympics war einfach großartig. Haben uns da auch immer ordentliche Battles geliefert. ...

  • von JasonX:

    Ich spiele es immer mal wieder. Ist einfach geil. Ebenso Kaiser mit Kollegen oder U G H Olympics, Zeitlose games ...

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