Guitar Hero 5 im Test

PlayStation3Xbox 360

Während EA sich mit Beatles: Rock Band einen festen Platz in unseren Herzen sicherte, erscheint nur 2 Tage nach der Veröffentlichung des Fab Four-Games die nächste Episode des Konkurrenzproduktes aus dem Hause Activision. Nach World Tour und diversen Band Auskopplungen geht es jetzt unter dem Namen Guitar Hero 5 weiter. Welche Neuerungen auf Hobbyrocker zukommen, erfahrt ihr in unserem Review zum Spiel.

Guitar_Hero_5_11Fangen wir direkt mit dem wichtigsten neuen Feature an, dem sogenannten Party Play Modus. Nach dem Starten des Spiels seht ihr ein kurzes Intro und im direkten Anschluss spielt das Game einen zufälligen Track aus der vollgepackten Guitar Hero 5 Songlist ab, inklusive Charaktere, die das Lied spielen. Über den Start Button kommt ihr nun wie gewohnt ins normale Menü. Oder aber ihr drückt die gelbe Taste auf Gitarre, Drum Controller oder Pad um direkt als Player in diesen Song einzusteigen, der gerade im Hintergrund läuft. Nach ein paar kleinen Entscheidungen (welches Instrument spielt ihr, welchen Schwierigkeitsgrad usw.) seid ihr drin. Im Idealfall stellen sich die Entwickler das wohl so vor, dass ein Partygastgeber statt eine CD abzuspielen Guitar Hero 5 im Hintergrund laufen lässt.

Und wenn einem Gast ein Track besonders gefällt, schnappt er sich einfach das Musikinstrument seiner Wahl und springt rein ins Geschehen. Bis zu vier Spieler können so in eine Partie einsteigen. Neu außerdem: Sämtliche Kombinationen von Instrumenten sind möglich. War man bisher auf einen Sänger, einen Gitarristen, einen Bassisten und einen Drummer beschränkt, lässt sich jetzt bunt mischen. Egal ob 4 Sänger, 2 Lead Gitarristen und 2 Bassisten oder, die nötige Hardware vorausgesetzt, 4 Drummer – alles ist möglich. Der Party Play Modus bringt ein bisschen frischen Wind ins Game und sorgt vor allem dafür, dass man mal schnell ein Spielchen wagen, genau so schnell aber auch wieder aufhören, sich mit einem anderen Spieler abwechseln oder einfach nur mal ein Päuschen einlegen kann.

Diejenigen, die mehr auf Planung stehen und deren Spontanität sich in Grenzen hält, sind mit der altbekannten Quickplay Option vermutlich besser bedient. Hier lassen sich ellenlange Setlisten erstellen, die ihr dann, Song für Song, zum Besten geben könnt. Wer ein einstündiges Set spielt, darf sich übrigens über ein Achievement freuen – ein witziger Erfolg! Natürlich kann ebenfalls im Quickplay zu viert gerockt werden und auch hier ist es erneut möglich, die Instrumente in sämtlichen Konstellationen zu kombinieren. Falls einer eurer Bandmitglieder eine schlechte Leistung zeigt und aus dem Game geschmissen wird, können die anderen Rocker ihn, wie gehabt, durch Gebrauch der Starpower retten und zurück auf die Bühne holen. Guitar Hero 5 gibt euch zudem eine weitere Option: Wenn der Rest der Band eine Zeit lang einfach erfolgreich weiterspielt, taucht der zuvor gekickte Spieler von alleine wieder mit seinem Instrument auf, ohne dass ihr Starpower benutzen müsst. Natürlich bietet der Quickplay Modus auch wie gewohnt ausführliche Online Highscore Ranglisten, die sich nach vielen verschiedenen Kriterien sortieren lassen.

Guitar_Hero_5_16Während Party Play und Quickplay zum schnellen Rockexzess für zwischendurch perfekt sind, bildet natürlich auch in Guitar Hero 5 der Karrieremodus das Herzstück des Spiels. Grundsätzlich ist hier alles beim Alten: Ihr zieht von Location zu Location, spielt Songs, sammelt Sterne ein und schaltet die nächste Location frei, bis ihr irgendwann in den Rockolymp aufsteigt. Ein neues Element sorgt jedoch dafür, dass es sehr lange dauern wird, bis bei Guitar Hero 5 Langeweile aufkommt. Jeder Track ist nämlich an eine Bonus Challenge gebunden, durch deren erfolgreiches Bestehen ihr nun bis zu 8 Sterne pro Song einsammeln könnt. Diese Challenges sind entweder auf ein bestimmtes Instrument fixiert (Beispiel: Whammy Bar für eine vorgegebene Zeit als Gitarrist in einem Lied anschlagen) oder betreffen die ganze Band (Beispiel: 4x Multiplikator für eine bestimmte Zeit halten). Durch die Abwechslung der Challenges wird man als Spieler motiviert, auch mal andere Instrumente auszuprobieren oder sich wirklich speziell für einen Guitar Hero Abend Freunde in die Bude einzuladen, damit die Band Challenges geschafft werden können. Einige der Herausforderungen sind richtig schwer, so dass selbst Experten an ihnen einige Zeit zu schuften haben. Ein simples, aber effizientes neues Feature also für Guitar Hero 5.

Wie in den Vorgängern haben sich auch für Guitar Hero 5 wieder einige Künstler in digitaler Form verewigen lassen. So lassen sich u.a. Kurt Cobain und Johnny Cash im Rahmen des Karrieremodus als spielbare Charaktere freischalten. Während es bei dem einen reicht, einen ihrer Songs in der Karriere zu meistern, kommen andere erst zum Vorschein wenn eine heftige Bonus Challenge bestanden wird. Neben diesen Promis der Musikszene und alten Guitar Hero Bekannten können in der Xbox 360 Fassung von Guitar Hero 5 auch eure Avatare mit auf die Bühne. Im Prinzip höchst albern, aber als er wirklich beim Headbangen auf dem Stage stand und auf die Gitarre einschlug, konnte ich mir einen lauten Lacher nicht verkneifen. Generell bietet das Spiel gute grafische Qualität mit flüssigeren Charakteranimationen und besserer Lippensynchronität der virtuellen Sänger als in den Vorgängern.

Guitar_Hero_5_8Weitere Verbesserungen sind auch beim Music Studio zu bemerken, welches im direkten Vorgänger World Tour eingeführt wurde. Die überarbeitete Darstellung, indem ihr anhand der Instrumente eure eigenen Songs einspielen könnt, macht dieses sehr coole Feature jetzt wesentlich zugänglicher. Viele Optionen werden besser erklärt und lassen sich leichter auswählen, wodurch alle diejenigen, denen das das Feature in World Tour viel zu komplex war, hier ein bisschen rumspielen dürfen. Viel Geduld und Zeit braucht man aber nach wie vor, wenn man einen ordentlichen Song basteln will.

Neben der generell starken Songlist, die Guitar Hero 5 bietet, existiert hier jetzt auch die Option, Tracks aus früheren Guitar Hero Spielen zu importieren, wie dies schon beim Konkurrenzprodukt von EA möglich war. Dieses Feature ist bislang nur für Guitar Hero World Tour und Guitar Hero Greatest Hits freigeschaltet und selbst dort gibt es einige Enttäuschungen. Dass für den Import der World Tour Songs 280 MS Points verlangt werden, lässt sich noch akzeptieren, das war bei Rock Band 2 nicht anders. Was jedoch gar nicht geht, ist dass nur 35 von insgesamt über 80 Guitar Hero World Tour Tracks im Rahmen dieser Option übernommen werden können. Zwar wurden diese teilweise nochmal überarbeitet und lassen sich nun noch besser spielen, aber der hohe Anteil an fehlenden Songs ist schon eine herbe Enttäuschung.




Gregory meint:

Gregory

Einen derart großen Umschwung wie von Guitar Hero 3 auf World Tour gibt es mit Guitar Hero 5 zwar nicht, doch die Serie wurde dennoch clever verbessert. Durch eine Menge an sinnvollen Erweiterungen und kleinen Veränderungen kommt neues Leben in die Reihe. Bestes Beispiel dafür sind die Bonus Challenges, wodurch die Langzeitmotivation auch für Profis aufrechterhalten wird. Dank Party Play Modus ist das Spiel deutlich zugänglicher geworden für absolute Einsteiger, die sich nur im angetrunkenen Zustand auf einer Party mal an eines der Plastikinstrumente trauen.

Positiv

  • Party Play Modus, Instrumente wahllos kombinierbar
  • 85 Songs auf der Disc, viele Kracher
  • Alle Songs direkt auswählbar

Negativ

  • Sänger braucht Controller für Starpower
  • Halbherzig umgesetzer Song Import

Tobias meint:

Tobias
Ich war kurz davor zu glauben, dass es das schon mit der Guitar Hero Serie war. Es kommen in zu kurzer Zeit einfach viel zu viele Ableger. Doch Guitar Hero 5 überraschte mich positiv. Viele kleine Verbesserungen lassen den Spieler merken wirklich einen neuen Teil in den Händen zu halten. Der Party-Play Modus ist eine klasse Erweiterung und steht definitiv über der Benutzerfreundlichkeit von Rock Band 2. Noch nie war es leichter in Songs ein- und auszusteigen. Da freuen sich die non-nerdigen Partygäste. Auch Singleplayer werden durch die Bonus-Herausforderungen zu Höchstleistungen getrieben. Dennoch muss Activision aufholen, was Lieder angeht. Der Import war eine kleine Besserung, doch Anbetracht, dass ich mit der Rock Band 2 Disc alleine über 1000 Tracks spielen kann, lässt Guitar Hero 5 leider noch alt aussehen. Das ständige wechseln nervt! Das Spiel kann ich natürlich trotzdem jedem empfehlen, der was für Musikspiele über hat.
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  • von Civilisation:

    Gregory und Tobias haben die Saiten zum Glühen gebracht, als sie Guitar Hero 5 gespielt haben. Guitar Hero 5 Während EA sich mit Beatles: Rock Bandeinen festen Platz in unseren Herzen sicherte, erscheint nur 2 Tage nach der Veröffentlichung des Fab Four-Games die nächste...

  • von Maniac555:

    Slainte schrieb: Das Manko an der Gitarre find ich nur den Schuber fürs Batteriefach.Da darf man net so feste ran gehen. ...

  • von Slainte:

    Ja hab Warriors of Rock und habs recht gern gespielt.Sag mal so die beste Gitarre find ich die Les Paul,spiele allerdings auch gerne mit der WoR Gitarre.Das Manko an der Gitarre find ich nur den Schuber fürs Batteriefach.Da darf man net so feste ran gehen.

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