Die Verarbeitung ist gut, aber nicht überragend. Sind alle Steuerungseinheiten an den vorgegebenen Plätzen verstaut, überzeugt die Top Shot Elite-Wumme mit angenehmem Gewicht. Auch die Rumble-Funktion wird durch das Hartplastik sehr gut übertragen. Kommen wir zum Spiel selbst. Es unterstützt vier Steuerungsmethoden: die vorhin erklärte Top Shot Elite-Methode, den Wii-Zapper, die Wii-Remote / Nunchuk-Combo und zuletzt die Plastikknarre Top Shot, die wie ein doppelläufiges Schrottgewehr anmutet.
Die virtuelle Jagdsession 2011 ist in zwei recht unterschiedliche Spielmodi unterteilt. In dem Modus ’’Schießstand’’ werden Arcadefans schnell eine neue Herausforderung finden. Dangerous Hunts 2011 spielt sich hier wie ein klassischer Lightgunshooter. Über einen vordefinierten Weg nehmt ihr allerhand böses Getier unter Beschuss und fragt euch mehr als einmal, wieso sich so viel Wild zur gleichen Zeit auf dem Bildschirm tummelt. Powerups wie Dauerfeuer bzw. eine Zeitlupenfunktion tragen einige Wald- oder Steppenbewohner mit sich. Eure Augen solltet ihr also ständig offenhalten. Wird die virtuelle Jagd durch zu hohes Grass erschwert, könnt ihr wiederholt den ’’Jagdinstinkt’’ einschalten. Auf diese Weise macht ihr versteckte Tiere ausfindig. Ganz nach der Devise: Wenn ich schon in Afrika bin, dann soll auch wirklich jedes Vieh meine Schrotkugeln schmecken.
Ihr seid als Stadtjunge zusammen mit Papa und Bruder im Wald unterwegs, nehmt Fährten auf und erschießt allerhand virtuelles Getier. Das spielt sich gemächlicher als der vorhin beschriebene Schießstand. Die für die Wii verhältnismäßig schicke Grafik weiß hier gekonnt zu überzeugen. Obwohl ihr durch kleine und schlauchartige Levels tapst, besticht die Präsentation mit enorme Weitläufigkeit und den realistischen Umgebungsgeräuschen. Sobald die Wummen ins Spiel kommen, interessiert das aber niemanden mehr. Dies ist zugleich der größte Kritikpunkt meinerseits. Der Storymodus versucht das Survivalfeeling draußen in der Wildnis perfekt einzufangen und versagt bei der wichtigsten Sache: Beim Verhaltensmuster der Tiere.
Glaubt mir, ihr werdet oftmals verwundert sein, wenn in einem kleinen Spielabschnitt gleich eine ganze Pumafamilie aus dem Dickicht stürzt, die euch als ihr nächstes Abendessen auswählte. Auch Wölfe oder Hirsche verhalten sich total unrealistisch. Vielmehr vermittelt der Storymodus eine Message, an der manche Videospieler und Tierfreunde schlucken werden. Nämlich folgende: ’’Die Natur ist ein großer Zirkus und Schießstand. Jedes Tier - selbst die kleinste Schlange im Gebüsch - ist dein Gegner. Alle Wildtiere möchten dich töten und müssen daher getötet werden.’’ Hinzu kommt noch die brutale Botschaft, dass nur ein Mann ein richtiger Mann ist, der einen Hirsch mit einer Waffe erlegt und dessen Herz verspeist.
Cabela's Dangerous Hunts 2011 im Test

Waidmannsheil, ihr Großstadtjäger! Cabela's Dangerous Hunts 2011 spricht genau die Sorte von Spieler an, die endlich vom Großstadtdschungel weg wollen, um in der wilden, rauen Natur ihren Mann zu stehen. Passenderweise liegt dem Bundle eine Plastikwumme für „echte Kerle“ bei ...
Dominic meint:
Positiv
- Gute Plasikwumme
- Solide Spielmechanik
- Stimmige Präsentation
Negativ
- Moralisches Ambiente
- Kantenflimmern
- Unrealistisches Tierverhalten
Userwertung
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von Civilisation:
Ich soll den Lesern von Dominic ausrichten, dass sein Test zum Spiel nichts für Vegetarier ist. Cabela's Dangerous Hunts 2011 Waidmannsheil, ihr Großstadtjäger! Cabela's Dangerous Hunts 2011 spricht genau die Sorte von Spieler an, die endlich vom Großstadtdschungel weg wollen,...
Cabela’s Dangerous Hunts 2011 stellte mich vor ein echtes Problem. Als Videospielliebhaber musste ich mir eine Meinung über die Spielmechanik, Steuerung und das Gamedesign bilden. Doch leider forderte das Spiel jede Sekunde meine Tierliebe und die Liebe zur Natur heraus. Als Videospieler kann ich sagen, dass Activisions Jagdsimulation solide ist. Als Tierliebhaber hingegen finde ich dieses Produkt moralisch mehr als fragwürdig.