Shinobi im Test

Nintendo 3DS

»Ein guter Kampf ist der, der gar nicht gekämpft wird« besagt ein alter Leitspruch der Ninja. Nun, vergesst diesen, denn in der Franchise-Wiederbelebung Shinobi für den Nintendo 3DS geht es heiß her. Acht Jahre sind seit dem letzten Abenteuer vergangen, doch erzählt der neue Ableger die Vorgeschichte des 1987 erschienenen Erstlings. Mit frisch gewetzter Klinge stürzten wir uns in die Schlacht!

Shinobi-3DS_07Ein Tag wie jeder andere. Im Dojo unseres Meisters wird trainiert, meditiert und mit Weisheiten um sich geworfen. Die Ruhe sollte nicht auf Dauer sein, denn schlagartig erstrahlt das wunderschöne Dorf lichterloh. Der Angriff der rivalisierenden Ninja lässt den alten, japanischen Partisanenkämpfer einfallen, dass er uns noch nichts in Sachen Kampfkunst lehrte! Blocken? Klettern? Doppelsprung? Werfen? Combos? Ninja-Zauber? Zuviel Information auf einmal! Aber wir wären doch kein hervorragender Shinobi, wenn wir nicht improvisieren könnten! Und tatsächlich, es funktioniert! Trotzdem erschien schneller der Game Over Screen, als ich »Samurai Ninja Sasiki ist der schlechteste Ninja-Film, den ich je gesehen habe« sagen kann. Das Geheimrezept zum Erfolg: Spiel kein Shinobi, sei ein Shinobi! Nutze deine Fähigkeiten, studiere die Bewegungen deiner Gegner und sei eins mit deiner Umgebung. Klingt bescheuert, ist aber so!

Shinobi-3DS_16Trotz der dritten Dimension und dem Controllerzusatz in Form eines Touchscreen spielt sich Shinobi für den 3DS wie ein 2D-Actionspiel der alten Schule. Mit Katana, Wurfmesser und viel guten Willen bekämpft ihr Schwertkämpfer, Roboter und Soldaten und überwindet fies platzierte Fallen. Der Schwierigkeitsgrad umfasst dabei die Stufen »Anfänger« bis »Sehr schwer«, beziehungsweise »Sehr schwer« bis »Nahezu unmöglich«. Die teilweise unvorhersehbaren Angriffe der Widersacher werden den Spieler des Öfteren auf die Bretter schicken.

Auch das Leveldesign ließ sich einiges einfallen, um unseren Helden das Leben zur Hölle zu machen. Die Ninja-Zauber, die der Spielfigur für kurze Zeit einen Power-Boost gönnen, helfen leider nur bedingt. Auswendig lernen lautet die Devise, denn ein punktgenauer Konter inklusive Gegenangriff mitsamt eines Doppelsprungs über den stacheligen Boden sorgen für ein Glücksgefühl, welches stets zum Weiterzocken motiviert. Bei Shinobi bekommt man nichts geschenkt, alles muss hart erarbeitet werden, doch das Endresultat macht es wett. Für einen weiteren Motivationsschub sorgt das ständige Belohnen des Spielers via sammelbarer Items und Punkte. Ein parierter Angriff, ein perfekt abgefeuertes Wurfmesser - nahezu alles lässt den Highscore in die Höhe schnellen. Dazu wird ebenso die Zeit berechnet, die für das Absolvieren eines Levels nötig ist. Diese Daten werden per Streetpass-Feature an andere 3DS-Geräte gesendet, um sich mit den besten virtuellen Shinobi auf der ganzen Welt zu messen.

shinobi_3ds_2.jpgInnerhalb der drei bis vier Stunden Spielzeit, einen geübten Zocker vorausgesetzt, besucht der Spieler nicht nur in Brand stehende Dörfer, sondern auch tiefe Höhlen, exotische Wasserfälle und den Stützpunkt der sogenannten Zeed-Armee. Natürlich garniert mit dem typischen SEGA Rock Soundtrack mit leichtem asiatischen Touch. Besonders im Gedächtnis bleiben zudem Kämpfe auf Düsenjets und die Begegnung mit einem riesigen Roboter-Hai. Optische Vielfalt ist definitiv geboten, auch wenn Shinobi weit davon entfernt ist ein Grafikwunder darzustellen. Atmosphärisch zeigen sich außerdem die Trickfilme, welche die Story vorantreiben, nur leider keinen schicken Tiefeneffekt bieten. Allgemein zeigt sich der 3D-Effekt von Shinobi sehr sporadisch und kann getrost ausgeschaltet werden.




Tobias meint:

Tobias

Der hohe Schwierigkeitsgrad von Shinobi ist sowohl Fluch, als auch Segen. Um dieses 2D-Actionspiel zu überstehen, benötigt der Spieler ein dickes Fell, welches er sich erst antrainieren muss. Gegnerische Angriffe erfordern punktgenaues Kontern und sollten vorhersehbar sein, genauso wie die teils gemeine Levelarchitektur. Doch ein perfekt durchgespielter Abschnitt mitsamt ordentlichen Highscore sorgt für ein richtiges Glücksgefühl. Genau das macht auch die Faszination von Shinobi aus. Die Lernkurve ist steil und bemerkbar, trotz einiger Momente, an denen man kopfschüttelnd den Handheld ausschalten möchte. Wer sich dazu durchringen kann, bekommt einen guten Action-Sidescroller, der für viele haarsträubende Stunden Spielspaß sorgt.

Positiv

  • Hoher Schwierigkeitsgrad, deshalb fordernd
  • Präzise Steuerung
  • Motivierendes Punktesystem

Negativ

  • Hoher Schwierigkeitsgrad, deshalb frustrierend
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4.1 2 Stimmen
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Forum
  • von _2xs:

    Ich fand das Shinobi aufm GBA auch ordentlich. Aber wie beim des wurde sich wieder an dem Return of Plot orientiert. Dort war auch alles so ein wenig ungeschmeidig. Heute würde man wohl Schleichspiel sagen, während der erste Shinobiteil doch sehr Action/Arcadelastig war. Was ich wie gesagt lieber...

  • von Seegson:

    Geschmackssache würde ich sagen. Ich finds super, und ich spiele es sogar lieber als das MD Original.

  • von Azazel:

    Boah, sorry. Aber shinobi auf dem GBA ist IMO vollkommener Schrott.

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