Landstalker im Test

Mega Drive

Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft im Jahre 1992 brachte SEGA das von der Entwicklerschmiede ‚Climax‘ entworfene Action-Adventure »Landstalker« unter die Spieler. Der Entwickler bewies sein Geschick schon mit Titeln wie Shining in the Darkness oder Shining Force. In das 16MBit-Modul packte man zudem erstmals eine isometrische 3D-Perspektive.

Landstalker_11Niels, ein koboldartiger Schatzsucher, verkauft seine neueste Errungenschaft, die ‚Statue von Jypta‘, an einen Händler und erhält dafür 2000 Goldmünzen. Just in diesem Moment tauchen Schurken auf und fordern die Herausgabe der Elfe Flora, die sich flugs in Niels Rucksack versteckte.

Als Edelmann, aber vor allem auch durch die Tatsache, dass die Elfe ihm den Weg zum sagenumwobenen Schatz des Königs Nolo zeigen will, lässt er das beflügelte Mädchen natürlich nicht allein und flieht mit ihr. Mit dem eben erworbenen Geld macht er sich in Begleitung Floras auf zur Insel Merkator, wo sich die lang gesuchten Reichtümer befinden sollen.

Die gesamte Geschichte spielt sich ab jetzt auf diesem Eiland ab. Zur Übersicht könnt ihr jederzeit eine Karte einblenden. Zunächst nur mit einem einfachen Schwert ausgerüstet, geht es auch schon in die erste der vielen Städte, in denen ihr euch mit den Einwohnern oder Geschäftsmännern unterhalten solltet, um die Story weiterzuführen. In den Ortschaften kann man sich in etlichen Läden ebenfalls mit Gegenständen ausrüsten oder seine Lebensenergie in Form von Herzen erhöhen. Erfreulich, dass es bei der gesamten Geschichte nicht nur um den Schatz geht, sondern ebenso einige Nebengeschichten entstehen.

Landstalker_16Auf der Rundreise über die Insel trefft ihr standesgemäß nicht nur auf freundliche und gesprächsbereite Zeitgenossen. Vielfältig gestaltete Monster und fiese Schurken machen euch das Leben schwer. Bei den anschließend anstehenden Kämpfen ist es vor allem ratsam, sich richtig zu positionieren, damit man nicht aufgrund der isometrischen Perspektive ins Hintertreffen gerät.

Im Laufe des Spiels kann man sein Schwert auch noch zeitweise »aufrüsten« und so  magische Spezialangriffe anwenden. Die zwischen den Städten oder in Dungeons geplätteten Gegner bringen euch nicht nur Geld zum weiteren Einkaufen. Sie hinterlassen ebenso oft wichtige Gegenstände, die ihr zum weiteren Spielverlauf, zur Heilung/Wiederbelebung oder zur Verbesserung der Angriffs- und Defensivpunkte gut gebrauchen könnt.

In den Dungeons gilt es außerdem, meist kleinere Rätsel (Kisten verschieben, Timing-Tests, etc.) zu lösen oder Schlüssel/Gegenstände zu finden, welche an anderer Stelle weiterhelfen. Zum Geldverdienen für zwischendurch bieten sich Minigames, wie z.B. ein Hühnerrennen an.

Landstalker_6Zur einfachen Übersicht der gefundenen oder gekauften Items dient ein Menü, das selbstverständlich jederzeit aufgerufen werden kann. Das kann man leider vom Abspeichern nicht behaupten, dies ist meist nur in den örtlichen Kirchen möglich und so ab und zu nur frustrierend.

Die Grafik ist detailliert, abwechslungsreich und schön anzusehen, geizt aber mit Effekten vergleichbarer Titel. Die gegnerischen Monster sind variantenreich und teilweise auch recht groß. Der isometrische 3D-Effekt gibt dem Spiel eine gewisse Eigendynamik und kann durch seine fehlende Tiefenwirkung den Spieler an bestimmten Stellen in den Wahnsinn treiben, da er kaum erkennen kann, wo sich eine Plattform befindet. Ein Ableben ist unvermeidlich.

Die Musikstücke sind völlig in Ordnung und passend zu den Situationen, wiederholen sich nur zu oft in den Städten und Dungeons. Die Soundeffekte können ebenfalls nur teilweise überzeugen, bieten aber dennoch insgesamt gute Kost.

Die Steuerung des Schatzsuchers ist, nicht nur aufgrund der Perspektive, kompliziert gestaltet und bedarf einiger Übung. Das Klettern an Stricken oder Balancieren auf teils beweglichen Plattformen fordert Geschick und Glück - aber Übung macht den Meister und die sind die besseren Spieler. ;-)

Positiv ist die gute und komplette Übersetzung ins Deutsche, was zu dieser Zeit nur selten zu finden war.




Jörg meint:

Jörg

Landstalker bezaubert den Spieler mit einer formidablen Mixtur aus spannender Story, teils knackigen Rätseln, Monsterkämpfen und einer einfach »anderen« Darstellung. Leider ist es recht kurz und kann durch die komplizierte Steuerung auch frustrierend werden, es ist aber auf jeden Fall empfehlenswert.

Der inoffizielle Nachfolger Dark Savior auf Saturn kann zudem kaum begeistern, Freunde Zelda-typischer Spiele greifen daher ohne Sorge zum 16Bit-Titel. Die Hoffnung bleibt, dass SEGA sich eines Tages zu einem Nachfolger entscheidet. Tatenkräftige Unterstützer (LandStalker 2) findet ihr auch in unserem Forum.

Positiv

  • Wunderschöne Grafik mit 3D-Effekt..
  • Gute Musik...
  • Komplett in Deutsch

Negativ

  • ...bei der allerdings die Tiefenwirkung fehlt
  • ..die sich allerdings zu oft wiederholt

Sebastian meint:

Sebastian
Wow - was habe ich die Abenteuer des jungen Niels geliebt! Und das wohlgemerkt obwohl ich als Super Nintendo Besitzer eigentlich die große Auswahl an brauchbaren Action/Adventures bzw. RPGs hatte.
Aber trotzdem hat Landstalker einfach etwas besonderes und einzigartiges - diesen typischen Humor, die liebevolle Optik und die verkorkste Steuerung, die euch trotz des damit oft verbundenen Frusts doch irgendwie ans Herz wächst. Für Mega Drive Besitzer ein klarer Pflichtkauf!
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9.4 31 Stimmen
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Forum
  • von Leidenfrost:

    Mh, also meiner Ansicht nach hat man die wenigen Sachen die an Landstalker stören in Alundra perfektioniert/ausgearbeitet. Aber das ist wohl Ansichtssache wie so vieles Landstalker hab ich damals durchgespielt, bei Alundra hab ich aktuell um die 20 Spielstunden....

  • von 108 Sterne:

    Na ja, sind halt einige ehemalige Devs am Werk gewesen. Im Prinzip ist das Kernteam zu Matrix Software gegangen. Andererseits hat Landstalker ja ganz offiziell (leider nicht so pralle) Fortsetzungen und Spin-offs bekommen. Lady Stalker (was ein bizarrer Name ist), Dark Savior und Time Stalkers. Um...

  • von Lavos:

    Nee, der Nachfolger ist Lady Stalker...

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