Alien Storm im Test

Mega Drive

SEGA genoss in den 80er & 90er Jahren nicht umsonst einen hervorragenden Ruf in der Spielhalle. Die Aussicht, diese ganzen coolen Spielhallenumsetzungen daheim spielen zu können, ließ ne Menge Leute zum Mega Drive greifen. Auch ich war fasziniert, obwohl sich meine Spielhallenerfahrung dank bundesdeutscher Gesetze auf einen OutRun Automaten im Tennis-Club beschränkte. Das die Gleichung „Aus der Arcade = spielerischer Höchstgenuss“ nicht immer aufgeht, bemerkte ich dank Alien Storm aber schon bald ...

Alien-Storm_09Während der Alien Storm Automat zu den besseren seiner Sorte zählte, ist es um das Mega Drive Modul immer still gewesen. Zurecht! Denn vom „Aliensturm“ bleibt auf der 16-Bit-Konsole nur ein laues Lüftchen. Entweder alleine oder zu zweit zieht ihr gegen die bösen Aliens ins Feld, die ihre gierigen Tentakel nicht von Mutter Erde lassen. In der Arcade gab es übrigens sogar eine Alien Storm Variante für drei Spieler. Die hat es nicht auf den Mega Drive geschafft.

Die drei Hauptcharaktere unterscheiden sich durch ihre Spezialangriffe voneinander. Da wäre Muskelprotz Gordon samt Laserwumme, der Android Scooter oder die zierliche Karla mit ihrem Flammenwerfer. Alle drei sind recht begrenzt in ihren Fähigkeiten. Will heißen: Ihr rennt von links nach rechts durch das Bild, weicht mal nach oben, mal nach unten aus und attackiert eure Gegner mit der immer gleichen Standardattacke. Oder verwendet eine der begehrten Smart Bombs. Hinzu kommen noch die erwähnten Spezialangriffe. Irgendwie wartete ich die ganze Zeit auf ein spielerisches Highlight, dass aber bis zum Ende nie auftauchte.

Alien-Storm_01Auf der Jagd nach extraterrestrischen Lebensformen geht es durch insgesamt acht Levels, jeweils in drei Abschnitte aufgeteilt. Am Ende wartet ein Obermotz, der mitunter ganz schön einheizt. Der Rest des Spiels ist dahingegen eine Mischung aus belangloser Knöpfchendrückerei und purer Langeweile. Ich weiß, im Grunde beschreibt das JEDES Sidescroll Beat 'em up. Aber das ist hier ist einfach besonders einfallslos! Die phantasielosen Gegner lassen sich mit der immer gleichen Technik vom Bildschirm fegen. Gähn.

Optisch sieht Alien Storm nicht so taufrisch wie in der Arcade aus. Ok, geschenkt, Abstriche sind bei einer Konvertierung zu erwarten. Dass man aber gleich ganze Levels  austauscht? Kennern der Automaten-Version werden jedenfalls die komplett veränderten Levels ins Auge springen. Die im Jahr 1990 erschienene Arcade-Fassung bietet sechs Levels, ebenso wie nur einen einzigen Bossgegner, der dafür in drei verschiedenen Formen auftritt. Zum Vergleich: Alien Storm auf dem Mega Drive bringt in acht Levels zwei Bossgegner mit jeweils zwei Formen unter. Klingt so, als sei SEGA mit der Mega Drive Fassung der große Wurf gelungen? Eben nicht.

Alien-Storm_08Die Steuerung empfand ich schon in Level 1 als hakelig, arrangierte mich aber damit. Das ruckelnde Scrolling (warum nur!?) störte mich mehr und der Hauptpreis fürs Nervtöten geht an die billige Musik & Soundeffekte. Mal im Ernst, wer die Arcade-Version kennt, wird maßlos enttäuscht. Im Übrigen ging noch eine Besonderheit der Spielhallenversion beim Konvertieren verloren: Dort wird der eifrige Alienjäger zum Abschluss von einer Alien-Jury bewertet. Witziges Ende. Das fehlt bei der Mega Drive Variante vollkommen. Dafür hat es die Pseudo-3D Ballerei in Supermarkt, Elektroladen und Labor ins Modul geschafft. Zugegeben, anfangs war ich baff, weil 3D-Perspektive und so. Das legte sich jedoch rasch. Ihr steuert nämlich nur ein Fadenkreuz und schießt auf alle auftauchenden Außerirdischen. Nebenbei sammelt man Extras für das nächste Level auf. Etwas aufregender sind die Run‘n‘Gun - Abschnitte, in denen Alien Storm zu einem Shoot‘em Up mutiert. Ähnliche Bonusabschnitte kennt man als SEGA-Fan bereits aus Shinobi und Shadow Dancer. Fesselnd empfand ich es zu keinem Zeitpunkt.

Kleiner Fun-Fact am Rande: Die Protagonisten tragen je nach Version ein anderes Outfit. So trägt Gordon in der japanischen und europäischen Fassung einen roten Anzug und Karla ein gelbes Outfit, während in der US-Version Gordon in Blau und Karla in Rot für Alienmatsch sorgen.

 

alien-storm-versionen




Sebastian meint:

Sebastian

Mein Fazit nach einmal durchspielen: Ab ins Regal! Während Streets of Rage immer wieder unterhaltsam ist (besonders zu Zweit!) flacht der Spielspaß bei Alien Storm enorm schnell ab. Schlechte Technik meets 08/15 Gameplay. Vom einstiegen Vorzeige-Automaten ist nicht viel geblieben.

Update Oktober 2011: Ich habe es seit 5 Jahren nicht mehr eingelegt. Sagt alles, oder?

Positiv

  • Koop-Modus
  • Drei Charaktere
  • Umfang ordentlich

Negativ

  • Alien-Jury am Ende fehlt
  • Billiger Soundtrack
  • Ruckelndes Scrolling
Userwertung
8.0 8 Stimmen
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