
Inzwischen sind nur noch wenige Spiele noch nicht rübertransportiert worden. Mit Xenoblade Chronicles X ist es jetzt ein Titel weniger.
Ursprünglich erschien das Game am 4. Dezember 2015 hier in Europa. Zehn Jahre später ist jetzt die Definitive Edition herausgekommen. Die, anders als Donkey Kong Country Returns HD, dieses Mal sogar - wie die ersten Neuauflagen damals - zusätzlichen Content mit anbietet. So wurde nicht nur die Grafik und die Menüführung überarbeitet. Ebenso gibt es jetzt zusätzliche Storyinhalte, die, wie bei Xenoblade Chronicles: Definitive Edition, vor allem nach dem Ende der eigentlichen Story platziert sind.
Und um das schonmal aus der Welt zu schaffen: Auch wenn das Game im Namen Xenoblade Chronicles beinhaltet, ist es nicht Teil der großartigen Spieletrilogie. Es spielt in einem alternativen Universum, mit einer eigenen Story, die dabei nicht minder episch ist.

Darunter auch deine. Anders, als in den Hauptteilen der Reihe, steuerst du in diesem Fall einen Avatar, den du dir selber nach eigenem Gusto zusammenstellen kannst. Als solcher wirst du von einer Frau namens Elma aus deiner Kapsel geholt und wirst schon bald Teil von BLADE. Das ist eine Organisation, die nach weiteren Kapseln sowie dem Lifehold suchst. Was sich schon bald als eine Mission mit vielen überraschenden Wendungen entpuppt.
Zugegeben: Es ist ein wenig schade, dass man in Xenoblade Chronicles X einen zusammengestöpselten, stummen Avatar steuert. Vor allem im Vergleich zu der Trilogie enttäuscht das, da dort die Figuren faszinierend und lebendig wirkten. Das fehlt hier jetzt ein wenig, vor allem, da von den Nebenfiguren bis auf Elma und dem 13jährigen Genie Lin, kein einziger anderer Charakter nennenswert in Erinnerung bleibt.

Natürlich kannst du diese Wesen alle attackieren. Es empfiehlt sich sogar, immer mal wieder innezuhalten und dies zu machen, weil man so nicht nur nötige XP erhält, sondern ebenso auch Objekte. Diese kannst du dann entweder verkaufen, für später behalten oder ausrüsten. Es ist dabei essentiell, dass du versuchst, immer eine gute Ausrüstung zu haben, die nicht veraltet ist. Das ist die halbe Miete.
Die andere ist der richtige Einsatz deiner Fähigkeiten. Der Kampf läuft automatisch ab, aber du kannst immer wieder bis zu acht Fähigkeiten einsetzen. Einige von diesen sind Buffs, die dich mit mehr Rüstung versehen oder dich und deine Teamkollegen heilen. Andere wiederum sind Nahkampfattacken oder flächendeckende Attacken, die du am besten dann nutzt, wenn ein Feind am Boden liegt. Das Game gibt dir deutliche Signale, wann es sich lohnt, einen bestimmten Angriff einzusetzen oder via Knopfdruck vom Fern- in den Nahkampf zu wechseln und umgekehrt. Das Ergebnis sind dynamische Auseinandersetzungen, die dir schon sehr schnell anfangen, Spaß zu machen.

Doch so sehr ich das Spiel auch feiere, so muss ich es ebenso kritisieren. Denn es hat erhebliche Schwächen. Die Story beispielsweise braucht lange, um Fahrt aufzunehmen. Die ersten drei bis vier Stunden sind im Grunde ein einziger Infodrop, der noch dazu schlecht erzählt worden ist. Ich hatte, ungelogen, mir an manchen Stellen eine Möglichkeit gewünscht, die Gespräche vorzuspulen. Auch ist es schade, dass du den Skel, das ist ein Mech, erst am Ende selber steuern kannst. Denn das macht eigentlich jede Menge Spaß.
Und auch die Optik hat ihre Probleme. Die Nintendo Switch mag zwar inzwischen ihr Alter erreicht haben. Aber das rechtfertigt noch lange nicht, dass hier Objekte und Details aufploppen. Wenn ich mich beispielsweise dem Eingang von New Los Angeles, der Stadt, in der die Menschen wohnen, nähere und ich sehe, wie die Wächterskels auf ein Mal auftauchen, dämpft das doch erheblich den Spielspaß.
Ansonsten ist die Grafik großartig. Man merkt zwar hier und da noch den Wii U-Ursprung. Doch abgesehen von den eben erwähnten Problemen und dem manchmal sehr verschachtelten Spielemenü sieht es großartig aus. So fühle ich mich beim Anblick von Elma sehr an KOSMOS aus Xenosaga erinnert, nur eben in einer aktuellen Optik.
Update zur Switch 2-Version
Es ist knapp unter einem Jahr her, seit auf der Switch Xenoblade Chronicles X – Definitve Edition herausgekommen ist. Was damals vermutlich niemand geahnt haben dürfte, war, dass jetzt ein Switch 2-Upgrade erschienen ist. Falls man die Switch 1-Version sein eigen nennt, braucht man nur 4,99€ zahlen, um es sich zu holen.
Inhaltlich hat sich nichts getan. Es gibt keine zusätzlichen Quests oder Storyelemente. Stattdessen ist das Upgrade einzig und allein auf die technische Seite bezogen. Genauer gesagt kann man jetzt das Game auf 4K und mit 60fps genießen.
Das macht sich im Gameplay auch durchaus positiv bemerkbar. Man bemerkt zwar immer noch den Wii U-Ursprung des Original-Spiels, so das unter anderem ab und an noch Details oder Elemente in der Entfernung aufploppen. Aber ansonsten wirkt das Game optisch besser, als noch in der Switch 1-Fassung.
Auch die höheren FPS machen sich positiv bemerkbar. Es gibt zwar immer noch Momente, in denen die Framerates einbrechen, etwa wenn gerade sehr viel auf dem Bildschirm los ist. Aber es wirkt insgesamt deutlich flüssiger und besser.
Nur, sollte man sich dies wirklich holen? Wenn man die Switch 1-Fassung besitzt, ist das Upgrade nicht unbedingt notwendig. Schließlich ist diese jetzt noch nicht so alt und die visuellen Unterschiede fallen im Vergleich dazu dann doch eher marginal aus.
Falls aber jemand das Game noch nicht sein eigen nennt und Eigentümer einer Switch 2 ist, dann sollte man ruhig zuschlagen. Denn das Spiel war und ist ein gutes RPG.



Xenoblade Chronicles X: Definitive Edition ist jetzt kein Überflieger, wie es Teil 3 war. Dazu hat das Game zu viele Probleme, die nicht hätten sein müssen. Aufploppende Objekte, eine Story, die sich zu Beginn zieht, ein stellenweise unübersichtliches Menü sind einfach Sachen, die den Spielspaß nach unten ziehen. Dem gegenüber steht dann aber die Tatsache, dass das Game am Ende eben doch Spaß macht. Mira ist eine großartige Welt, die einen belohnt, wenn man sie erkundet. Die Geschichte zieht irgendwann an und die Grafik ist, abgesehen von den genannten Problemen, sehr gut.