A Plague Tale: Requiem - wie ein guter Wein im Test

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Im Mai 2019 erhielten wir von den Asobo Studios mit A Plague Tale: Innocence einen absoluten Überraschungshit! Die Geschichte um Amicia und ihren kleinen Bruder Hugo nahm uns voll ein und glänzte mit seiner Präsentation. Mitte 2021 kriegte das Spiel sogar noch ein Xbox Series X / PS5 Update. Nun dürften wir uns bereits zwei Wochen vor Release erneut mit den beiden auf den Weg machen und die Fortsetzung der Geschichte in A Plague Tale: Requiem miterleben.

A-Plague-Tale-Requiem-neXGam-33Die Entwickler bei Asobo haben sich intensiv mit dem Feedback der Spieler auseinandergesetzt, dies schon einmal vorab. Amicia und Hugo sowie deren Mutter dürften in den sechs Monaten nach Ende der Geschichte in Teil eins ein wenig verschnaufen und die augenscheinliche Ruhe genießen. Das Spiel führt euch hierbei sehr seicht in die Fortsetzung ein, präsentiert sich dabei in neuer Farbenpracht, was einer der Kritikpunkte des Originals war, ein. In A Plague Tale: Requiem bekommt ihr nun auch einmal die wunderschönen Seiten der französischen Provence zu Gesicht. Ich entschloss mich hier schnell die „Tiefenunschärfe“ und „chromatische Abberation“ in den Settings auszustellen, damit das Spiel gerade in der Bewegung (zumindest auf dem LG OLED Testgerät) besser erschien. Überhaupt lassen sich in den Einstellungen sämtliche Tasten nach eurem gut Dünken einzeln anordnen, was heutzutage aber auch schon zum guten Ton gehören sollte. In der uns vorliegenden Version 1.1.0.0. (Version vom 21.09.22) waren allerdings noch deutliche Einbrüche in der Framerate, so dass die grafischen Anpassungen allein noch nicht für einen komplett sauberen Ablauf halfen. Zum Release wird es sicher noch einen Day-One-Patch geben, der dies abmildert. An dieser Stelle sei aber auch schon gesagt, dass dieses Manko durch die erneut fantastische Story extrem kompensiert wurde! Ok, passend zum Release gab es das Update auf Version 1.2.0.0, welches zu spürbaren Verbesserungen führte. Komplett ohne Einbrüche, ist es auf der SeriesX aber weiterhin nicht. In einer Szene in Kapitel 14 brach diese einmal in einem Kampfspektakel gar drastisch, gefühlt bis zum "Daumenkino" herunter, was sich auch reproduzieren ließ.

A-Plague-Tale-Requiem-neXGam-21Es war gut, dass uns das Spiel erneut so früh vorlag, denn hätte ich nur ein paar wenige Kapitel bis zum Test gespielt, wären meine Eindrücke sicherlich anders gewesen. Ich entschloss mich nach nunmehr anderthalb Wochen (und mit knapp 21h Spielzeit bei aktuell Kapitel 11) mit Amicia und Hugo bewusst zum Benennen „ wie ein guter Wein“, denn das Spiel entfaltet sich über die Distanz immer weiter. Wie ein guter Wein wird es immer besser, je „älter“ es wird! Selbst in Kapitel 10 kommen noch neue Funktionen und Möglichkeiten hinzu. Dachte ich zuerst, es wäre ein leicht verbesserter 1:1 Nachfolger, bei dem man erneut nur lineare Wege, mit Glück wenige Abschnitte, vorfindet, in denen man etwas im Weg variieren kann, stellt man euch in Kapitel 9 plötzlich eine sehr große Welt zu Verfügung. Diese lässt sich frei erkunden und mit vielen Orten, die es zu entdecken gilt, garniert. Wer hier akribisch untersucht und versteckte Rätsel entdeckt, wir dann z.B. mit einem Upgrade belohnt, welches euch deutlich im Überlebenskampf hilft. Meine Pace kann man hier aber auch nicht unbedingt auf jeden übertragen, denn ich gehöre zur Fraktion, die wirklich jede Ecke untersucht und nach Möglichkeit ebenso jede Kiste mit Items erreichen und einsacken möchte. Bei dieser Spielweise sind etliche Tode dann oft der Preis, der gezahlt werden muss. Hierdurch können Kapitel, die in bis zu acht Unterabschnitte geteilt sein können, dann auch einmal bis zu 90 Minuten dauern. Diese „Try & Error“ Methode lässt sich durch den „Fotomodus“ ebenfalls etwas zu euren Gunsten manipulieren, da ihr in diesem mit der Kamera durch jede Wand kommt und so nicht einsehbare Gegner oder Kisten ausmachen könnt. Aber gehen wir erst einmal etwas auf die Geschichte ein.

A-Plague-Tale-Requiem-neXGam-43Hugo´s Krankheit, die Macula, ist weiter in ihm und durch ein unschönes Erlebnis und Furcht, erwacht diese erneut, was als Folge die Ratten anlockt und für katastrophale Auswirkungen sorgt. So machen sich die drei auf einen hohen Magister der Alchemisten zu finden, der ein Heilmittel für sein Leiden finden soll. Dafür bedarf es bestimmter Heilkräuter. In diesem frühen Abschnitt des Spiels darf Amicia erstmals ohne ihren Bruder los und ihr bekommt euren Alchemisten Lehrlingsfreund Lukas zur Seite gestellt, mit dem ihr dann kein Händchen halten müsst. Im Verlauf des Games werdet ihr sogar in verschiedenen Dreierparties unterwegs sein, wobei ihr den anderen Figuren dabei Befehle erteilen und deren unterschiedliche Spezialfähigkeiten für euch nutzen könnt. Obgleich die Basis weiter auf eurer Schleuder als Waffe ausgelegt ist, bekommt das Spiel durch diese Komponenten deutliche mehr Flexibilität und Möglichkeiten, wie ihr die verschiedenen Abschnitte meistern möchtet. Parallel zu eurer Vorgehensweise gibt es in der Fortsetzung nun eine Art Erfahrungsstrang, die euch je nach Spielweise, weitere Fähigkeiten im Angriffs-, Geschicklichkeits- oder Alchemiesegment freischaltet. Parallel könnt ihr durch das Auffinden von Metallteilen natürlich wieder eure Waffen und Items aufwerten. Neu hinzugekommen ist die Möglichkeit, im Kampf zu kontern und Gegner z.B. durch ein Messer zu erledigen. Diese Messer solltet ihr aber mit Bedacht einsetzen, denn in A Plague Tale Requiem gibt es neben den „normalen“ Werkbänken nun zusätzliche, die verschlossen sind. Deren Schloss könnt ihr nur mit einem Messer knacken, sofern ihr eins im Inventar habt. Gerade in diesen befinden sich aber besonders gute Upgrade Utensilien, on Top ist daran ein Erfolg geknüpft.

A-Plague-Tale-Requiem-neXGam-23Mit eurer Schleuder und Armbrust könnt ihr Gegner direkt ausschalten. Durch die Alchemie lernt ihr, Feuer aus der Distanz zu entzünden, diese zu löschen, größere Bereiche in die Effekte einzubeziehen, Ratten an bestimmte Stellen zu locken oder gar Teer an Stellen oder Gegner zu werfen, welcher dann extrem lange und heiß brennt. Zusätzlich lernt Amicia im Verlauf der Geschichte, eine Art Feuerpeitsche als letzte Notrettung einzusetzen. Auch die bekannten Rennpassagen, die teils mit dynamischer Kamera agieren, sind wieder mit an Bord. Aber Hugo entwickelt ebenfalls durch die fortschreitende Krankheit gepaart mit den persönlichen Hoffnungen und frustrierenden Momenten, neue Fähigkeiten. So kann er im Verlauf durch die Ratten ein Echofeedback erhalten, welches Gegner in der Entfernung sichtbar macht. Später dann, übernimmt er gezielt die Kontrolle über ganze Rattenschwärme und lenkt diese durch die Areale auf seine Feinde.

Durch Hugo´s Traum folgt ihr der Geschichte weiter auf eine wunderschöne, mediterrane Insel, auf der man euch herzlich willkommen heißt. Es dauert aber nicht lang, bis ihr natürlich auch hier merkt, dass nicht alles koscher ist und die Ideologie der Inselbewohner und Piraten abstrakt von einer uralten Mythologie beeinflusst wird. All dies bringt euch immer mehr Informationen über die Vergangenheit, die sich mit Amicia und Hugo zu wiederholen scheint. Dabei ist eure Geschichte auf der Insel noch lange nicht am Ende angekommen! Wie schon im Vorgänger bitte nach dem Abspann nicht ausschalten  - auch die Geschichte von A Plague Tale: Requiem umfasst 17 Kapitel!

Aufgrund eines Fehlers, werden die Bilder in der Galerie derzeit in der Reihenfolge von Hinten nach Vorne angezeigt. Bitte blättert die Galerie bis zum Fix nach Links durch und nicht nach rechts! :)

Stefan meint:

Stefan

A Plague Tale Requiem ist ein mehr als würdiger Nachfolger des Überraschungshits aus 2019. Das Spiel lebt von seiner fantastischen Geschichte, wobei diese gerade durch die langsam aufbauende Pace, mit jedem Voranschreiten zu seiner vollen Stärke aufläuft. Erneut kann man die Gefühlswelt der Protagonisten spüren und nachvollziehen. Konflikte innerhalb der Familie oder Party treffen auf Momente tiefster Verbundenheit. Wunderschön anzusehende Gebiete und Menschen treffen auf den wohl intensivsten Dreck und Gestank dieser Epoche. Krankheiten, die Pest, Fliegen, Blut und Tod werden schonungslos und brutal auf den Bildschirm transportiert, dass man froh ist, diese Zeit nicht miterlebt zu haben. Die Entwickler haben das viele Feedback aus A Plague Tale: Innocence erhört und die Fortsetzung deutlich dynamischer gestaltet! Wie ein guter Wein wird das Spiel stetig besser, je weiter ihr in der Geschichte vorankommt. Wer den ersten Teil mochte, wird A Plague Tale: Requiem lieben, auch wenn es in Sachen Framerate mit dem uns vorliegenden Build noch Abzüge in der B-Note gibt. Alle die mit dem ersten Teil als zu schleichlastig empfanden, dürfen durch die neuen Möglichkeiten nun ebenfalls ihren Spaß haben. Alleine die Geschichte jedoch ist es schon wert, sich dieses Stück Software keinesfalls durch die Lappen gehen zu lassen!

Userwertung
8.6 5 Stimmen
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Forum
  • von Maniac555:

    Habs vor ein paar Tagen auch durch gehabt. mir gefiel es durchweg gut bis auf einzelne nervige Dinge wie die Gegner-KI und die unsichtbaren Wände. ansonsten gab es wenig frustrierende Momente IMO wobei ich es auch eher meuchelnd gespielt habe und sehr früh die Armbrust aufgemotzt hatte, wodurch...

  • von The_Clown:

    @Konatas_Diener twitter.com/APlagueTale/status…?cxt=HHwWgIDT7b_FiJIsAAAA forums.focus-entmt.com/topic/6…tch-notes-update-09-11-22 Wenn das ein neueres Update ist dann finde ich im Moment leider gar nichts dazu....

  • von Konatas_Diener:

    Heute gab es ein Update auf den Xbox Series Konsolen. Auf meiner S habe ich keinen Unterschied bemerkt. Hat jemand ne X und es schon ausprobiert? Gibts jetzt evtl. 60FPS?...

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