Donkey Kong Country 2: Diddy's Kong Quest im Test

SNES

“Ein 32-Bit Spiel auf einer 16-Bit Konsole!” Was warb Nintendo für Donkey Kong Country. Entsprechend waren auch die Verkaufszahlen des ersten Abenteuers des Bananenfetischisten auf dem SNES, weswegen ein Jahr später der Nachfolger in den Startlöchern stand. Größer und besser sollte der zweite Teil der Trilogie werden, doch konnte Rare ihre Versprechen nach einer Entwicklungszeit von nur zwölf Monaten halten?

donkey_kong_country_2_11Nach dem Kampf gegen King K. Rool im ersten Spiel schien die Gefahr gebannt zu sein. Allerdings erholte der schuppige Oberbösewicht sich schnell und brütet einen neuen Plan aus. Er entführt seinen Erzwidersacher Donkey Kong und verschleppt ihn auf die nächstgelegene Insel auf sein Schloss. Um den Gekidnappten zu befreien, sollen die Kongs den Bananenvorrat als Lösegeld herausrücken. Natürlich stürzen sich Diddy Kong und seine Freundin Dixie Kong sofort ins Abenteuer, ohne das Geforderte zu zahlen (Was ihnen Donkey eventuell auch übel genommen hätte ...).

Während einem Diddys Steuerung aus dem Vorgänger noch vertraut ist, gesellt sich mit Dixie eine neue Protagonistin hinzu, welche sich doch in einigen Details signifikant von Diddy unterscheidet. So nimmt sie Fässer nicht mit den bloßen Händen auf, sondern mit ihren langen blonden Haaren. Damit ist sie vor Angriffen aus heiterem Himmel gefeit. Allerdings kann sie nicht, wie ihr Kollege, einfach mit einem Fass gegen einen Gegner laufen. Der zweite große Unterschied ist, dass Dixie ihre Haarpracht als Propeller benutzen kann und so kurze Strecken in der Luft gleiten kann. Durch diese Technik kommt sie an Orte, die Diddy nicht erreichen kann.

Eine weitere Neuheit ist, dass durch das Drücken auf die A-Taste der zweite Affe auf den Rücken der spielbaren Figur springt. Im Huckepack kann man jetzt den sekundären Charakter auf höher gelegene Plattformen werfen oder besonders starke Gegner neutralisieren. Ansonsten wurde die Steuerung natürlich aus dem Vorgänger übernommen, welche aus dem Laufen, Rennen, Springen, Nehmen und dem Wechseln der Figuren besteht. Auch die Mehrspielermodi als Team oder im Wettlauf durch das Spiel gegeneinander sind erneut vorhanden.

donkey_kong_country_2_3Zu den bekannten tierischen Kumpanen gesellen sich jetzt Rattly die Klapperschlange, Clapper der Seehund, Squitter die Spinne und Glimmer der Seeteufel. Der Frosch Winky und der Vogelstrauß Expresso wurden allerdings wegrationalisiert. Eine nette Idee ist, dass Squawks im neuen Abenteuer gewachsen ist und anstatt einer Lampe nun die Kongs tragen kann. Die neuen Fähigkeiten der Kumpanen werden im Spiel vielfach und sinnvoll genutzt. So benötigt man die Hilfe von Glimmer, um sich in den dunklen Schiffswracks des Sumpfes zurechtzufinden, oder man lässt Clapper einen See gefrieren, damit die Affen über ihn hinüber gleiten können.

Natürlich gibt es ebenfalls bei den Kongs „Zuwachs“. So wurde Candy einfach gestrichen und dafür speichert man jetzt in der Schule bei Crankys Frau Wrinkly gegen eine Gebühr von 2 Bananenmünzen ab. Nebenbei kann der Spieler ebenso bei ihr (selbstverständlich gegen einen Obolus) Informationen über bestimmte Levels oder Endgegner bekommen. Neben ihr betritt ebenfalls noch Swanky die Videospielbühne. Unter dem Einsatz einiger Bananenmünzen darf man spielspezifische Fragen beantworten und als Prämien winken Preise in Form von Extraleben.

Allgemein scheinen die Kongs relativ geizig geworden zu sein, denn auch für das Fliegen bei Funky und die Informationen von Cranky wird Bares berechnet. Die erwähnten Bananenmünzen lassen sich überall in den verschiedenen Levels aufspüren, doch der Kontostand lässt sich leider nicht abspeichern. Dies kann zu der einen oder anderen störenden Situation kommen, wenn man das Gerät ausschalten muss. Denn es kommt vor, dass man nicht sichern kann, da einem eine Münze fehlt.

donkey_kong_country_2_9Ansonsten gibt es neben den Bananenmünzen auch DK-Münzen und Kremmünzen zum Einsammeln, welche Klubba an seinem Kiosk gerne gegen Zugänge zur „Verlorenen Welt“ eintauscht. DK-Münzen findet man versteckt in den Levels, die Kremmünzen gilt es in den Bonusfässern, durch die Lösung der gegebenen Aufgabe, zu ergattern. Dies erhöht den Drang alle zu erwischen ungemein, da man natürlich die komplette „Verlorene Welt“ erforschen möchte. Aus dem netten Zusatz aus DKC1 wurde also ein wichtiges Spielelement, denn statt einem höheren Prozentsatz in der Wertung winkt einem jetzt neue Levels und ein zweites Ending.

War der erste Teil der Country-Trilogie schon abwechslungsreich, was die Levels und den Aufbau angeht, so setzt „Diddy’s Kong Quest“ einen drauf. Von einem Piratenschiff geht es zu einem Vulkan, später zu einem Freizeitpark, gegen Ende in ein Schloss und viel mehr. Besonders unterhaltsam sind dabei auch noch die Levels gestrickt. So muss man in einem Bienenstock aufpassen muss, dass man in dem klebrigen Honig nicht stecken bleibt. Oder man macht ein Rennen auf der Achterbahn, auf der man die gegnerischen Fahrer vom Wagon wirft. Oder man befindet sich in einem Stage mit stark schwankenden Wind, welchen es auszunutzen gilt.

Durch den Einsatz der verschiedenen „Reittiere“ spielen sich ähnliche Level auch grundverschieden. Ob man in einer alten Mine mit Diddy herumspringt oder mit Squawks Geschossen ausweichen muss, dies lässt dem Gamer kein „Das-hatten-wir-doch-schonmal“-Gefühl aufkommen. Wer ein simples „von-links-nach-rechts“-Jump’n Run erwartete, der wird sich schwer wundern, und zwar im positiven Sinne. Auch die Endgegner sind nicht mehr so simpel gestrickt wie im Vorgänger. So muss man vor einem Schwert über einen Lavasee flüchten, oder man verwandelt sich in Squawks und kämpft in einem Bienenstock gegen eine unbesiegbar erscheinende Biene. Die Grafik weiß im ganzen Spiel zu gefallen. So wurde alles flüssig animiert und die vielen Details verwundern schon, da die Entwicklungszeit nur ein knappes Jahr lang war.

donkey_kong_country_2_4Auch die oftmals sterilen Hintergründe aus dem Vorgänger wurden beseitigt. So sieht man im Freizeitpark Feuerwerke, im Bienenstock blinzelt eine frisch geschlüpfte Biene den Gamer an und im Schiffwrack werden die einzelnen Decks mit einem 3D-Effekt versehen. So unterschiedlich schon die Levels sind, so abwechslungsreich und passend ist ebenso der Soundtrack. Zwar reicht es nicht zum Ohrwurm wie beim Vorgänger, dafür sind aber die Soundeffekte sehr stimmig und auch qualitativ super. Sieht man nach einigen Stunden schließlich das Ende, dann legt man das Spiel nicht, wie den ersten Teil, zurück in den Schrank, sondern jetzt gilt es die „Verlorene Welt“ zu schaffen. Also geht die Suche nach den DK- und Kremmünzen los, was den Langzeitspielspaß sowie den Wiederspielwert ordentlich erhöht.




Team neXGam meint:

Team neXGam

Wer Donkey Kong Country liebte, der hat dieses Spiel mindestens seit 1995 in seiner Sammlung. Alle anderen kaufen es sich unverzüglich. Dieses Game gehört mit zu den besten Jump’n Runs, die das SNES bietet. Zwar bekommt man den Titel nicht hinterher geschmissen, doch sein Geld ist es allemal wert.

Christian meint:

Christian

Donkey Kong Country 2 war zunächst ein Schock! Was, man kann nicht mehr mit Donky Kong spielen? Und wer ist überhaupt diese Dixie? Aber DKC 2 macht alles richtig. Alle Level haben ein total neues Design bekommen, weitere Minispiele und Quests warten auf den abenteuerlustigen Spieler und die Herausforderungen sind wieder einmal mehr als knackig. Unschlagbar ist auch hier wieder der Soundtrack von dem man sich kaum lösen kann und ist man erst einmal auf der Jagd nach den 102% kann man sich dem Game nicht so schnell entziehen. Die Masse an Leveln, Bonusspielen, tierischen Begleitern und Secrets ist immens und als Belohnung darf man in das Geheime Reich des King K. Rool eindringen, hier warten noch einmal eine Hand voll extrem harter Level auf euch, ehe es dem Oberschurken ans Leder geht. 

Positiv

  • Abwechslungsreiche Level
  • Unterschiedliche Gefährten
  • Große Langzeitmotivation

Negativ

  • Soundtrack erreicht nicht den Vorgänger
Userwertung
8.80909 11 Stimmen
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Forum
  • von Hazuki-san:

    ich fand dkc2 irgendwie immer viel zu schwer. dkc3 ist imo das tollste spiel von allen dreien...

  • von Undead:

    "Negativ: Soundtrack erreicht nicht den Vorgänger" Dafür müsste es echt links und rechts eine geklatscht geben, sry, aber entweder hat der Tester das Game nicht lange gespielt oder denkt nur an vereinzelnte Musikstücke aus dem ersten Teil: ...

  • von manji:

    Krass... schon zu lang her alles.

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Donkey Kong Country 2: Diddy's Kong Quest Daten
Genre Jump’n Run
Spieleranzahl 1 - 2
Regionalcode PAL
Auflösung / Hertz -
Onlinefunktion -
Verfügbarkeit 1995-12-14
Vermarkter Nintendo
Wertung 8.8
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