Pokémon - Gelbe Edition im Test

GameBoy Color

Im Jahre 1999 schwappte die Pokémonwelle aus Japan nach Europa. Das Wort Pokémon bedeutet ausgeschrieben Pocket Monster, also Taschenungeheuer. Der entstehende Hype wurde von Wissenschaftlern auf den Jagd- und Sammeltrieb der Menschheit zurückgeführt. Zu Beginn gab es im Prinzip neben der gleichnamigen Anime-Serie nur ein Gameboy Spiel, welches den Beinamen rote bzw. blaue Edition trug. Da sich diese beiden Versionen von der Story gegenüber der TV-Reihe unterschieden, erschien kurz darauf Pokémon – Gelbe Edition. Dieses Game sollte sich näher an die Zeichentrick-Vorlage halten als die Vorgänger. Und so verfügt man wie in der Glotze anfänglich über keine Auswahlmöglichkeiten, sondern wird praktisch dazu gezwungen, Pikachu als erstes Monster auszuwählen. Sonst unterscheidet sich die neue Variante nur in kleinen Details, auf welche ich im Folgenden genauer eingehen werde.

Pokemon_Gelbe_Edition_11In Pokémon - Gelbe Edition schlüpft man die Rolle eines Jungen namens Ash, dessen größter Traum darin besteht, alle Monster zu fangen und ein erfolgreicher Pokémon-Trainer zu werden. In seiner Heimatstadt Alabastia macht er sich morgens, als sein großer Tag gekommen ist, auf den Weg zum ortsansässigen Wissenschaftler, Professor Eich. Hier erhalten wir unser erstes, eigenes Pokémon. Da Ash allerdings verschlief, wurden die Besten schon ausgesucht und uns bleibt nur noch ein ungezähmtes Pikachu, welches der Forscher kurz zuvor fing. Der gelbe Kamerad erweist sich aber flott als störrischer als zuerst angenommen. Es weigert sich in seinen Pokéball zurückzukehren und folgt uns zu Fuß.

Das ermöglicht uns Kontakt mit ihm aufzunehmen und nach seinem Wohlbefinden zu erkundigen. Neben uns beginnt auch Eichs Enkel mit dem erklärten Ziel, Poke-Meister zu werden. Der Verwandte des Wissenschaftlers ist keines Falls ein Freund. Im Gegenteil: Gary, wie er in der TV-Serie heißt, entwickelt sich im Laufe des Spiels immer mehr zu unserem Hauptkonkurrenten. Er bekommt als Erst-Pokémon ein Evoli, welches mit einem Donner-, Wasser- oder Feuerstein später einen anderen Typus erwerben kann.

Sofort nach Erhalten des Startpokémons folgt der erste Kampf mit Gary. Dieser lässt sich leicht gewinnen, da die Monster zu diesem Zeitpunkt (mit Level 5) noch keine typischen Attacken beherrschen. Unfreundliche Begegnungen verlaufen prinzipiell immer nach dem gleichen Schema: Jeder Trainer kann maximal sechs Pokémon ins Gefecht schicken. Das Kampfsystem ist rundenbasierend, d. h. die trainier können abwechselnd nacheinander einen Angriff von dem aktiven Monster ausführen lassen. Diese teilen sich nach den verschiedenen Pokémonklassen ein: Feuer, Wasser, Pflanze, Flug, Geist, Elektro, Gift, Käfer, Kampf, Drache, Gestein, Boden und Psycho. Jede Attacke gerät je nach Gegnertyp unterschiedlich effektiv.

Pokemon_Gelbe_Edition_12Es gibt auch Angriffsarten, die den Gegner vergiften, einschläfern, anzünden oder lähmen können. Dies heilt man durch spezielle Tränke, die man in den Pokémon-Shops erwirbt. Natürlich lassen sich hier ebenfalls Pokébälle und Heiltränke erwerben. Neben den Läden befinden sich ebenso Poke-Center in jeder Stadt. In diesen kann nicht verwendete Pocket Monsters „zwischenlagern“. Nach jedem gewonnenen Kampf bekommt jedes deiner beteiligten Pokémon eine bestimmte Anzahl an Erfahrungspunkten. Hat man genug dieser EPs zusammen, steigt das Level des Mini-Monster. Sie entwickeln sich allerdings auch weiter. Das heißt, sie verändern ab einem gewissen Rang ihr Aussehen und bekommen einen neuen Namen. Schiggy zum Beispiel evolviert sich bei erreichter 16. Stufe zu Schillok. Pikachu aber entwickelt sich unabhängig davon. Er verändert sich erst bei Zugabe eines Donnersteins zu Raichu. In der Pokémon - Gelbe Edition weigerte sich mein Testexemplar jedoch, einen solchen Stein entgegenzunehmen und sich weiterzuentwickeln. Andere Wesen entwickeln sich nach einem vollzogenen Tausch weiter. Getauscht wird entweder mit Leuten im Spiel oder über Linkkabel mit Freunden. So wird z.B. aus Alpollo Gengar.

In der Gelbe Edition erhält man aber auch die Startpokémon aus den beiden Vorgängereditionen. Schiggy, Glumanda und Bisasam bekommt alle man von weniger talentierten Trainern geschenkt, falls dein Pickchu entsprechend gut gelaunt wirkt und sie der Meinung sind, sie wären bei dir besser aufgehoben. Ferner lässt sich als Unterschied nennen, dass es erneut andere exklusive Monster in dieser Version gibt und die Wesen teilweise voneinander abweichende Attacken erlernen können. Ansonsten sind die drei Editionen identisch.

Das sind die grundlegenden Fakten des Games. So wandern, fahren (mit dem Fahrrad) oder fliegen wir auf dem Rücken eines unserer Pokémons mit dem Helden von Stadt zu Stadt, in der die Arena im Mittelpunkt steht. Denn im Spiel gibt es insgesamt acht Arenenleiter, die man besiegen muss, um einen Orden zu erhalten, der es erlaubt an der Meisterliga teilzunehmen. Jeder Arenaleiter verfügt über eine bestimmte Vorliebe für die verschiedenen Pokémongenres. So muss man z.B. besonders auf Wasserpokémon aufpassen, wenn es gegen ein Arenaoberhaupt mit Feuerwahn geht.

Pokemon_Gelbe_Edition_15Neben den Arenen gilt es in fast in jeder Stadt kleine oder größere Aufgaben zu lösen, um den Weg zur Arena freizumachen. Dabei spielt das Team Rocket die Hauptrolle. Die versuchen, Pokémon für ihre kriminelle Machenschaften zu gewinnen. So kämpft man sich durch Kasinos oder Geschäftsgebäude, um die Welt von den Bösen zu befreien. Natürlich wird man danach zu meist fürstlich entlohnt. Teils sind die Missionen aber auch echte Zeitfresser, die den Spielverlauf hinauszögern. Denn man muss seiner Kreatur erst diese oder jene Spezialfähigkeit lehren, bis man gewisse Orte betreten kann. Im Kasino zum Beispiel muss man sich mit recht nervigen Schalterrätsel quälen oder einen Tunnel durchqueren, in dem man alle 2 Sekunden von irgendeinem „0-8-15-Pokémon“angegriffen wird. Aber nachdem diese etwas frustrierende Phase überstanden ist und man die Welten frei bereisen kann kommt viel Spielfreude auf.

Die Grafik lässt sich sehen. Jede Stadt bietet ihr eigenes Flair und ebenfalls eine neue, passende Hintergrundmusik. Im Vergleich zur roten bzw. blauen Edition wurden die Charakterdesigns der Pokémon verbessert, was man durchaus positiv bewerten kann. Der Sound variiert, wie gesagt. Und auch während des Kampfs stellt sich dieser darauf ein, ob es sich um eine billige Begegnung mit einem Käfersammler handelt oder man sich in einem Battle mit einem Arenaleiter befindet. Gespeichert wird auf dem Modul. Jedoch lässt sich nur ein Charakter speichern. Will man also von vorne anfangen, so muss man das alte Save zuerst löschen.




Felix meint:

Felix

Lässt man außer Acht, dass die Pokémon an eine jüngere Käuferschicht ausgerichtet sind, so erhält man ein grundsolides RPG. Ich hatte viele fröhliche Stunden auf der Jagd nach den 150 Pokemon, die ich nicht missen möchte. Dadurch, dass es viele Parallelen zur TV-Serie gibt, entsteht Zusatzmotivation, da man sich besser und eher mit dem Helden aus der Reihe identifizieren kann, sofern man die TV-Serie kennt.

Positiv

  • Orientiert sich an der Fernsehserie
  • Überarbeitete Grafik
  • Motiviert alle Pokemon zu sammeln

Negativ

  • Eher für jüngere Spieler
  • Spielzeit teils künstlich gestreckt
Userwertung
9.1 9 Stimmen
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Forum
  • von atari_afternoon:

    Ich war um 2000 altersmäßig schon aus der Hauptzielgruppe raus, trotzdem habe ich "Gelb" damals als für mich erstes Pokémonspiel im Rahmen eines Game-Bundles in die Finger gekriegt und geliebt und kann mich auch heute noch damit beschäftigen (da der Batteriespeicher nach wie vor...

  • von Civilisation:

    Felix hat damals die Gelbe Edition besprochen. Was er von dem Spiel hielt, erfahrt ihr am besten jetzt selbst. Pokémon - Gelbe Edition Im Jahre 1999 schwappte die Pokémonwelle aus Japan nach Europa. Das Wort Pokémon bedeutet ausgeschrieben Pocket Monster, also Taschenungeheuer....

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