Kid Dracula im Test

GameBoy

Das Graf Dracula ein bewegtes Leben hatte, ist jedem Sterblichen anhand der Kinoverfilmungen und Buchvorlagen wohl bekannt. Doch wie verbrachte die schillernde Persönlichkeit seine Jugend? Ging er wie wir alle zur Schule oder hat er in seiner Freizeit gerne Fußball gespielt? All diese Fragen werden bei Konami’s Kid Dracula beantwortet.

Kid_Dracula6Ihr kennt das sicher auch: Da liegt ihr gerade gemütlich in eurem Sarg, im rechten Arm das Kuschelkissen und im linken Arm der geliebte Teddybär und träumt von der bevorstehenden Herrschaft über die Welt der Sterblichen. Doch ein tollpatschiger Diener erzählt, dass euch euer verbitterter Rivale zu einem Kampf herausgefordert hat. Noch nicht mal die Cornflakes wurden serviert und da kommt jemand mit so einer Nachricht!

Ist ganz klar, dass jeder Schlafhungrige auf seinem falschen Fuß erwischt wird. In dem Fall trifft es den jungen Graf Dracula höchstpersönlich, der zu so früher Stunde davon gar nicht angetan ist. Zumal er von seinem Rivalen Garamoth die Schnauze voll hat. Schnell wird in Windeseile das Frühstück verschlungen, der Wetterbericht studiert und das Cape umgehangen, um dem Großmaul eine Lektion zu erteilen.

Schlecht gelaunt, wie der Graf nun so ist, unternimmt er die ersten Schritte in seinem vertrauten Schloss und merkt, dass hier nichts so ist, wie es sein sollte. Fledermäuse, Frankenstein-ähnliche Gestalten und verblödete Blechritter wollen dem jungen Grafen ans Vampirleder, was der kleine Gizmo nicht auf sich sitzen lässt. So ist das Einstiegslevel auch gleich die erste Mutprobe, ob es Kid Dracula nach seinem langen Schlaf denn noch drauf hat.

Kid_Dracula4Bei der Spielmechanik glaubte ich zunächst, dass hier die Castlevania Reihe Pate stand. Schließlich stehen hinter Kid Dracula ja niemand anderes als die Actionentwickler von Konami! So bekannt das Setting auch ist, umso mehr überrascht das erste Anspielen, da die Grundmechanik doch eher an Capcoms Mega Man erinnert.

Mit dem A-Knopf springt der kleine Schelm durch die Passagen und mit dem B-Knopf erwehrt er sich mittels Feuerball seiner Haut. Haltet ihr den Feuerknopf kurzzeitig gedrückt, lädt sich wie bei Mega Man der Standardschuss zu einem großen Feuerball auf, was die ganzen fetten Gegnerbrocken ins Land der Toten befördert. Natürlich erlernt der junge Graf im weiteren Verlauf des Spiels Spezialattacken wie z. B. das Verwandeln in eine Fledermaus, um größere Strecken zu fliegen oder aber mittels Fledermausbumerang stärkere Gegner zu malträtieren.

Im Vergleich zu Capcoms actionreichem Jump & Run sind die Wechsel der Spezialfähigkeiten leichter zu managen: Mit der Select-Taste schaltet ihr durch euer Inventar, das am unteren Bildschirmrand dargestellt wird. Das Leveldesign lässt schon in den ersten Spielminuten ein gewisses Deja Vu-Gefühl aufkommen und ich wurde das Gefühl nicht los, als hätte ich das schon einmal bei Mega Man gesehen.

Kid_Dracula3Doch auch Kid Dracula hat seine Eigenständigkeit, die sich zum größten Teil beim Charakterdesign, dem Humor und den unterschiedlichen Aufgaben widerspiegelt. Das beste Beispiel ist der erste Endgegner, der zu Anfang mit einem Geist im Kindesalter für wenig Schrecken sorgt. Habt ihr dem kleinen frechen Bettuch eine Lektion erteilt, läuft er zu seinem Vater, um sich bei ihm auszuheulen.

Schnell tritt Vater Geist in die Fußstapfen seines Sohnes, und wenn ihr auch diesen besiegt habt, kommt Opa-Geist mit langem Bart und Stock zur Party. Erstaunlicherweise schläft dieser aber dank seines gesegneten Alters mitten im Gefecht ein! Zwischen den Levelabschnitten wird die simple Story mit lustigen Zwischensequenzen erzählt, die für schmunzelnde Gesichter sorgt. Das Charakterdesign ist genau wie alles andere auf eine humoristische Art präsentiert, was der Spieler sofort ins Herz schließen wird.

Beim Thema Grafik lässt Konami Mega Man weit hinter sich zurück. Großartige und detailreiche Hintergründe wie das Schloss des Grafen mit den Urahnen an der Wand erfreuen das Auge und die unterschiedlichen Charaktere wie Hexen oder Eulen sind fantastisch gezeichnet. Dennoch ist trotz großer Sprites und viel Detailreichtum die Grafik weitgehend flüssig. Nur wenn der ganze Bildschirm rappelvoll wird, kommt es zu kleinen Slowdowns, die im Vergleich mit Mega Man aber nicht die Welt bedeuten. Auch der Klang spiegelt den Humor ausgezeichnet wieder, der sich durch das ganze Modul zieht.




Dominic meint:

Dominic

Kid Dracula als gemeinen Mega Man Klon abzustempeln, wäre diesem gut programmierten Modul mehr als ungerecht gegenüber. Das Spiel begeistert durch seinen Humor und die tolle Grafik. Der hohe Schwierigkeitsgrad verliert dank unendlicher Continues und Passwortsystem ein wenig von seinem Schrecken. In meinen Augen sind die Abenteuer des jungen Grafen eine echte Bereicherung für jede Gameboy-Sammlung!

Positiv

  • Tolle & witzige Präsentation
  • Unendliche Continues & Passwörter
  • Viele Spezialmanöver/attacken

Negativ

  • Bei vielen Gegnern leichte Slowdowns
  • Hoher Schwierigkeitsgrad
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Forum
  • von Civilisation:

    Drakula mal anders. Dominic hat Kid Dracula getestet. Kid Dracula Das Graf Dracula ein bewegtes Leben hatte, ist jedem Sterblichen anhand der Kinoverfilmungen und Buchvorlagen wohl bekannt. Doch wie verbrachte die schillernde Persönlichkeit seine Jugend? Ging er wie wir alle zur...

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