Slender: The Arrival im Test

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Es ist im Nachhinein ziemlich unterhaltsam, wenn man mit etwas Abstand auf gewisse Mythen blickt. In den 90ern gab es ja den berühmten Blair-Witch-Project-Film, bei dem alle Welt diskutierte, ob es sich dabei um eine wahre Geschichte handelt oder nicht. Haben es die Macher des Streifens auf deren damaliger Webseite ja immer angepriesen. Aber das war nur eine erfolgreiche Art, die Menschen zu ängstigen und darauf beruhte die Faszination. Ähnlich ging es vor knapp drei Jahren, als im Netz Gerüchte über den seltsamen Slenderman umgingen und diese auch mit angeblichen Fotos belegt waren. Natürlich alles Fake, allerdings hat dadurch ein unscheinbares Game große Bekanntheit erlangt.

Slender-The-Arrival-02Besagtes Spiel war als Freeware herunterzuladen und hatte ein einfaches Spielziel: Sammle die acht Blatt Papier auf, die quer im Park verstreut liegen oder hängen. Mit einer Taschenlampe bewaffnet machte man sich auf dem Weg, das Campinggebiet nach den erwähnten Dokumenten zu durchkämmen. Das Gemeine an der Sache war, dass der Slenderman den Spieler verfolgte und je mehr Zettel man fand, desto aggressiver ging er dabei vor. Zudem durfte man nicht zu lange brauchen, da die Batterien der Leuchte nur eine gewisse Zeit hielten. Die Optik war schlicht, doch war es die Soundkulisse, die an den Nerven zehrte. Mit jedem Stück Papier, das man aufhob, wurde die Hintergrundmusik bedrohlicher. Erst ein tiefer Unterton, dann ein dumpfes Pochen und permanent das Gefühl, gleich an der nächsten Ecke vom Slenderman geschnappt zu werden. Aufgrund des massiven Erfolges, unter anderem angesichts zahlloser Videos dazu auf gängigen Videoportalen, machte es natürlich Sinn, ein vollwertiges Horrorgame zu machen.

Mit Slender: The Arrival dürfen nun auch Konsolenbesitzer der Faszination auf den Grund gehen, wenn sie stark genug dafür sind. PC-Besitzer durften sich bereits vor mehr als eineinhalb Jahren gruseln und die Ursprünge der Kreatur erfassen. In der Rolle von Laura wissen wir allerdings nichts von solch einem Wesen. Wir sind auf der Fahrt mitten in die Pampa zum kleinen Ort Oakfield, um ihre beste Freundin Katie zu besuchen. Doch ihr Haus ist verlassen und von ihr fehlt jede Spur. Doch sind die Wände übersäht mit seltsamen Zeichnungen und Zeitungsausschnitten bezüglich eines Unglücks, das sich vor kurzem in der Gegend zugetragen hat. So begibt man sich auf die Suche nach der Busenfreundin und folgt den Hinweisen, die man anhand von Tagebüchern und anderen Dokumenten erhält.

 

Slender-The-Arrival-03Beginnt das Spiel zunächst sehr ruhig, bekommt man sehr schnell das Gefühl, dass man verfolgt wird. Dafür sorgt die großartige Soundkulisse, die zwar sehr zurückhaltend, aber sehr effektiv eingesetzt wird. Bedrohliche Untertöne und gelegentliche Fußstapfen erzeugen diese beklemmende Stimmung, die sich mit fortlaufender Story noch steigert. Auch das ursprüngliche Spiel wurde in Slender: The Arrival integriert und das ist die erste Gelegenheit, den Slenderman direkt zu Gesicht zu bekommen. Eine rund drei Meter große Person ohne Augen, Nase und Mund, gekleidet mit einem schwarzen Anzug und roter Krawatte mit zahlreichen Tentakeln, die statt seiner Arme aus dem Körper ragen. Wenn er in der Nähe ist, dann merkt man das recht schnell, da das Bild der Kamera verzerrt wird und verstörendes Rauschen zu hören ist, die erfolgreich Panik erzeugen.

Das Spiel ist unterteilt in neun Episoden, die im Hauptmenü auch einzeln angewählt werden können, wenn man sie freischaltet. Allerdings gibt es keine Checkpoints im eigentlichen Sinne, um den Spielfluss nicht zu unterbrechen. So muss ein Kapitel komplett wiederholt werden, sobald man das Zeitliche segnet. Gespielt wird das Adventure aus der Egoperspektive, bei der mich im Grunde nur die Kameraführung gestört hat. Mit dem rechten Stick kann man seinen Blickwinkel anpassen, jedoch ist es mir selbst in der langsamsten Einstellung zu schnell und etwas zu ungenau. Dies betrifft ebenso die unglücklich gelegene Zoomfunktion, die man anhand von Drücken des Sticks ausführt. Das kommt vor allem später zum Tragen, wenn auch andere Feinde euch ans Leder wollen. Die könnt ihr nur mit dem Schein der Taschenlampe abwehren. Hier habt ihr hoffentlich ein gutes Händchen für die Steuerung.

 

Slender-The-Arrival-05Ansonsten lebt Slender: The Arrival vorrangig von seinen großartigen Gruselmomenten und Jumpscares, die definitiv ihre Wirkung zeigen. Nicht selten saß ich angespannt vor der Konsole, weil ich oft genug von solchen Schockmomenten überrascht wurde. Doch man merkt, dass dieser urbane Mythos des Slendermans in nur drei Absätzen erzählt wurde. Man gibt sich spürbar Mühe, dem Mysterium eine Geschichte zu verpassen und die Episoden sind gleichwohl abwechslungsreich. Jedoch ist die Story selbst recht dünn und man erfährt diese nur über die Dokumente, die man in der Gegend findet. Geht man direkt zum Ziel, wird man kaum etwas erfahren, da es keine eigentlichen Dialoge mit Personen gibt, denen man folgen kann.

 



Michael meint:

Michael

Wer mit The Eight Pages bereits seine gruselige Freude hatte, der darf sich sicherlich auf Slender: The Arrival freuen. Man gewinnt keinen Innovationspreis in puncto Story, jedoch macht das Spiel seine Sache ordentlich; nämlich dem Spieler eine Heidenangst einjagen. Dank verschiedener Spielenden und freispielbaren Bonuslevels gibt es auch etwas Wiederspielwert, was Freunde gepflegter Gruselunterhaltung erfreuen dürfte. Für einen Preis von knapp zehn Euro ist der Umfang mehr als gerechtfertigt.

Positiv

  • durchgehende Gruselatmosphäre
  • das originale The Eight Pages ist integriert

Negativ

  • Kamerasteuerung auf Konsolen unpräzise
Userwertung
6.26 5 Stimmen
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Forum
  • von fflicki:

    Das hatte ich mir vor kurzem endlich auch mal in einem PSN Sale gekauft, hatte echt meinen Spass mit dem Game. Ist natürlich keine AAA Produktion. aber es lässt sich schon echt gut Spielen. Dafür hatte ich teils schon eine Gänsehaut, das hat abgesehen von Alien Isolation oder P.T. schon lange...

  • von Civilisation:

    Wurde Michael vom Slenderman erwischt? Erfahrt es in seinem Test! Slender: The Arrival Es ist im Nachhinein ziemlich unterhaltsam, wenn man mit etwas Abstand auf gewisse Mythen blickt. In den 90ern gab es ja den berühmten Blair-Witch-Project-Film, bei dem alle Welt diskutierte, ob...

  • von Vit:

    Jupp, ab ins Multi damit! ...

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Slender: The Arrival Daten
Genre Adventure
Spieleranzahl 1
Regionalcode -
Auflösung / Hertz 1080p
Onlinefunktion -
Verfügbarkeit 2014-09-24
Vermarkter -
Wertung 7.4
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