Arslan: The Warriors of Legend im Test

PlayStation 4Xbox One

Wer mit Konsolen, ganz besonders mit der PlayStation groß geworden ist ,wird bestimmt bemerkt haben, das die Dynasty- bzw. Samurai Warriors-Reihe immer ein Wegbegleiter dieser Plattformen war. War das erste Dynasty Warriors noch ein 3D-Beat‘em Up a la Soul Edge änderte sich das ab dem Nachfolger. Man ging jetzt mit der Formel der Massenschlachten im feudalen Korea an die Serie ran. Und an diesem Konzept halten die Entwickler bis jetzt fest. Doch seit geraumer Zeit verlässt man Szenario-technisch das populäre Gefilde und geht Kooperationen mit anderen Franchisen ein, die erstaunlicherweise sehr gut in das bekannte Musou-Spielprinzip passen. Ob es GundamThe Legend of Zelda oder Dragon Quest, ist. Fans dieser Marken freuen sich über den respektvollem Umgang mit dem Grundmaterial. Das neuste Produkt dieser Art basiert auf The Heroic Legend of Arslan.

Arslan_the_Warriors_of_Legend_6Die Vorlage besteht aus 14 Romanen, die von Yoshiki Tanaka geschrieben wurden. Vor allem die zweite Anime-Adaption des Stoffes sorgte auch im Westen für Aufmerksamkeit. Und Omega Force nimmt genau diesen Inhalt und strickt draus ein Videospiel. Herausgekommen ist die bekannte Formel von  Dynasty Warriors mit einer sehr nahen Adaptierung der Storyline des Films. Die große Stärke des Titels ist seine Präsentation, die sich viel Zeit nimmt, um die Erzählung um den jungen Prinzen von Pars zu vertiefen. Hierbei wechseln immer Animeszenen mit Zwischensequenzen, die genau wie die Ingame-Grafik im Cel-Shading-Grafikstil gehalten ist. Um die Geschichte eben kurz zu erklären. Im Königreich Pars herrscht Krieg. Der 14 jährige Arslan, Sohn des Königs, musste nach einem Verrat in den eigenen Reihen fliehen. Um seine Heimat zurückzugewinnen, stellt er eine Armee zusammen.

Im Storymodus werdet, ihr abgesehen von dem Prinzen, auch noch diverse weitere Charaktere spielen, die jedes Mal vom Szenario vorgeschrieben werden. Unterm Strich dürft ihr in die Haut von 15 Recken steigen, was im Vergleich zu anderen Vertretern der Dynasty Warriors-Reihe recht wenig ist. Hin und wieder wechselt ihr zudem während einer Mission mehrmals den Protagonisten, was bei den immer gleichen Storymissionen für ein bisschen Dynamik sorgt. Abgesehen von der Szenerie ist Arslan the Warriors of Legend ein Spiel, in dem sich Musou-Fans sofort heimisch fühlen werden. Das Kampfsystem wurde quasi 1:1 übernommen und zu 80% müsst ihr einen feindlichen Kommandanten zur Strecke bringen. Verpackt wird das in Massenkämpfe, die wahrlich imposant wirken. Über Hunderte von eigenen oder gegnerischen Einheiten tummeln sich auf dem Fernseher. Und sich durch diese Horden an Feinden zu schnetzeln und sie mittels Waffengewalt in die Luft zu befördern, war ohne Frage schon immer die Faszination der Serie.

Arslan_the_Warriors_of_Legend_5Doch alle Stärken sowie Schwächen sind wieder mit am Bord, weshalb ich mich schon öfters frage, ob die Jungs bei Omega Force mal die Kritiken lesen. Angefangen von der nervösen Kamera, die vor allem in engen Stellen für Verwirrung sorgt, sind die strunzdummen Klonfeinde erneut mit dabei. Diese dienen nur als Kanonenfutter. Bossgegner verdienen im Prinzip nicht wirklich diesen Namen, da sie selbstverständlich leicht auszutricksen sind. Was sie am Ende so gefährlich macht, ist die Fähigkeit sehr viele Treffer locker wegzustecken, so dass ihr nach ein paar Minuten Endkampf die Konzentration verliert und schnell zum Opfer werdet, da ihr dessen Angriffe nicht rechtzeitig erkennt. Erneut hat sich Omega Force nicht die Arbeit gemacht, der Armee mehr Individualität zu verschaffen, so dass (fast) jeder Soldat wie der andere aussieht und die wenigen unterschiedlichen Charakterklassen kaum zur Abwechslung beitragen. Bei dem bekannte Schnetzellalltag versucht man zudem mit Zeitlimits und einem Bewertungssystem ein bisschen Tiefgang zu erzeugen, was meines Erachtens nach hinten losgeht.

Ich für meinen Fall ignorierte bewusst diese Zeitbegrenzung, da es mir mehr Spaß machte, zu schnetzeln. Am Ende spielt es storytechnisch keine Rolle, ob die virtuelle Uhr abgelaufen ist oder nicht. Je öfter ihr eine Waffe verwendet, um so höher steigt ihre Stufe auf. Dadurch werden Weapon Arts freigeschaltet, die neuartige Effekte erzeugen. Überaus interessant finde ich die Fähigkeitskarten, die ihr hin und wieder auf dem Schlachtfeld findet. Diese könnt ihr in drei Slots stecken und sie je nach Rang in Verteidigung bzw. Angriff verbessern könnt. Doppelte Karten lassen sich verkaufen oder mit anderen verbinden, hierdurch entsteht eine gänzlich neue. In die Kategorie ‚‚Over the top‘‘ schafft es definitiv der Mardan-Rush, den ihr gelegentlich auf den weitläufigen Arealen begegnen werdet. Betretet ihr den lila Strudel und drückt dabei die R2-Taste könnt ihr euch an der Möglichkeit ergötzen, eine ganze Armee direkt zu steuern.

Arslan_the_Warriors_of_Legend_3Das setzt der schon effektreichen Massenschlachten die Krone auf, wenn ihr komplette Wände einreist oder die feindliche Armee mit einem Vorwärtsstoß eliminiert. Freut es Anhänger von östlichen Videospielen, wenn diese eine japanische Sprachausgabe besitzen, ist es wie bei Dynasty Warriors mehr Fluch als Segen. Bei den teils hektischen Schlachten wird ausgiebig gelabbert und das natürlich in japanischer Sprache mit englischem Untertitel. Ist eure Kenntnis über die Ost-Asiatische Sprache nicht so gut, geht sehr viel Hintergrundwissen flöten, da ihr einfach keine Zeit habt jedes Gespräch zu lesen, während ein Dutzend Feinde um euch herumsteht. Grafisch bin ich zweigeteilt. Auf der einen Seite finde ich den Anime-Look wirklich zauberhaft, auf der anderen Seite muss ich die tristen Umgebungen kritisieren und die derben Pop-ups in der Ferne.

Mir ist es mehr als ein Mal passiert, das eine Hand voll Feinde vor mir stand und sich dann einfach in Luft aufzulösen schien, um an einer anderen Stelle ausgespuckt zu werden. Das könnte mit ein bisschen Feinschliff bestimmt in den Griff bekommen werden. Positiv sollte man zudem die Framerate erwähnen, die selbst bei dem höchsten Gegneraufkommen nicht in die Knie geht. Aber Inhaltstechnisch muss Arslan the Warriors of Legend sich geschlagen geben. Ihr werdet für den Storymodus gut 15 Stunden brauchen, danach bleibt euch im Prinzip nur noch der Free Mode. Hier könnt ihr alle Szenarien nochmals mit einem anderen Charakter angehen und das auch im Ko-op. Doch im Vergleich zu anderen Musou-Titel fehlt es an Inhalten.




Dominic meint:

Dominic

Habe ich auf der einen Seite das unverbrauchte Szenario und dessen gut gemachte Storyline positiv aufgenommen, bin ich durch die negativen Punkte, die jedes Musou-Spiel begleiten, wieder auf den Boden der Tatsache angekommen. Versteht mich nicht falsch. Arslan the Warriors of Legend macht sehr viel Spaß, und sobald man sich mit den Fehlern arrangiert hat, fallen sie weniger ins Gewicht. Doch ich kann immer noch nicht verstehen, das Omega Force Kinderkrankheiten wie nervöse Kamera, Pop-ups oder kopflose Teamkollegen nicht behoben haben. Zudem wäre eine Autolock-Funktion bei Bosskämpfen ein hilfreiches Feature gewesen, um mehr Übersicht zu haben. Schade drum.

Positiv

  • Guter Storymodus
  • Bekanntes Musou-Gameplay
  • Fähigkeitskarten

Negativ

  • Strunzdumme Klongegner
  • Immer gleiches Missionsdesign
  • Wirre Kamera
Userwertung
7.1 2 Stimmen
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Forum
  • von Civilisation:

    Dominic hat sich das Spiel näher angesehen. Arslan: The Warriors of Legend Wer mit Konsolen, ganz besonders mit der PlayStation groß geworden ist ,wird bestimmt bemerkt haben, das die Dynasty- bzw. Samurai Warriors-Reihe immer ein Wegbegleiter dieser Plattformen war. War das erste...

  • von Mistercinema:

    Launch Trailer: M.C....

  • von Phill XVII:

    Story scheint nicht vernachlässigt zu werden. Ist sogar so viel das ich inzwischen alles Skipe statt mir wenigstens die Bilder anzuschauen. Gameplay geht stark in die Richtung DW7/8 (wie es schon Hyrule Warriors tat) mit ein paar eigenen Feinheiten. Soweit ich das sehen kann hat jeder Charakter...

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