Gynoug im Test

Mega Drive

Eine skelettierte Riesenschildkröte, ein Schiff mit Dämonenfratzen, ein teuflischer Riesenschwanz, ein mutiertes Scheusal, dem zwar der Unterkörper fehlt, dessen pulsierendes Herz aber um den Torso kreisend seine Bahnen zieht...und dabei eine prima Zielscheibe abgibt: Willkommen beim Horror-Shmup GYNOUG auf dem Mega Drive. Wenn es um abgefahrenes Gegnerdesign geht, ist dieser Titel ganz vorne mit dabei. Ob das Spiel allerdings auch spielerisch überzeugen kann, oder ob ich schnell genug davon hatte, dazu mehr hier im Test!

Gynoug_neXGam_11Darum geht’s:
Gynoug ist ein Horizontalshooter, der Anfang der 90 über NCS/Masaya auf dem Mega Drive erschien, übrigens auch hierzulande. Hier seid ihr nicht wie in vielen anderen Shmups in einem Raumschiff unterwegs, sondern ihr übernimmt die Kontrolle über eine Art Todesengel, der durch die dämonische Unterwelt fliegt. Eine großartige Story hat Gynoug nicht zu bieten, dafür aber ein grandioses, ungewöhnliches Setting mit völlig abgefahrenem Gegnerdesign. 6 Levels mit jeweils einem Zwischen-und Endboss und hunderten Standard-Gegnern gilt es zu meistern, wobei sich beim Spieler eine Mischung aus Grusel, Ekel und Faszination entwickelt.
 
Ablauf:
Spielerisch gibt sich Gynoug überaus gut, bietet aber kaum Überraschungen. Neben dem Standardschuss existieren rote und blaue Power-Ups, die es einzusammeln gilt, hin und wieder mal ein Extraleben und Magieangriffe. Unterschiedliche Magiearten sind in den Levels verstreut und können von Euch eingesammelt werden, durch Druck auf eine Taste könnt ihr die gewünschte Magie auswählen und mit einer anderen entfesseln. Dabei gibt es eine ziemliche Selektion von Magie, die Schüsse absorbiert, Blitzangriffen oder Pfeilattacken. Das Spieltempo ist überaus flott, die Gegnerwellen nehmen teilweise aber etwas überhand...was jedoch nicht heißt, dass Gynoug zu schwer wäre. Die normale Gegnerschar ist oft bei einem einzigen Treffer dahin, mit halbwegs ausgerüstetem Todesengel pflügt man so nett anzuschauen, allerdings zum Teil anspruchslos durch die Feindwellen, mit Dauerfeuer sind die bemitleidenswerten, gruseligen Gestalten schon, sobald sie ins Bild kommen, Geschichte. Der Schwierigkeitsgrad resultiert eher aus der Masse an Gegnern, als aus der Bullet Hell Komponente und den aus anderem Holz geschnitzten Endgegnern - nur der fünfte Level zieht in Punkto Schwierigkeit extrem an. Im Gegensatz zu knüppelharten, erbarmungslosen Vertretern wie Gaiares oder Hellfire hat man hier aber ohne ständiges Auswendiglernen und mit Standard-Bewaffnung noch eine Chance. Freundlicherweise tritt bei Gynoug der von mir sehr geschätzte Thunderforce-Effekt auf; sprich: Nach einem Ableben wird man nicht weit an einen Checkpoint zurückversetzt, sondern kann erneut an der gleichen Stelle weiterspielen.
 
Gynoug_neXGam_5In puncto Spieldesign überzeugt Gynoug zum Großteil ebenfalls, auch wenn ein gewisser Wiederholungsfaktor bei den Gegner-Patterns und beim abschließenden sechsten Level bei dem ihr nochmal die Endgegner besiegen müsst) vorkommt. Insgesamt ist das Game spielerisch zufriedenstellend, ist jedoch nicht so fetzig wie die Thunderforce Vertreter, kann dafür aber wegen seiner spaßigen Struktur und dem befremdlichen Feinddesign streckenweise begeistern.
 
Die Technik:
Das schon beschriebene Gegnerdesign ist absolut einzigartig und aufgrund seiner Thematik aus Horror und Mythologie überaus faszinierend, auch die Hintergründe wissen durch viele Details zu überzeugen, wobei manche, wie in Level 3 oder 5, etwas hinderlich sind, da gegnerische Geschosse schwer erkennbar sind. Gynoug läuft die meiste Zeit überaus flüssig, selbst bei hohem Gegneraufkommen, bietet jedoch nicht so spektakuläre Effekte wie die MD Kollegen Musha oder Thunder Force IV. Die knackigen Schussgeräusche und die mystisch-schräge Musik passt sehr gut zum Geschehen auf dem Bildschirm, ist mir aber teils etwas zu abgefahren und im Gegensatz zu einem Musha oder Thunder Force kein Grund, die Musik auch außerhalb des Spiels mal zu genießen.



Axel meint:

Axel

Im reichhaltigen Angebot der Mega Drive Shooter ist Gynoug aufgrund seines bizarren Designs ein ziemliches Unikat, kann allerdings auch spielerisch und optisch überzeugen. Ein herausfordernder, aber nie frustrierender Schwierigkeitsgrad und das exzellente Preis/Leistungs-Verhältnis (30 Euro für ein komplettes Exemplar!) sind ebenfalls Grund genug für einen Kauf. Kleinere Schwächen in puncto Leveldesign und die etwas lahme Wiederholung der Endgegner im letzten Level sind dabei zwar vorhanden, angesichts des gelungenen Endresultats jedoch verschmerzbar: Mega Drive Shmup Liebhaber sollten Gynoug in der Sammlung haben!

Positiv

  • Einzigartiges Szenario und abgefahrenes Gegnerdesign
  • Gut spielbar mit unterschiedlichen Magie-Arten
  • Hervorragendes Preis/Leistungsverhältnis

Negativ

  • Kleinere Schwächen im Leveldesign
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8.7 5 Stimmen
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Forum
  • von Taku:

    Shinobi MG schrieb: Bei Gynoug war ich vor allem vom Boss Design angetan, egal ob Zwischen oder Endbosse. Der Schwierigkeitsgrad ist ja auch Human was freut da man auch etwas weiter kommt. Gab aber auch nen cheat wenn ich mich richtig...

  • von pseudogilgamesh:

    Besten Dank! Wusste ich noch nix von... gamefaqs.com/genesis/586601-wings-of-wor/cheats bzw ssega.com/cheat/gynoug/754...

  • von Shinobi MG:

    Bei Gynoug war ich vor allem vom Boss Design angetan, egal ob Zwischen oder Endbosse. Der Schwierigkeitsgrad ist ja auch Human was freut da man auch etwas weiter kommt. Gab aber auch nen cheat wenn ich mich richtig erinnere.

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