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Oddworld: Munch's Oddysee im Test

Xbox
Lange haben wir drauf gewartet, dass unser Freund Abe sich wieder in der Konsolenwelt blicken lässt. Nach den beiden PSX Abenteuern Abe's Oddysee (1997) und der Fortsetzung Abe's Exoddus (1998), sollte der neue Teil zuerst auf der PS2 erscheinen. Da das Programmiererteam von Oddworld Inhabbits mit dessen genial skurielem Kopf Lorne Lanning mit der Unterstützung des Sony Konzerns und der PS2 Hardware unzufrieden waren, wechselte das Spiel nun über zu Microsofts Xbox Konsole, welche die nötige Hardwarekapazität mit brachte um den neuen Teil so erstrahlen zu lassen, wie man sich das vor stellte.

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Der Schritt zu Teil 3 Munch's Oddysee sollte ein gewaltiger sein. Die Teile 1+2 waren, was selbst für PSX Verhältnisse komisch erschien, in 2D bzw. einem zum Teil vorgegaukelten 3D. Nun hat man mit Munch's Oddysee den Sprung in die komplette 3D Welt vollzogen. Ich muss gestehen, dass bei meiner ersten Berührung mit Teil 3 auf dem Xbox Event in Köln, meine Bewertung wesentlich anders ausgefallen wäre, als jetzt, wo ich das Game gespielt habe. Es ist zwar Abe und dennoch irgendwie nicht, dachte ich damals. Erschwerend dazu kam noch, dass in Köln keine Anleitung dabei war, die einem die Sprachebelegung erklärt hätte. Bei Abe muss man sagen, gibt es kein wenn und aber. Entweder man liebte schon die beiden ersten Teile mit ihren zum Teil sehr kniffeligen Rätsel, oder man verstand überhaupt nicht, wieso ein 2D Spiel auf der PSX erschien. Ich für meinen Teil, bin damals dem Team von Oddworld sofort verfallen. Nach den Abenteuern in Rapture Farms, der ihr als Sklave entkommen seid und welche durch Euch zerstört wurde und dem Desaster, welches Abe dann in der Soul Storm Brauerei anrichtete ist nunmehr Munch, ein Gabbit, die eigentliche Hauptperson des Spiels.


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Die ausbeuterischen Glukkons brauchen dank ihres starken Konsums an Zigarren immer neue Lungen. Es stellte sich heraus, dass die Lungen der Gabbits, einer im Wasser friedlich lebenden Art mit den Glukkons kompatibel sind und so brachte man die Wissenschaftler aus den Vikkers Labors dazu, die Gabbits zu fangen und deren Lungen zu entfernen. Das ganze wurde so lange gemacht, bis nur noch Munch als letzter seiner Art übrig ist. Aber auch Munch geht den Wissenschaftler in die Falle. Da die Vikkers aber zum einen genial, auf der anderen Seite aber faul sind, baut man Munch ein Implantat ein, mit dem er demnächst die Sucharbeit der Vikkers übernehmen soll, damit diese sich auf der mehr ausruhen können. Dass das Implantat ein wenig mehr zu Leisten vermag, als die Vikkers annahmen, bekommen diese bald zu spüren. Munch ist damit in der Lage Blitze zu verschießen, die nach dem Genuss bestimmter Getränke sogar noch um ein vielfaches verstärkt werden.

Abe, der immer noch auf der Suche nach gefangenen Mudokons ist, bekommt vom großen Rosini nun den Auftrag Munch aus den Vikkers Labors zu retten.
An dieser Stelle tretet Ihr nun dem Spiel bei. Sehr positiv ist es, das man am Anfang eines neuen Spiels die Sequenzen aus den Teilen 1 + 2 noch einmal anschauen kann, um das Hintergrundwissen von Oddworld noch einmal ein wenig ins Leben zu rufen, bzw. erst einmal kennen zu lernen. Überhaupt sind die Sequenzen in Teil 3 „wieder mal“ eine richtige Augenweide. Schon auf der PSX entlockten sie der Hardware ihr komplettes Potential.


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Euer Abenteuer startet mit Abe, der sich in einer Höhle befindet. Hier und anschleißend vor der Höhle, werdet ihr teils mit Hilfe eines Mudokon Schamanen in die komplexe Steuerung von Abe eingewiesen. Abe kann sich in der 3D Welt sehr schnell durch laufen und hüpfen, aber auch durch das bereits bekannte schleichen ( damit schlafende Sligs nicht aufgeweckt werden) bewegen. Wichtiges Utensil sind die auf dem Planeten wachsenden Spooce Büsche, die sowohl Abe als auch Munch einsammeln können. Mittels dieser Spooce Büsche könnt ihr im Laufe des Spiels Tore öffnen, gefallene Kameraden an Gebetstempeln wieder zum Leben erwecken oder diese in eine höhere Form transferieren, welche dann Knüppel oder sogar Schleudern benutzen kann. Sollten den beiden Helden die Büsche mal aus gehen, kann Abe diese mittels Geisteskraft ( chanten ) wieder neu wachsen lassen. Dank dieser Geisteskraft, ist es Abe ebenfalls wieder möglich, in sämtliche Gegner ein zu dringen, um deren Körper zu übernehmen und so sich ungestört einen Überblick über den Level zu verschaffen oder Hindernisse und Gegner aus dem Weg zu räumen ohne selbst dabei Schaden zu nehmen.


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Hauptziel der einzelnen Levels ist es, den Ausgang zu erreichen und dabei noch gefangene Kameraden zu befreien und durch Transport Portale wieder in Freiheit zu bringen. Dank der ausgefeilten Sprachsteuerung, folgen Euch die anderen Mudokons und verrichten auf Euren Wunsch wieder arbeiten, bzw. schlagen sich für Dich mit den Gegnern rum. Schon alleine die verschiedenen Antworten und Reaktionen der Kameraden verleiten einen am Anfang diese Funktion nur „zum Spaß“ zu benutzen. Sprüche wie „was auch immer....... ohhhhh manno oder Furzkopf“ sind nur einige, die im Laufe des Spiels immer ein Grinsen übers Gesicht laufen lassen. Auch sollte man mal probieren dem Schamanen ins Wort zu fallen oder sich in die Mitte seines Kreises zu stellen, in dem er erscheint und ihn dann zu rufen :D.

Viele Stellen des Games könnt ihr nur meistern, in dem Euch die anderen Mudokus bei der Arbeit helfen. Durch geteilte Geisteskraft geht halt alles etwas einfacher und oft sind mehrere Hebel gleichzeitig zu betätigen. Das einzige Manko der Mudokons ist, dass sie nicht über Hindernisse springen können. In diesem Falle muss Abe sich den Kameraden schon hinten schnappen und ihn so über das Hindernis tragen oder werfen. Glaubt mir, dass es urkomisch aus sieht, wenn Abe mit den Jungs so durch die Gegend läuft. Getränkeautomaten, welche Abe schneller laufen, höher springen oder gar unsichtbar werden lassen, helfen Euch die einzelnen Levels zu meistern.

Was Abe nicht mag ist das Wasser. Hier geht der an Land sehr wendige Freund schnell „baden“. Munch dagegen ist, fühlt sich im Wasser pudelwohl und ist dort zum einen sehr schnell und kann auch sehr hoch springen. An Land dagegen bewegt er sich, da er nur über ein Bein verfügt sehr langsam. Dies kann man ausgleichen, wenn Munch einen Rollstuhl findet. Mit quietschenden Achswellen geht es dann um einiges schneller an Land von statten, was man Anfangs mehrere Minuten freiwillig übt, da man sich dabei vor lachen kaum halten kann. Dank seines Implantates ist Munch nun in der Lage Maschinen von pulten aus zu bedienen oder per Blitz gefangene Fuzzel Kameraden aus ihren Käfigen zu befreien. Diese runden kleinen Pelztierchen, die mit einem Netten „mini mini“ daherkommen, können sich auf Kommando von Munch ganz schnell in „Critter“ ähnliche, Zähne fletschende Tiere mausern, die den Gegnern schnell den gar aus machen. Man sieht also, dass es bei beiden Kontrahenten wichtig ist, die Hilfe von Freunden in Anspruch zu nehmen, um das Ziel zu erreichen.


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Nach den „Einführungsleveln“ beider Helden, entwickelt sich langsam die Geschichte des Spiels. Von nun an lauft Ihr mit Abe und Munch zusammen durch die Gegend und könnt per Knopfdruck zwischen beiden hin und her schalten um so mittels beider Charaktere und deren Fähigkeiten den Level zu meistern. Ziel des Spiels ist es für Munch die letzte Dose mit Gabbit Eiern zu bekommen, um so seine Rasse vor dem aussterben zu bewahren. Diese Eier sind bei den Glukkons allerdings eine Delikatesse Namens „Gabbiar“. Abe hingegen muss versuchen die letzten Mudokon Eier zu finden um so auch seiner Rasse weiter zu helfen. Ein genial geschmiedeter Plan in der ein Glukkon mit Namen „LULU“ eine wichtige Rolle spielt, ist schnell geschmiedet und so macht Ihr Euch auf, erneut als Helden in die Geschichte ein zu gehen. Solltet Ihr im Laufe des Spiels einmal ein Leben verlieren, kann der Freund Euch an bestimmten Punkten wieder aus einem Ei schlüpfen lassen. Dadurch ist der Frustfaktor absolut minimal gehalten worden.


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Wichtig ist auch, so wenige Freunde wie möglich im Spiel zu verlieren. Dies kann man auf einer Anzeigentafel beobachten. Je mehr Freunde Ihr rettet umso besser ist Euer Quarma, welches am Ende des Spiels über den Abspann entscheidet. Ihr solltet also lieber einen Level noch einmal durchspielen, wenn Ihr Verluste erleidet, sonst entgeht Euch am Ende noch etwas.
Zwischen den einzelnen Level wird die Story mittels genialen Sequenzen weiter voran getrieben. Auch die bekannten Zeitungsausschnitte und Nachrichten der Bösewichter sind wieder mit dabei und fördern des Spielspass des Games ungemein.


Die Grafik des Spiels ist sehr schön und detailreich. Maschinen die arbeiten und Lichteffekte lassen wenig Wünsche übrig. Einzig, dass in den offenen Levels mit Nebel in der Ferne gearbeitet wurde, kann man schwer nachvollziehen. Die Xbox sollte durch ihre Hardware dazu eigentlich nicht mehr missbraucht werden.


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Die Steuerung der Helden geht eigentlich sehr einfach von statten. Per analog Stick werden die Figuren bewegt. Auf den Tasten liegt die Sprachsteuerung. Hier hat man es sehr gut geschafft, die vielen Befehle auf nur wenige Tasten zu bringen. Man bedient sich hier eines Tricks. Drückt Ihr eine Taste länger, so ist dies automatisch ein anderes Kommando. Nach ein paar Minuten solltet Ihr diese aber schnell auswendig können. Die Kamera ist in der 3rd Person angeordnet. Nur selten müsst Ihr diese per digital Kreuz manuell korrigieren. Die Sequenzen, die Ihr frei spielt, könnt Ihr Euch nachher auch einzeln in einem Theater an schauen.


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Soundmäßig kommt das Spiel mit sehr gutem Dolby Digital daher. Explosionen die in Kettenreaktionen ausarten, kreisen bei vorhandenem Equipment wunderbar um Eure Köpfe und Gegner lassen sich sehr gut orten.


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Stefan meint:

Stefan Insgesamt ist Munch's Oddysee ein sehr gelungenes Jump'n Run mit jeder Menge Rätseln zum ausknobeln. Alle bekannten Bösewichter wie Sligs, Slugs, Scrabs und Paramits machen Euch wieder das Leben schwer. Neue Freunde wie die Fuzzels, Tomahowker und Bogenschützen helfen Euch bei der Lösung der Stages.
Leider wiederholen sich gegen Mitte des Spiels einige Sachen wieder und teils braucht man eine lange Vorbereitung um den Level zu meistern. Das trübt ein wenig den Gesamteindruck sowie die Motivation des Spiels. Aber trotz allem war ich voller Ehrgeiz dabei die 25 Level zu meistern und so wieder ein Mal den heldenhaften Abschluss zu genießen. Für mich war Oddworld Munch's Oddysee ein „must have“ auf der Xbox und ich denke mal, wer sich entschließt das Game zu kaufen, der wird voll und ganz auf seine Kosten kommen.
Jetzt habe ich aber genug geschrieben. Ran an den Kontroller. Ich wünsche Euch viel Spaß dabei und den werdet Ihr mit Sicherheit ohne Ende haben. Wir sprechen hier schließlich über Abe & Co :D

Positiv

  • Gute Knobeleinlagen...
  • Lustig gemachtes Jump 'n' Run

Negativ

  • ... die sich schnell wiederholen
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