Vandal Hearts - Flames of Judgement im Test

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Wer erinnert sich nicht noch an selige PSOne Zeiten in denen man mit dutzenden von hochqualitativen Rollenspielperlen beglückt wurde, die selbst heute noch ihre zahlreichen Anhänger finden. Dazu gehören sicherlich auch die beiden Vandal Hearts Titel, die damals satte taktische Rollenspielkost bot und neben Final Fantasy Tactics wohl zum Pflichtprogramm für europäische PlayStation Zocker gehörte. Nun sind ja seitdem einige Jahre ins Land gegangen, dennoch war die Freude groß, als Konami einen neuen Vandal Hearts Titel für Xbox Live Arcade ankündigte. Wir haben einen Blick gewagt und unsere Impressionen für euch aufgeschrieben.
Es ist doch irgendwie immer das selbe Dilemma: Zwei benachbarte Königreiche erklären sich den Krieg und alle müssen darunter leiden. Auch hier, im Kampf zwischen Urdu und Balastrade, gab es abertausende Todesopfer. Nachdem der Krieg lange zwischen den beiden Nationen entbrannte, schickten die Götter einen Meteoritenhagel auf das Schlachtfeld hinab, dem fast alle zum Opfer fielen. Die Ereignisse zogen Hungersnöte und Krankheiten nach sich und so mussten sich viele Jugendliche bereits im Kindesalter allein durchs Leben schlagen. Ebenso wie der Jüngling Tobias, der in der Obhut eines kirchlichen Kinderheims auf das harte und gefährliche Leben da draußen vorbereitet wird. Bei einer täglichen Übungsstunde wird jedoch das Heim von mehreren Banditen überfallen, die glücklicherweise recht schnell zurückgeschlagen werden können. Als nun Tobias und sein bester Freund Calvin aufgetragen wird im benachbarten Dorf Hilfe zu holen, beginnt das für sie wohl größte Abenteuer ihres noch jungen Lebens und als Spieler ist man mitten drin.
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Kenner der Serie werden wohl schon bemerkt haben, dass Vandal Hearts – Flames of Judgement kein Remake des ersten Teils, sondern ein eigenes Spiel ist, das mehrere Jahrzehnte vor dem Plot des Erstlings spielt. Die Story wird dabei in zahlreichen Dialogen und auch bewegten Sequenzen wie aus einem Bilderbuch erzählt und dem Spieler recht ansprechend nähergebracht. Eine echte Spielwelt findet ihr hingegen vergeblich: Einzig eine farbige Übersichtskarte ist vorhanden, auf der ihr von Ort zu Ort zieht. Herzstück des Spiels bilden die taktischen Kämpfe, die auf quadratischen Spielfeldern ausgetragen werden. Hier bewegt man seine sechs Charaktere nacheinander auf Karte umher um möglichst effizient die Missionsziele zu erreichen. Diese sind zumeist nur die Vernichtung des Gegners, manchmal müssen aber auch Schalter umgelegt werden um so beispielsweise die Flucht für die Gruppe zu ermöglichen.
Auch sonst gibt es einiges zu entdecken auf den Schlachtfeldern. Neben Kisten können auch Wracks von alten Streitwagen oder ähnliches untersucht werden um wertvolle Schätze zu bergen. Dies können neben Ausrüstungsgegenständen auch Heilkräuter sein, die sich im Laufe der Geschichte durchaus auch als nützlich herausstellen können. Aber auch sonst sind die Kämpfe sehr abwechslungsreich und taktisch geprägt. Dies liegt vor allem auch an den verschiedenen Fertigkeiten der Charaktere, die wohlüberlegt eingesetzt werden wollen. So verfällt beispielsweise der Hitzkopf Connor in gewissen Situationen in Raserei und wird zur unhaltbaren Kampfmaschine. Aber auch die Teamkollegen haben wertvolle Fertigkeiten, die etwa der Schlachtruf von Luce, der kurzzeitig die Angriffswerte des gesamten Teams steigert. Auch ist es ratsam, das Terrain zu seinem persönlich Vorteil zu nutzen. Schießt man etwa von einer Klippe auf einen Gegner von oben herab, so erhält man einen satten Schadensbonus, der Gegner hingegen wird von unten deutlich weniger Schadenspunkte verteilen als üblich.
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Wie es für ein richtiges Rollenspiel auch gehört, ist es möglich seine Fertigkeiten zu steigern. Dies geschieht allerdings nicht wie üblich mit dem Verteilen von Erfahrungspunkten, sondern durch Anwendung der jeweiligen Fähigkeiten, getreu dem Motto: Übung macht den Meister. So werden Kampffähigkeiten ebenso geschult wie das perfektionieren der Zauberkünste. So steigern sich nebenbei auch noch Lebens- und Magiepunkte. Auf dem Weg durch die Lande besucht man auch mehrere Dörfer, die ab und an auch Läden haben um sich neu auszurüsten. Neue Ausrüstung steigern nicht nur euren Schaden, den ihr zufügt, sondern auch Rüstung und Fähigkeiten. Gute Ausrüstung sind dabei die halbe Miete, da neben der normalen Kämpfe auch einige Bosskämpfe darauf warten gemeistert zu werden.
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Die Technik orientiert sich dabei auch an das klassische Spielprinzip und hält sich mit technischen Spielereien zurück. Geboten wird eine bunte Comicgrafik, die zwar etwas altbacken wird, aber ihren Zweck erfüllt. Zu kritisieren ist einzig die Sounduntermalung, da man es leider versäumt hat die Sprachausgabe ins Deutsche zu übersetzen. So melden sich die Rekruten, die momentan an der Reihe sind immer mit einem englischen Ausruf. 

Michael meint:

Michael

Als Fan von Rundenstrategie bekommt man mit Vandal Hearts – Flames of Judgement angemessene Kost geliefert, auch wenn die etwas biedere Grafik das nicht vermuten mag. Auch mag für den Preis von 1200 Punkten die Spielzeit der Kampagne etwas kurz sein, allerdings bieten sich noch genug Möglichkeiten um das Spiel zu komplettieren. Klassische Rundentaktik mit genug Spieltiefe um sowohl Veteranen als auch Neueinsteiger fordern zu können. Fans der Serie werden wohl sowieso zugreifen, alle anderen sollten wohl eher erstmal vorher reinschnuppern. 

Positiv

  • unterhaltsame Kampagne
  • viele Erkundungsmöglichkeiten neben der Story
  • einfach zu erlernendes Spielsystem mit genug Tiefe

Negativ

  • für den Preis etwas kurz geraten
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Vandal Hearts - Flames of Judgement Daten
Genre -
Spieleranzahl 1
Regionalcode PAL
Auflösung / Hertz 50 / 60 Hz
Onlinefunktion Ja
Verfügbarkeit 20. Januar 2010
Vermarkter -
Wertung 7.6
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