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Phantasy Star III im Test

Mega Drive
Teil 1 setzte auf dem Master System neue Rollenspielmaßstäbe. Das ganze wurde dann im Nachfolger auf dem Mega Drive grandios fortgesetzt und Teil 4 ist vielen Kritikern als eines der besten Rollenspiele der 16Bit-Ära im Gedächtnis geblieben. Aber was ist mit dem dritten Teil? Phantasy Star 3 stellt ohne Frage den außergewöhnlichsten, aber leider für viele Fans auch schlechtesten Teil der Phantasy Star Geschichte dar.
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In der Tat war es schwer, das grandiose Phantasy Star 2 zu toppen. Aber anstatt noch mal ein Spiel nach dem alten Prinzip zu entwickeln, haben sich die Verantwortlichen kurzerhand dazu entschieden, einige Traditionen über Bord zu werfen und ein Spiel zu kreieren, das so eigentlich gar nicht in die Saga passen will. Wer schon mal ein 2D Phantasy Star gespielt hat, wird den deutlichen Unterschied sofort merken. Und das, obwohl eigentlich alles auf Teil 1 und 2 basiert. Was es hier aber nicht gibt, ist die Magie und der Charme, den die beiden Vorgänger ausstrahlten. Deshalb sehen viele treue Anhänger den dritten Teil auch nicht als solchen, sondern mehr als eine Art Zwischenepisode an. Und das ist eigentlich auch richtig so. Denn Phantasy Star 3 ist der einzige Teil, der nicht in derselben Welt wie die anderen spielt und nichts mit der Story der restlichen drei Spiele zu tun hat.

Die Hintergrundgeschichte: SEGA wollte mit Phantasy Star 3 einen Meilenstein schaffen. Um das zu verwirklichen, brauchte der Titel aber noch einiges an Feinschliff und der angepeilte Erscheinungstermin konnte nicht eingehalten werden. Um den Leuten aber dennoch Geld aus der Tasche zu ziehen, wurde schnell ein anderes Team damit beauftragt, einen Zwischenteil zu programmieren und dieser wurde dann kurzerhand Phantasy Star 3 getauft. Der eigentliche dritte Teil kam dann schließlich als Phantasy Star 4 in die Läden.

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Dennoch kann Phantasy Star 3 ein einzigartiges Feature aufweisen, das es sonst bei keinem anderen Serienableger gibt. Die Story ist in drei Generationen eingeteilt. Am Ende jeder Generation müsst ihr entscheiden, wen ihr heiraten möchtet und auf dieser Entscheidung basiert dann der weitere Verlauf der Handlung. Das wird dann jeweils mit einer für damalige Verhältnisse aufwändigen Zwischensequenz veranschaulicht. Ihr spielt dann jeweils mit den Nachfahren der Helden der vorherigen Generation weiter. Insgesamt gibt es 4 verschiedene Endsequenzen. Ohne Frage handelt es sich hierbei um das herausstechendste Merkmal des Spiels, aber leider könnt ihr immer nur zwei Spiele gleichzeitig speichern. Ihr müsst also immer einen alten Spielstand löschen, wenn ihr in den Genuss aller Enden kommen wollt.



Das Kampfsystem des Spiels ist im Grunde das selbe wie in Phantasy Star 2, also traditionell rundenbasiert. Allerdings gibt es eine kleine Änderung. Das Spiel geht davon aus, dass ihr immer dieselbe Aktion wie in der Runde zuvor ausführt. Das heißt, ihr bestimmt am Anfang eines Zufallskampfes eure Aktionen und führt diese dann solange automatisch aus, bis ihr selbst wieder eingreift. Für mich unverständlich, da ihr so eure taktischen Züge weniger gut umsetzen könnt. Das wurde in Phantasy Star 4 mit den Macros deutlich besser gelöst. Ebenfalls einzigartig in diesem Teil ist, dass ihr die Effektivität eurer Zaubersprüche anpassen könnt. So könnt ihr beispielsweise die Kraft eures Heilzaubers erhöhen. Im Gegenzug müsst ihr aber die Wirkung eines anderen Spruchs, z.B. Entgiften, senken. Außerdem können die gefallenen Partymitglieder (die nach einem Rasthausaufenthalt natürlich wieder fit sind) trotzdem weiterhin Heilmagie wirken und sich sogar selbst wiederbeleben.

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Die Weltgestaltung ist sehr ungewohnt in Phantasy Star 3. Das Spiel ist in 7 kleinere Gebiete eingeteilt, die jeweils mit labyrinthartigen High-Tech-Tunnels verbunden sind. Das Ergebnis dabei ist, dass ihr die meiste Zeit damit verbringt, euch von Welt zu Welt durchzukämpfen. Später steht euch dann zum Glück eine Schnellreisefunktion zur Verfügung, die meiste Zeit verbringt ihr allerdings in den von der Aufmachung her immer gleichen Dungeons. Das hat zur Folge, dass Teil drei doch hinter seinen Brüdern zurückbleibt, denn die hatten so viel Abwechslung zu bieten, dass man sich des Öfteren fragte, wie denn das alles auf ein Modul passt.

Die Grafik hinterlässt wie der Rest des Spiels einen gespaltenen Eindruck. Während die Charakterportraits und die Zwischensequenzen die Grafikmuskeln spielen lassen, sehen die Kämpfe und die Erkundungsabschnitte einfach zu steril aus. Die Monsterdesigns sollen wohl besonders künstlerisch rüber kommen, sind im Endeffekt aber einfach nur merkwürdig. Auch bei den Kampfhintergründen wird Abwechslung klein geschrieben. Außerdem sieht man bei den Kämpfen keine Animationen der eigenen Leute, was den grafischen Gesamteindruck noch weiter nach unten zieht. Wie bereits erwähnt, haben alle Dungeons denselben High-Tech artigen Look. Das selbe gilt für die Städte. Zwar variiert die Anordnung der Gebäude von Stadt zu Stadt, letztendlich sehen sie aber alle gleich aus. Das verspricht natürlich nicht gerade die größte grafische Abwechslung.

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Für die Musik gilt dasselbe wie für die Grafik. Während manche Stücke wirklich gut sind und im Ohr bleiben, scheinen andere von Amateuren komponiert worden zu sein. Ein wirklich interessantes Feature ist allerdings, dass sich die Oberweltmusik mit jedem Neuzugang weiterentwickelt. Hätte es von solchen tollen Ideen nicht mehr geben können?

Fans der Serie werden von diesem Teil sicherlich enttäuscht sein und das zurecht. Für die wird es wohl das Beste sein, diesen Teil zu ignorieren – so könnt ihr euch viel Frust sparen. Alle anderen Rollenspieler sollten den Titel wegen den teilweise (zugegeben sehr wenigen) tollen Elementen aber zumindest einmal anspielen, dürfen aber wirklich nicht zu viel erwarten. Das Spiel ist übrigens in der für PS3 und Xbox 360 erhältlichen SEGA Mega Drive Ultimate Collection enthalten, so wie Phantasy Star 1, 2 und 4.

Dominik meint:

Dominik Wer die anderen Teile gespielt hat, wird denken, dass Phantasy Star 3 das Werk von Hobbyprogrammierern ist. Das stimmt aber nur auf den ersten Blick. Bei genauerem Betrachten entpuppt sich das Spiel doch als ein sehr durchdachtes Rollenspiel mit einigen guten Ideen. Allerdings wurden die meisten der guten Ideen entweder nicht zu Ende gedacht oder es fehlte den Entwicklern massiv an Zeit. Vermutlich stimmt beides. Phantasy Star 3 hätte ein richtig gutes Spiel werden können, aber dazu hat es einfach zu viele Macken. Also machen wir uns nichts vor: Was bleibt, ist leider nur ein ordentliches Rollenspiel, das vor allem im Vergleich zu seinen Brüdern recht alt aussieht.

Positiv

  • Handlung geht über 3 Generationen
  • Unterschiedliche Handlungsverläufe / Endings
  • Tolle Zwischensequenzen

Negativ

  • Kampfsystem schlechter als im Vorgänger
  • Wenig Abwechslung
  • Grafik eher mäßig
Userwertung
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