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Gunstar Heroes im Test

Mega Drive
1993 machten sich etliche Spieleentwickler aus dem Hause Konami auf, eine eigene Produktionsfirma zu gründen. Nachdem die kreativen Köpfe um Masato Maegawa schon mit Krachern wie Contra (alias Probotector), Castlevania oder Axelay ihr Können bewiesen, entwarfen sie mit ihrer neu gegründeten Firma Treasure ihr erstes Spiel namens Gunstar Heroes auf SEGA´s Mega Drive...
Die Parallelen zu ihrer Eigenproduktion Probotector sind in diesem Spiel natürlich kaum zu vertuschen, aber das hatten sie wahrscheinlich auch gar nicht vor.
Wie auch bei den folgenden Titeln ist es Treasure in ihrem Erstlingswerk gelungen, das Limit der Konsole zu erreichen und sie technisch komplett auszureizen.

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'Ohne Ende Explosionen und Sprites...'


Die eher nebensächliche Story ist schnell erzählt und wie erwartet auch nicht sonderlich einfallsreich. Einem armen Professor wurden Edelsteine entwendet, mit deren Hilfe der böse Colonel Red eine Maschine aktivieren kann, welche den Planeten Gunstar9 vernichten kann. Selbstredend liegt es nun an euch, in Form der Helden Blue und Red, dieses unsägliche Vorhaben zu verhindern.

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Während SNES-Besitzer schon mit Probotector der Action-Shooterei fröhnen konnten, war es nun Zeit für die SEGA-Fans, einfach mal drauf los zu ballern.
Schon das Treasure Polygon-Logo nach dem Anschalten des 16Bitters lässt einen erahnen, was aus dem betuchten Mega Drive herausgeholt werden wird.
Zu Anfang habt ihr die Wahl aus vier verschiedenen Waffengattungen. Allerdings können nur zwei gleichzeitig mitgenommen werden - so bedient ihr euch entweder des Feuerwerfers, einem Maschinengewehr, zielsuchenden Raketen oder einer Laserkanone, um der Gegnerscharen Herr zu werden.

Was sich anfänglich nicht gerade nach sehr viel Auswahl anhört, entwickelt sich im Verlauf des Spiels zu einem Trugschluss.
So können alle Waffen miteinander kombiniert werden oder durch Zusammenlegung der selben Waffe verstärkt werden. Entscheidet ihr euch z.B. für die Kombination aus Flammenwerfer und zielsuchenden Projektilen, finden danach die Flammen automatisch ihr Ziel. Beim Zusammenlegen von Maschinengewehr und Flammenwerfer explodieren die Geschosse beim Aufschlag. So ergeben sich viele nützliche Kombinationen.
Der Charakter an sich verfügt zudem noch über die Möglichkeit, herannahende Gegner per Slide, Wurf oder Kick in die ewigen Jagdgründe zu schicken und Wände hochzuklettern.

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'Von allen Seiten wird angegriffen...'


Die ersten vier Level sind frei wählbar. Man sollte sich aber aufgrund des steigenden Schwierigkeitsgrades an den vorgegebenen Ablauf halten, da man für jede erfolgreich beendete Stage weitere Lebenspunkte erhält, die man im späteren Verlauf gut gebrauchen kann.
Bei den teils horizontal und teils vertikal verlaufenden Stages haben sich die Programmierer viel Mühe gegeben, so z.B. die farbenfrohen Hintergründe, die abwechslungsreichen Gegner oder viele lustige Gimmicks und Slapstickeinlagen.
Auch von technischer Seite kann das Spiel durch rotierende und teils riesengroße Endgegner sowie zahllosen Explosionen und gleichzeitig im Bildschirm befindliche Sprites ohne den Ansatz eines Flackerns begeistern.

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Durch Auflockerungen des Ablaufs, wie z.B. einer Minenfahrt, dem Kampf auf einem Flugzeug oder dem Weltraumshooter-Level bietet Gunstar Heroes genügend Abwechslung im sonstigen Jump&Shoot Einerlei.
Die knackigen Endbosse mit ihren zig Verwandlungen und Taktiken geben ihr Übriges dazu, dass man einige Zeit an den Bildschirm gefesselt sein wird.
Allerdings hätte das Spiel doch ein wenig umfangreicher sein dürfen.
Zumindest gibt es nach den normalen vier Stages nochmals drei weitere Herausforderungen bis zum finalen Endkampf, die man mittels eines Würfelspiels per Zufall ermittelt.

Der obligatorische 2-Spieler-Modus bietet im Spritegetümmel nicht immer die volle Übersicht, aber gerade diese Hektik macht zu zweit große Freude, zudem man auch aufpassen muss, nicht aus Versehen seinen Partner zu schnappen und per Body-Slam in den Staub zu werfen. Dies kann man allerdings auch mit Absicht zur Gegnervernichtung anwenden. Im Weltraum-Level steuert ein Spieler das Raumschiff, während der andere aus allen Rohren feuert.
Auch in der Luft befindliche Objekte können geschnappt und als Geschoss angewendet werden.

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'Per Zufall zur nächsten Herausforderung...'


Grafik:
Der Anime-Style, die massig Sprites und teils riesigen Gegner sowie einige tolle Effekte inklusive schönen Hintergründen und abwechslungsreichen Stages bringen hier eine sehr hohe Wertung und reizen das betagte Mega Drive sehr gut aus.

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Sound:
Die musikalische Begleitung ist leider nur durchschnittlich, dafür entschädigen kräftige Soundeffekte.

Gameplay:
Ab und zu leidet die Übersichtlichkeit und mit gar zu sehr aufgerüsteten Waffen sind manche Abschnitte zu einfach zu vollenden, aber mehr Action haben MegaDrive-Besitzer noch nicht gesehen. Die Steuerung ist zudem auch noch leicht zu erlernen und die Waffenwahl jederzeit einfach zu handhaben.

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'Die Endgegner warten bereits...'

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Userwertung
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