
Insgesamt stehen 30 verschiedene Fever-Schläger zur Auswahl, die sich mit 38 spielbaren Charakteren – dem größten Aufgebot in der Seriengeschichte – kombinieren lassen. Die Vielfalt der Schläger ist beeindruckend: Der Spiny-Schläger schickt Stachis dorthin, wo der Ball aufprallt, die dann den Gegner verfolgen. Der Mini-Pilz-Schläger schleudert Mini-Pilze auf die gegnerische Seite, und wer darauf tritt, schrumpft. Der Bananen-Schläger wirft Bananenschalen auf den Gegner, auf denen er ausrutscht. All das klingt chaotisch – und das ist es auch, aber auf die richtige Art. Manchmal landete ein Thwomp auf einer Seite des Felds, der Gegner feuerte mit jedem Schlag Feuerbälle, und der Boden war vereist. Diese hektische Natur der Fever-Schläger, gepaart mit dem ohnehin schnellen Spieltempo, sorgt dafür, dass das Spiel durchgehend fesselnd bleibt. Wer das alles zu wild findet, dem sei gesagt: Fever-Schläger können auch einfach deaktiviert werden, um klassisches Mario-Tennis zu genießen. Diese Flexibilität ist vorbildlich. Das Spiel zwingt niemanden in einen bestimmten Modus und richtet sich damit gleichermaßen an Gelegenheitsspieler und Wettbewerbsorientierte.

Weniger überzeugend ist der Abenteuer-Modus, der das einzige Einzelspieler-Narrativ des Spiels darstellt. Die Geschichte dreht sich um Mario und seine Freunde, die auf einer mysteriösen Insel in Babys verwandelt werden und ihre Tennis-Fähigkeiten neu erlernen müssen, um die Monster zu besiegen und wieder normal zu werden. Die Prämisse ist charmant, die Umsetzung jedoch enttäuschend. Der Modus fühlt sich eher wie ein Tutorial an, das die praktischen Anwendungen der verschiedenen Schüsse beibringt – und ist nach etwa vier Stunden bereits vorbei. Zwar gibt es ein Erfahrungssystem, das an die Game-Boy-Color-Ableger erinnert, doch es bleibt weitgehend wirkungslos. Im Abenteuer-Modus findet sich kaum echtes Tennis. Stattdessen folgt das Spiel einer Weltkarte mit Minispiel-Herausforderungen, bei denen man Bomben zurückschlägt, Fledermäuse in gefrorene Wolken treibt oder Ähnliches. Das ist unterhaltsam in kleinen Dosen, aber weit entfernt von der Tiefe, die Fans der frühen Handheld-Ableger mit ihren RPG-Elementen erhofft haben mögen.

Mario Tennis Fever im Test

Manchmal braucht eine Spielserie einen kräftigen Aufschlag, um wieder in Schwung zu kommen. Mario Tennis Fever ist der mittlerweile neunte Teil der Mario-Tennis-Reihe und der erste Mario-Sportitel für die Nintendo Switch 2, entwickelt von Camelot Software Planning und erschienen am 12. Februar 2026. Nach dem soliden, aber letztlich etwas blassen Mario Tennis Aces von 2018 stellt sich die entscheidende Frage: Schafft es Camelot diesmal, das nötige Feuer zu entfachen – oder bleibt es bei einem weiteren Aufwärm-Match? Die Antwort fällt erfreulich aus, wenngleich nicht ohne Einschränkungen.
Michael meint:
Positiv
- Fever-System bringt taktische Tiefe
- Riesiges Charakteraufgebot (38 Figuren)
- Stabiler Online-Modus
Negativ
- Adventure-Modus zu kurz (~4 Stunden) und zu wenig echtes Tennis
- Fever-Effekte können im Mehrspielerchaos unübersichtlich und unfair wirken
- Hoher Preis für Einzelspieler mit begrenztem Umfang
Userwertung
Weiterführende Links


Unterm Strich ist Mario Tennis Fever das bisher rundeste Paket der Serie. Es ist ein lebendiger und einfallsreicher Ableger, der im Mehrspielermodus durch kreative Fever-Schläger, abwechslungsreiche Modi und zugängliche Steuerung glänzt. Der Adventure-Modus bleibt ein Schwachpunkt, der mit mehr Umfang und Ambition deutlich hätte profitieren können. Doch wenn man die Schläger aufeinandertreffen hört, die Fever-Anzeige voll ist und der perfekte Moment für einen Eisschlag kommt – dann erinnert man sich, warum diese Serie seit über 25 Jahren begeistert. Ein starkes Aufschlagspiel mit einem kleinen Doppelfehler im Einzelspieler-Bereich. Dennoch vermisse ich persönlich die RPG-Einflüsse der damaligen Spiele der Serie.