Mario Tennis Fever im Test

NintendoSwitch2

Manchmal braucht eine Spielserie einen kräftigen Aufschlag, um wieder in Schwung zu kommen. Mario Tennis Fever ist der mittlerweile neunte Teil der Mario-Tennis-Reihe und der erste Mario-Sportitel für die Nintendo Switch 2, entwickelt von Camelot Software Planning und erschienen am 12. Februar 2026. Nach dem soliden, aber letztlich etwas blassen Mario Tennis Aces von 2018 stellt sich die entscheidende Frage: Schafft es Camelot diesmal, das nötige Feuer zu entfachen – oder bleibt es bei einem weiteren Aufwärm-Match? Die Antwort fällt erfreulich aus, wenngleich nicht ohne Einschränkungen.

Mario-Tennis-Fever-18Das Herzstück des Spiels ist das titelgebende Fever-System. Während eines Ballwechsels füllt sich die sogenannte Fever-Anzeige. Ist sie voll, kann man einen speziellen Fever-Schuss ausführen, dessen Effekt eintritt, sobald der Ball auf dem Boden des gegnerischen Felds aufkommt. Der entscheidende strategische Kniff dabei: Schlägt der Gegner den Ball zurück, bevor er aufkommt, läuft das Zeitfenster für den Effekt ab – und im schlimmsten Fall trifft der Effekt sogar die eigene Seite. Das klingt auf dem Papier simpel, entfaltet im Spiel aber eine erstaunliche taktische Tiefe. Jede Rallye wird zu einem kleinen Nervenduell: Wann zünde ich meinen Fever-Schuss? Riskiere ich, dass mein Gegner ihn zurückspielt und ich damit zum Opfer meiner eigenen Waffe werde?

Insgesamt stehen 30 verschiedene Fever-Schläger zur Auswahl, die sich mit 38 spielbaren Charakteren – dem größten Aufgebot in der Seriengeschichte – kombinieren lassen. Die Vielfalt der Schläger ist beeindruckend: Der Spiny-Schläger schickt Stachis dorthin, wo der Ball aufprallt, die dann den Gegner verfolgen. Der Mini-Pilz-Schläger schleudert Mini-Pilze auf die gegnerische Seite, und wer darauf tritt, schrumpft. Der Bananen-Schläger wirft Bananenschalen auf den Gegner, auf denen er ausrutscht. All das klingt chaotisch – und das ist es auch, aber auf die richtige Art. Manchmal landete ein Thwomp auf einer Seite des Felds, der Gegner feuerte mit jedem Schlag Feuerbälle, und der Boden war vereist. Diese hektische Natur der Fever-Schläger, gepaart mit dem ohnehin schnellen Spieltempo, sorgt dafür, dass das Spiel durchgehend fesselnd bleibt. Wer das alles zu wild findet, dem sei gesagt: Fever-Schläger können auch einfach deaktiviert werden, um klassisches Mario-Tennis zu genießen. Diese Flexibilität ist vorbildlich. Das Spiel zwingt niemanden in einen bestimmten Modus und richtet sich damit gleichermaßen an Gelegenheitsspieler und Wettbewerbsorientierte.

Mario-Tennis-Fever-08Die Spielmodi sind ebenfalls reichhaltig. Im Turniermodus kommentiert eine sprechende Blume das Geschehen, im Herausforderungsturm absolviert man verschiedene Challenges mit vorgegebenen Regeln und Charakteren, und im Mix-It-Up-Modus warten unerwartete Regeln und sogar Wonder-Effekte aus Super Mario Bros. Wonder. Online geht es wahlweise in einem Casual-Raum mit anpassbaren Regeln zur Sache oder man kämpft sich durch die Ranglistenmatches. In den gespielten Partien gab es weder Lags noch Framedrops, weder im Handheld- noch im TV-Modus. Das ist in Zeiten von Online-Sportpielen leider keine Selbstverständlichkeit und daher ausdrücklich lobenswert.

Weniger überzeugend ist der Abenteuer-Modus, der das einzige Einzelspieler-Narrativ des Spiels darstellt. Die Geschichte dreht sich um Mario und seine Freunde, die auf einer mysteriösen Insel in Babys verwandelt werden und ihre Tennis-Fähigkeiten neu erlernen müssen, um die Monster zu besiegen und wieder normal zu werden. Die Prämisse ist charmant, die Umsetzung jedoch enttäuschend. Der Modus fühlt sich eher wie ein Tutorial an, das die praktischen Anwendungen der verschiedenen Schüsse beibringt – und ist nach etwa vier Stunden bereits vorbei. Zwar gibt es ein Erfahrungssystem, das an die Game-Boy-Color-Ableger erinnert, doch es bleibt weitgehend wirkungslos. Im Abenteuer-Modus findet sich kaum echtes Tennis. Stattdessen folgt das Spiel einer Weltkarte mit Minispiel-Herausforderungen, bei denen man Bomben zurückschlägt, Fledermäuse in gefrorene Wolken treibt oder Ähnliches. Das ist unterhaltsam in kleinen Dosen, aber weit entfernt von der Tiefe, die Fans der frühen Handheld-Ableger mit ihren RPG-Elementen erhofft haben mögen.

Mario-Tennis-Fever-06In Sachen Präsentation macht Mario Tennis Fever eine glänzende Figur. Die Charaktere sprühen vor Persönlichkeit, die 14 Plätze bieten abwechslungsreiche Umgebungen mit optionalen Umgebungseffekten, und das Spiel läuft technisch tadellos. In Handheld- und TV-Modus fällt kein nennenswerter Einbruch der Bildrate auf. Dass die Switch 2 mit einer deutlich höheren Grafikleistung aufwartet als ihr Vorgänger, merkt man dem Spiel in jedem Match an – die Animationen sind flüssig, die Farben leuchten, und das gesamte Erscheinungsbild hat eine Polishe, die dem Franchise gut steht. Der Preis ist ein Punkt, den man nicht ignorieren kann. Mehrere Kritiker wiesen auf den hohen Preis hin, der im Rahmen der generell gestiegenen Switch-2-Spielepreise liegt. Wer hauptsächlich alleine spielt und auf einen ausgewachsenen Story-Modus hofft, dürfte sich fragen, ob das Gebotene den Aufpreis rechtfertigt. Wer hingegen regelmäßig mit Freunden zockt – lokal oder online – bekommt ein Spiel, das kaum loszulassen ist.

Michael meint:

Michael

Unterm Strich ist Mario Tennis Fever das bisher rundeste Paket der Serie. Es ist ein lebendiger und einfallsreicher Ableger, der im Mehrspielermodus durch kreative Fever-Schläger, abwechslungsreiche Modi und zugängliche Steuerung glänzt. Der Adventure-Modus bleibt ein Schwachpunkt, der mit mehr Umfang und Ambition deutlich hätte profitieren können. Doch wenn man die Schläger aufeinandertreffen hört, die Fever-Anzeige voll ist und der perfekte Moment für einen Eisschlag kommt – dann erinnert man sich, warum diese Serie seit über 25 Jahren begeistert. Ein starkes Aufschlagspiel mit einem kleinen Doppelfehler im Einzelspieler-Bereich. Dennoch vermisse ich persönlich die RPG-Einflüsse der damaligen Spiele der Serie.

Positiv

  • Fever-System bringt taktische Tiefe
  • Riesiges Charakteraufgebot (38 Figuren)
  • Stabiler Online-Modus

Negativ

  • Adventure-Modus zu kurz (~4 Stunden) und zu wenig echtes Tennis
  • Fever-Effekte können im Mehrspielerchaos unübersichtlich und unfair wirken
  • Hoher Preis für Einzelspieler mit begrenztem Umfang
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Mario Tennis Fever Daten
Genre Sportspiel
Spieleranzahl 1 - 4
Regionalcode Regionfree
Auflösung / Hertz 4K
Onlinefunktion Ja
Verfügbarkeit 2026-02-12 00:01:44
Vermarkter Nintendo
Wertung 7.8
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